in Gesellschaft

Um die Aufmerksamkeit der Beobachter des NSU- Prozesses von diesem wegzuleiten, haben Behörden heute früh ein billiges Ablenkungsmanöver gestartet.

Aus aktuellem Anlass – Der NSU- Prozess ist peinlich, keine Frage. Aller Welt Augen sind derzeit auf München gerichtet, auch die der Deutschen. Während die Welt staunend erfährt, dass die Beteiligung deutscher Geheimdienste an der Mordserie vom zuständigen Gericht konsequent ausgeklammert wird, wird Merkels Konterfei in den südlichen Peripheriestaaten Europas durch ein ebenso unmodisches wie albernes Stutzbärtchen verziert. Da muss Ablenkung her. Wenn die Obrigkeit etwas nicht länger vertuschen kann, dann startet sie ein Ablenkungsmanöver, um den öffentlichen Fokus auf ein anderes Thema umzulenken. So auch heute. Die ‘Revolutionären Aktionszellen’ (RAZ) haben Besuch bekommen. Von den Landeskriminalämtern und zwar in Berlin, Stuttgart und Magdeburg. 300 Beamte waren dabei im Einsatz und haben heute früh 21 Wohnungen auf links gedreht. Die RAZ gibt es tatsächlich. Seit 2009 haben sie unterschiedliche kleine Zellen gebildet, lose miteinander vernetzt. Die Qualität ihres strategischen Denkens hält sich in Grenzen. So glauben die vermutlich noch recht jungen Aktionsrebellen, in unserem Land seien so viele Institutionen abhängig miteinander verwebt, dass es völlig genüge, die Fäden zu durchtrennen.

Indem man Abgeordneten 8mm- Patronen zuschickt, die Tür eines Jobcenters in die Luft jagt oder literweise Farbe und Steine auf Behördengebäude schmeißt. Und anschließend auch noch seine Initialen RAZ gemeinsam mit Hammer und Sichel an die Wand sprayt. Che Guevara würde sich vermutlich totlachen, wenn er es nicht schon wäre. Damit sind die Jungs und Mädels von der kommunistischen RAZ das perfekte Ziel, um die dröge Meute vom NSU- Prozess abzulenken. Vorausgesetzt, die Medien machen mit. Machen sie, und wie. Seit heute mittag feuern unsere Medien im Stundentakt eine Salve nach der nächsten auf die staunende Schlafherde ab. Die Gelegenheit ist einfach zu günstig, neben dem vielen braunen Behördenstaub auch noch etwas roten Revoluzzerstaub aufzuwirbeln. Es kann davon ausgegangen werden, dass Polizei und Geheimdienste die Zellrevoluzzer schon seit geraumer Zeit auf dem Schirm haben. Letztere sind Anfänger, keine Profis. Und jetzt war die Gelegenheit günstig, sie nicht nur zu beobachten, sondern öffentlichkeitswirksam an die Wand zu nageln. Dies wird nun in den nächsten Tagen von eifrigen Presstituierten bis zum Erbrechen hochgekocht werden. Bon appétit.

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