in Another View

Es gehört heute zum guten Ton einer Supermacht, dass man unangenehme Staatsregierungen, die sich nicht hinreichend unterwürfig zeigen, mittels politischem Frühling, eingekaufter Revolution, initiiertem Aufstand oder anderweitiger Hintertreibungen kurzerhand liquidiert. Entgegengesetzte Bestrebungen der kleineren Kacker-Staaten, mit Schussrichtung auf die Supermacht, bezeichnet man logischerweise als gemeinen Terrorismus. Der bietet im Rahmen des “Kampfes gegen den Terror” nicht weniger Möglichkeiten zum Einsatz des Militärs gegen eben diese, zuvor beschriebene Allianz der Unwilligen.

Nun drängen weitere Mächte gen “Super“-Status. Das kann nicht ohne Folgen für das eingangs beschriebene Dominospiel mit den Nationen bleiben. Aus gutem Grund haben die Nachrücker-Supermächte abweichende Präferenzen bei der Unterminierung fremder Staatsgebilde. Nicht selten sind sie völlig konträr zu den Vorstellungen der amtierenden Supermacht. Das kann allerdings nicht jeder propagandistisch vorbelastete Mensch ohne weiteres erkennen und verwechselt daher schnell einen Regime-Change mit Terrorismus. Deshalb klären wir auch gleich in diese Richtung auf, um die Normalität dieses Wahnsinns zu untermauern.

Zunächst einmal ist es wichtig, das Handeln einer Supermacht vorbehaltlos anzuerkennen. Ihr darüber hinaus regelmäßig Zustimmung zu signalisieren. Noch besser kommt es an, wenn man sich an den “Humanitären Missionen” einer Supermacht beteiligt. Wenn keine aktive militärische Unterstützung machbar ist, dann wenigstens mit Milliardenbeträgen, sodass die Rüstungsbetriebe bei diesen humanitären Einsätzen keine Ausfälle zu erleiden haben. Derlei Aktionen haben vornehmlich den im ersten Absatz beschriebenen Charakter. Die Supermacht steht in aller Regel über dem Völkerrecht und ist auch immun gegen internationale Strafgerichte, die möglicherweise solches Handeln anders bewerten möchten und zur Ahndung grober UN-Taten neigen, sofern sie denn von der Supermacht einmal anerkannt würden. Die kleinen Fische werden hier regelmäßig abgeurteilt, meist weil die Supermacht (der Welt-Sheriff) sie zu diesem Zweck dahin überstellt.

Deutschland gerät nunmehr in die Zwickmühle. Über Jahrzehnte hat es alles richtig gemacht und auch der amtierenden Supermacht stets anständig den Popo geleckt. Aus Sicht Chinas und Russlands ist Deutschland allerdings eine Bananenrepublik von geostrategischer Bedeutung. Als Ost-West-Puffer und designierter Bombenabwurfplatz für einen nicht auszuschließenden Kampf der Titanen, wäre es sinnvoll auch hier einmal einen politischen Frühling durch die Gassen in Berlin und dem Rest der Replik laufen zu lassen.

Was läge also näher, als international bereits akkreditierte “gemäßigte Rebellen” für einen Regime-Change in Berlin in die Spur zu schicken. Das ist guter Ton und von Deutschland selbst anerkannter und legitimierter Standard. Ergo gäbe es diesbezüglich nichts zu beschweren. Hilfreich kommt hinzu, dass ein Großteil der Bevölkerung ohnehin mit der Merkel-Junta ziemlich hadert, aber zu faul ist selber Revolution zu machen. Insoweit ist der Vergleich mit Syrien nicht abwegig, wo auch erst hochmotivierte Friedens-Kämpfer aus fast 40 Nationen angeworben werden mussten, um den syrischen Bürgerkrieg auf ein für die USA erträgliches Maß ausweiten zu können.

Das interessante an der Situation hier ist, dass wir die importierten Kämpfer auch wirklich selbst bezahlen. Das ist ein unschätzbarer Vorteil für Russland und China, was den “Deutschen Frühling” für sie um einiges erträglicher gestalten wird. Vom bösen Despoten und Schurken Baschar al Assad in Syrien wissen wir, dass er die dortigen Bürgerkriegsteilnehmer auf der gegnerischen Seite eben nicht bezahlt. Die Zeche dort müssen Länder wie die USA, Saudi-Arabien nebst interessierter Freunde berippeln. Indirekt wird auch Deutschland darunter sein.

Wer sollte also etwas daran auszusetzen haben wenn es einen Deutschen Frühling gibt, den wir selber finanzieren und mit Fachkräften aus aller Herren Länder ganz im Interesse Russlands und Chinas durchziehen? Wenn am Ende die ideologisch richtige Pipeline durch Deutschland gebaut werden kann, hat sich doch die gute Intention aus dem Osten gelohnt. Gerade Deutschland ist hinlänglich dafür bekannt, Verständnis für alle Seiten zu haben … außer für sich selbst. Das gehört untrennbar zum deutschen Sado-Maso Kult dazu. Offenbar wissen das die Russen und Chinesen sehr zu schätzen.

