in Another View


Was treibt Menschen dazu, einen Staat zu schützen, der längst kein aufrichtiger Staat mehr ist sondern lediglich eine wahnwitzige wirtschaftliche Kooperative im Auftrag der Finanzwelt?

Ein Demonstrant geht auf das Gitter zu, in der Hand ein rechteckiges Metallschild. Die Polizisten ziehen die Augenbrauen hoch. Doch der Demonstrant lässt sich nicht beirren. Er will ein Schild am Absperrgitter befestigen.

Sich in den Dienst von Etwas stellen zieht unweigerlich nach sich, von einer Sache überzeugt zu sein.
Sind die Heerscharen von polizeilichen Staatsbediensteten Überzeugungstäter? Der Eindruck trügt nicht. Einst haben sie sich von ‚Idealen‘ und dem Beamtentum getrieben dem Polizeidienst verschrieben. Wohlwissend, was auf der anderen Seite der roten Linie wartet: Das Volk. Zumindest der Teil des Volkes, der für sich in Anspruch nimmt, das Staatsgetue der Machtclique durchschaut zu haben. Da kann der Himmel über Elmau und Krün noch so blau sein, die Zugspitze noch so erhaben im wolkenlosen Himmel schimmern, die groteske Inszenierung der ‚Scheinbar-Mächtigen‘ ist zum Scheitern verurteilt. Die Proteste und das Aufbegehren in der westlichen Welt werden lauter, die Missstände offensichtlicher. Immer klarer tritt die Diskrepanz zwischen den Verlautbarungen des Machtapparats und den Ausrufen des gemeinen Fußvolks zu Tage.

Wenn Wortwiederholungstäterin Angela Merkel zum x-ten Mal das Schwadronieren anfängt und neben NSA-Zuarbeiter Barack Obama auf die Freundschaft und die gemeinsamen Werte mit den Amerikanern hinweist, wird das perfide Spiel des Einlullens demaskiert.
Wiederhole nur oft genug die immer gleichen Phrasen und Worthülsen und die Masse der Menschen wird zustimmend nicken.
Das Ein-Mal-Eins der Propaganda kommt hier zur Anwendung. Zwar augenscheinlich, doch fällt der eifrige Applaudierer immer wieder darauf herein.

Währenddessen feiern die Hofberichterstatter die Schlusserklärung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Kein Wort dazu, das auch auf früheren G7/G8-Treffen Ähnliches vereinbart und nie gehalten wurde. Es gilt den Schein zu wahren. Die traumhafte Alpenkulisse hilft sicher so manchem Stubenhocker über aufkommende Zweifel hinweg und vermittelt das Trugbild der Entschlusskraft.

Der G7-Gipfel ist dagegen nicht mehr als ein Versprechen an diejenigen, die sich ihr Wohlfühlweltbild nicht zerstören lassen wollen. „Wir kämpfen für eure Ahnungslosigkeit!“

Dabei wird es zur Pflicht eines jeden Menschen, sich umzugucken und seine Wohlfühlzone zu verlassen. Fragen zu stellen, wo Antworten nicht leicht verdaulich sind. Die ‚Gipfeltäter‘ nicht so einfach davonkommen zu lassen.
Denn vor der Anklage steht die Indiziensuche. Und hier ist jeder Einzelne gefragt.

Derweil wirken die Demonstranten im Angesicht des bedrohlichen Polizeiapparats beinahe machtlos.
Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, über Felder, Wiesen und staubige Waldwege bis zum Absperrgitter. Hier teilt sich die Welt.
‚Hier dürft ihr nicht mehr weiter‘, rufen die Polizisten den Demonstranten zu. ‚Das ist nicht euer Gipfel‘.
Der Demonstrant geht weiter auf das Gitter zu, in der Hand immer noch das rechteckiges Metallschild. Denn der Demonstrant lässt sich nicht beirren. Behutsam befestigt er das Schild am Absperrgitter:

