in Another View

Unsere Gesellschaft hat ein Problem: der Glaube an materiellen Wohlstand als Weg zum Glück hat uns in eine Sackgasse geführt, in der es so eng ist, dass wir uns nicht mal mehr umdrehen können, um unseren Weg reflektierend und kritisch zu betrachten. Wir heucheln uns selber vermeintliche Verbesserungen und Fortschritt vor, doch erkennen nicht, was sich hinter der Fassade befindet. Die folgenden Worte sind Ausschnitte aus einem Dokument eines Pastors aus Seattle, welche das traurige Paradox der modernen Zeit exzellent auf den Punkt bringen.

“Das Paradox unserer Zeit ist, dass wir immer größere Häuser bauen, aber weniger Beherrschung besitzen ; wir haben größere Autobahnen, aber engere Sichtweisen. Wir geben immer mehr aus, aber haben immer weniger; wir kaufen mehr, aber genießen es weniger.

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien; mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit. Wir haben mehr Abschlüsse, aber weniger Verstand; mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen; mehr Experten, doch mehr Probleme; mehr Medizin, aber weniger Wohlbefinden.

Wir trinken und rauchen zu viel, geben gedankenlos Geld aus, lachen zu wenig, fahren zu schnell, sind zu gereizt, bleiben zu lange wach, stehen zu müde auf, lesen zu wenig, schauen zu viel TV. [Wir fliegen in schnelleren Flugzeugen, um schneller an unser Ziel zu kommen, halten uns kürzer dort auf und kommen früher zurück. Wir unterschreiben mehr Verträge für weniger Profit.] [1] Wir haben unser Eigentum vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir reden zu wenig, lieben zu selten und hassen zu viel.

Wir haben gelernt unser Über-Leben zu sichern, aber unser Leben vergessen. […] Wir haben es den ganzen langen Weg zum Mond und zurück geschafft, aber scheitern oft beim kurzen Weg über die Straße zu unseren Nachbarn. Wir haben Bereiche außerhalb der Erde erobert, jedoch nicht unser Inneres. Wir haben größere Dinge erreicht, aber keine besseren.” [2] [Freie Übersetzung aus dem Englischen]

Und viel zu oft ist unser Problem, dass wir uns wohl und gebunden fühlen wollen und dabei oft vergessen, zu reflektieren, ob es nicht anders auch funktionieren kann und anders nicht vielleicht sogar besser ist. Viel zu oft nehmen wir unsere Umgebung und alles was darin passiert als nicht zu beeinflussen wahr. Was kann ich denn schon ändern? Das zweite darausfolgende Problem verdeutlicht die Ohnmacht Anstatt zu fragen Wie kann ich diese Situation verändern? fragen wir uns nur Wie kann ich mich dieser Situation fügen?

Wollen wir weiter das Rad sein, das gedreht wird? Oder fangen wir an uns zu überlegen, wie wir es selber drehen können? Wollen wir uns weiter vorgeben lassen, wie sich unser Leben zu gestalten hat oder leben wir endlich unser eigenes Leben und unsere eigenen Träume?

Quellen:
[1] http://www.spiritscienceandmetaphysics.com/how-our-society-is-totally-backwards/
[2] http://www.trans4mind.com/counterpoint/index-spiritual/moorehead.shtml

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Kommentar

  1. Oje, „wir“ schon wieder. „Wir“ leben bekanntlich über unsere Verhältnisse. „Wir“ sind am Klimawandel schuld.

    Und wieder springt ein „wir“ – Versteher hinterm Busch hervor, der aber nur „wir“ – Fragen – Floskeln dem eh schon Ermatteten zum Kiefeln hinwirft.
    Aber immerhin, bereichert mit Allerweltsweisheit aus Seattle, bin ich zwar nicht gescheiter, aber es tut auch nicht weh.

    Sry, wenn das ein wenig gereizt klingt, ich hab da inwischen eine Allergie.

  2. Klasse Artikel. Den alltäglichen Wahnsinn und die Widersprüche schön aufgezeigt. Obwohl man mehr hat kann man auch weniger haben. Im Kapitalismus und Materialismus ständig dabei sich einen neuen Kick zu besorgen, was anfangs als technischer Fortschritt oder Erleichterung erscheint schafft nur mehr Arbeit.

    Dabei: wirkliches Glück findet man da wo man nichts kaufen kann: Liebe

  3. @Tictac hat völlig recht: Der Inhalt der Predigt stimmt. Wir machen all diese Dummheiten. Aber es ist müßig,das den Menschen vorzuwerfen. Zwar kann vielleicht langfristig eine bessere Einstellung der vielen Einzelenen, so sie sich bildet, etwas in der Gesellschaft verändern

    Der Appell geht aber trotzdem voll daneben.

    Denn unsere Gesellchaft ist kopfgesteuert von denen, die intensiv an ihrer Entwicklung zu ihrem Bilde arbeiten. Das sind in erster Linie die, die die Macht und den Einfluss haben, erst in zweiter Linie die Politiker, die Regierungen und die Propagandaerzeugnisse (Presse). Sie sind in der Relation zu den Einzelnen, auch zur großen Masse, einfach übermächtig.

    Man beschimpft doch auch kein Masthähnchen, dass es so…

  4. Ich kann die Kritik sehr gut nachvollziehen. Auch sehe die Position, dass einige wenige viel Macht und Kontrolle haben. Lange dachte ich, dass Veränderungen in den systemischen Strukturen passieren müssen, irgendwo ganz oben. Doch darauf zu warten, dass sich da oben etwas verändert, bringt nichts.
    Kurzes Gedankenexperiment: Wenn die Strukturen an oberster Stelle plötzlich verändert werden würden, und zwar genau so damit es für Alle arbeitet und alle davon in ihrem Maße profitieren, wäre das die Lösung, wenn alle Individuen immer noch auf Basis der alten Struktur funktionieren? Ich glaube der Arabische Frühling ist dafür ein gutes Beispiel – strukturelle Demokratisierung die aber in den Köpfen der Menschen noch nicht wirklich funktioniert…

  5. Mein Ziel war es nicht, jeden einzelnen anzuprangern. Es sollte eher eine Veranschaulichung sein, um erstmal zu erkennen, dass etwas verkehrt läuft.
    Und wenn wir nur sagen „die da oben“, dann passiert sowieso nichts. Doch sobald wir erkennen, dass etwas nicht stimmt, können wir aus dem Hamsterrad aussteigen und uns auf eigenen Beinen nebenher bewegen; andere alternative Wege einschlagen und aufbauen
    Oder nicht?!