Aufgrund des hier nun vermittelten Wissens, gerade um die Legitimität solcher Super-Macht-Bestrebungen, können wir natürlich erheblich leichter den Konsequenzen ins Auge sehen. Betrachten wir nur unsere erfolgreiche Vasallen-Legende. Da haben wir schon in Afghanistan richtig humanitär mitwirken dürfen. Beim Irak versuchten wir noch beschämt wegzuschauen, aber in Libyen waren wir mit ganzem Herzen und Feuereifer dabei. Auch alle guten Wünsche für Syrien konzentrieren sich doch unsererseits auf die gemäßigten Terroristen Rebellen. Warum also sollten wir die nicht auch mit Handschlag hier in Deutschland begrüßen? Nun, einige machen das ja schon, aber wir sollten das auch offiziell und öffentlich viel besser kommunizieren und für die breite Masse verständlicher aufarbeiten.

Warum sollten diese Halsabschneider und Kämpfer für das Gute nur in Syrien für uns antreten? Die USA hat dort schon genügend Not, ab und an mal einen richtig bösen Terroristen totzumachen und dabei nicht versehentlich die eigene Truppe umzubringen. Die Russen sind da weniger feinfühlig und blasen einfach alles weg was Waffen hat, aber nicht zu ihnen oder Assad gehört. Warum also nicht auch einmal ganz direkt in unserm Land? Allein aus diesem Anlass muss man verstehen, dass, sofern ein Umzug dieser eldelmütigen Freiheitskämpfer nach Europa letztlich zu einem Regime-Change in Berlin führt, doch nun wirklich allen Seiten gedient ist. Selbst die USA können glücklich sein, hätten doch sie dann endlich einen richtigen Grund nach 1945 mal wieder die richtig dicken Kaliber auf Deutschland zu werfen.

Wir sehen also, Supermächtigkeit, Terror und Freiheitskampf sind immer gut wenn es den Interessen der richtigen Klientel dient. Sicher ist auch, dass knapp sieben Milliarden Menschen eben nicht zu der “richtigen Klientel” zählen. Aber sei es drum, ein Regime-Change in Berlin ist immer geil und aus Sicht der Supermächte ist dafür kein Leben zu schade … außer das eigene. Um aber die durchaus in Deutschland verpönte Volksbeteiligung hier nicht auszulassen, enden wir mit einer ganz simplen (Um)Frage, die, wie im richtigen Leben auch, keine weiteren Alternativen duldet, da allein schon das Denken in eine solche Richtung sakrosankt und elitenverachtend wäre.

Dazu haben wir kein Recht, das zeigt uns die Merkel-Junta immer wieder aufs Neue. Zur Beruhigung der verunsicherten Leser: Der Umfang der nachstehenden Auswahlmöglichkeiten ist in etwas gleich mächtig, wie er sich derzeit in Syrien gestaltet. Sie werden sich bei der Beantwortung ähnlich “cool” fühlen wie ein|e Syrer|in.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ob China oder Russland wirklich einen Regime-Chance in Deutschland wollen, sei mal so dahin gestellt.
    Trotzdem wird unsere trottelige Regierung einen Regime-Chance von ganz alleine und ohne jeglichen Einfluss von außen hinkriegen. Da bin ich mir sicher.
    Und wer ist dann Schuld? nein, nicht unsere trottelige Regierung…..

  2. Grandios.
    Das ist die ganz hohe Schule – einen todtraurigen Umstand nehmen und diesen mit Sarkasmus derart zu beleuchten, dass es wieder zum totlachen ist. Wie zur Zeiten des politischen Cabaret vor und kurz nach 1933.
    Selten so gelacht. Beim kurzen Innehalten jedoch bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn man realisiert das wir uns alle zu Mittätern haben machen lassen.

  3. Die hintersinnige Satire wird bestimmt von all denen unverstanden bleiben, die die USA für eine friedliebende Nation halten, die sich und uns nur gegen das Böse in der Welt verteidigt. Wer so blind ist, wird auch nicht verstehen, dass der Autor von einer allgemeinen politischen Gesetzmäßigkeit spricht:

    Politiker, die sich in ihrem Land mit allerlei Niedertracht an die Macht geboxt haben, sind fast zwangsläufig auch in internationalen Beziehungen darauf aus, mit allen Mitteln auf Kosten anderer supermächtig zu werden. Wer wie die „Merkel-Junta“ keine Chance hat, selbst supermchtig zu werden, fährt in diesem System am besten wenn er in den größten Arsch hinein kriecht.

  4. Grundsätzlich bin ich ja der Meinung meiner vor Kommentierer.

    Aber auch hier kann ich nur wieder die selbe Kritik üben. Die Darstellung des Autors lässt nicht wirklich einen Rückschluss auf einen bevorstehenden Regime-Change durch Russland und China zu.
    Es ist lediglich die Schlussfolgerung des Autors basierend auf allgemein gültigen Tatsachen. Es mag im Rahmen des Möglichen liegen, vielleicht ist es sogar wahrscheinlich das es dazu kommt.

    Ohne Quelle und damit Beweise für diese Theorie, nichts weiter als Polemik und in der Form vom Main-Stream wieder sehr leicht als Verschwörungstheorie abzutun. Schade, hab mich auf Russische-Dokumente gefreut, die endlich die Wahren absichten Putins offenbaren.