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Kommentar

  1. Weshalb eigentlich keine richtige Lösung?
    Diäten an einen Index gekoppelt und die ParlamentarierInnen bestimmen sowohl nicht mehr selbst darüber, als auch ein mit der Qualität ihrer Arbeit ursächlich gekoppeltes Instrumentarium entsteht, denn wie der Index steigen und fallen kann, gilt das dann in direktem Zusammenhang auch für die Diäten! Der Vorwurf der Selbstbedienungsmentalität ist hinfällig.
    Es waren mit Focus auf das Wahljahr 2013 viele – da nicht strukturell verbunden, eigentlich zu viele und damit im Einzelauftritt zu wenig wirkungsvolle – Initiativen am Werk, welche dabei immer nur auf „wir selbst“ abstellen, jedoch offen lassen, wer das dann eigentlich sein soll?
    Dass es dafür auch einer Struktur bedarf, zeigt doch der Untergang der Piraten. Und dass in diese Struktur der gleiche menschliche Missstand einzieht, als in die jetzigen, wissen wir nicht erst seit den Folgezeiten aller Volksbewegungen oder gar Revolutionen.
    Wenn wir also nicht die Politik in eine Leistung bezogene Form, bringen, wie Quote der Wahlbeteiligung, oder Relation der Bezüge an einen allgemein gültigen Indikator gebunden, bleiben alle Ideen nur Träume.
    Auch die Direktkandidaten, deren Phantasien schon rechnerisch nicht möglich werden (nach geltendem Wahlrecht kann man wegen der Überhangmandate mit Direktkandidaten keine Mehrheit erreichen) sind deshalb keinerlei Gewähr für Wende zum Positiven, sondern – da ich beste Absichten annehme – exakt die guten Äpfel, welche ich meine, dass sie auch faulig werden, wenn sie ins falsche Fass fallen. Erst einmal in Berlin oder jeder anderen Machtzentrale angekommen, tritt dieser Effekt ein. Es kann nur über die Quote gekoppelt an die Wahlbeteiligung bzgl. der Parlamentssitze sowie die Koppelung der Bezüge an einen allgemein gültigen Indikator also auf- wie absteigend gehen. Die ganzen Überlegungen zur vermeintlichen Unrechtmäßigkeit der BRD können völlig außen vor bleiben, weil sie viel zu viele ungute Charaktere mit auf den Plan rufen und in der globalisierten Welt ohnehin nicht umsetzbar sind.
    Weil es also keine Frage des Wechsel von Parteien/Personen, sondern des Systemes ist und nachdem jeder gute Apfel, der in ein Fass mit faulen fällt, auch verdirbt:
    jetzige Abgeordnetenzahl = 100 % Wahlbeteiligung.
    Tatsächliche Quote der Wahlbeteiligung = Quote der Abgeordneten.
    Dann wäre “der Kittel schnell geflickt“ und Mutti hätte nur noch Leute um sich, welche für das Volk und nicht die Lobbyisten agieren, welche die Politik im Würgegriff haben und letztlich auch die Verursacher für Missstände wie die hier angegangenen sind!
    Und dann noch einen entscheidenden Schritt weiter, denn das Parteiensystem hat längst ausgedient, oder wäre eine 0-Nr. wie Familienministerin Schröder je entstanden, wenn Sie nicht aus Hessen käme? Roland Koch hätte bei jedem anderen Bundesland höchstpersönlich nach einem Migrationshintergrund gesucht und die Ausweisung durchgesetzt. Der Anlauf mit Prof. Paul Kirchhof wies grundsätzlich zwar in die richtige Richtung und wurde deshalb auch sofort gescheitert. Zudem war seine propagierte flat tax der Prototyp des Umverteilers von unten nach oben, denn als Steuersenkung für die Reichen sowie Steuererhöhung für die Armen ist sie damit eine Förderung der Fehlverteilung von Geld. Dennoch aber: echte bestens bezahlte Fachleute ans operative Geschäft und die Parteien in eine Art Aufsichtsfunktion. Agiert der Fachmann – ganz banal gesprochen – in einer festgelegten Häufigkeit gegen die Parteientendenz und erzielt negative Ergebnisse führt dies zu seiner Abberufung.
    Wie wäre es zudem, wenn die Interessensvertreter selbst anstelle der, als ihre Marionetten vorgeschobenen Parteipolitiker Flagge zeigen würden?
    Und leider finden Richtungsweiser wie Ernst Prost http://www.liqui-moly.de oder Wolfgang Grupp http://www.trigema.de – Letzterer seit Jahren schon mit seinem brillanten Vorschlag einer anderen Besteuerung für die haftenden Familienunternehmen mit Unternehmern statt an Abfindungen orientierten Manager an ihren Schaltstellen, als für die damit agierenden Konzerne – nur Zugang in Talkshows jedoch kein Gehör bei den SonntagsrednerInnen in der Politik!
    Der Mittelstand bleibt also der Esel, der den Karren (aus dem Dreck) ziehen soll, während Alles auf ihn einprügelt sowie gleichzeitig das Futter verweigert, wozu die vermeintlichen Interessensvertretungen auf ganzer Linie versagen und sich lieber auf Empfängen mit eben den Lobbyisten und PolitikerInnen – zu wessen wirklichem Vorteil eigentlich? – gut stellen.
    Eine Plattform, welche dazu alle Interessens-Focusierungen bündelt und die Synergien schaffen kann, welche mit dann höchster Effizienz die zum Systemwandel erforderliche breite Allgemeinheit bewirkt ist daher das Gebot der Stunde!

    Für Nichts ist Geld da, allerdings für einen unsinnigen Wahlkampf. Gäbe es eine(n) Politiker(in), welche durch Leistung aufgefallen wäre: wir würden sie/ihn kennen und ohne jedes Plakat wählen. kein aufgesetztes Lächeln und kein nicht zu haltendes Wahlversprechen kann dies ersetzen!