in Gesellschaft

Die Lebensmittel- und Getränkekonzerne Nestlé und Coca Cola wollen das größte natürliche Wasserreservoir in Südamerika privatisieren. Der Wasserspeicher befindet sich unter Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Nach Berichten einer brasilianischen Zeitung schreiten die Verhandlungen zur Privatisierung mit den Behörden der Regierungen voran. Den privaten Konzernen sollen Konzessionsrechte vergeben werden, die sie zur Nutzung der Quellen benötigen. Die Verträge sollen für hundert Jahre geschlossen werden.

Das erste Gespräch zwischen Coca Cola, Nestlé und den Regierungsbehörden Südamerikas fand am selben Tag statt, an dem der Abstimmungsprozess für die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Rousseff eröffnet wurde. Zufall? Das Problem der Wasserprivatisierung wird jedoch nicht nur die Menschen in Südamerika betreffen. Bekommen die beiden Konzerne die Konzession, ist der Schritt für weitere Konzessionen in anderen Ländern nicht mehr weit. Dann wird die Nutzung von frischem Trinkwasser bald kein Menschenrecht mehr sei, sondern in den Händen von profitorientierten Konzernen liegen.

Zwei Drittel des Reservats befinden sich in Brasilien. Sollte die Konzession vergeben werden, wären die Folgen für künftige Generationen verheerend. Menschenrechtsorganisationen führen daher seit Jahren einen Kampf gegen die Privatisierung von Trinkwasser. Nestlé soll bislang diese Informationen dementiert haben. Bereits Bolivien musste erleben, dass eine Bedingung für neue Kredite der Weltbank die Privatisierung des Trinkwassers war.

Im März 2018 fand in Brasilien das World Water Forum statt, das von großen Lobbyorganisationen wie der Weltbank oder großen Wasserkonzernen organisiert wird. Dort wird diskutiert, wie multinationale Großkonzerne vom Verkauf von Trinkwasser auf der ganzen Welt profitieren können. Die Wasserprivatisierung ist jedoch kein Problem von Südamerika. Überall machen Konzerne Vorstöße, Regierungen spielen mit. So brach auch die EU ihr Versprechen, die Wasserversorgung von der Privatisierung auszunehmen.

Denn wer die Macht über lebenswichtige Ressourcen hat, verfolgt allerdings nur profit-orientierte Interessen, jedoch nicht die der Menschen. Nestlé versuchte auch in Kalifornien trotz Dürreperioden Wasser immer weiter abzupumpen. Der kalifornische Staat hatte allerdings dagegen reagiert.

Der Chef des Nestlé Konzerns sagte einst: „Wasser ist kein öffentliches Gut, sondern benötigt auch einen Marktwert, wie jedes andere Lebensmittel“.

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Kommentar

  1. Die Regierungsbehörden sind charakterlos bis in die Knochen. Sie nehmen in Kauf – was man sich an 5 Fingern abzählen kann – dass die Bevölkerung einmal nicht mehr ihr Grundnahrungsmittel Wasser bezahlen kann. Das Volk braucht eine solche „Regierung“ nicht, es käme viel besser ohne diese Schießbudenfiguren zurecht.

  2. CO2 ist auch kein öffentliches Gut und benötigt dringend einer Bepreisung. Da funktioniert es halt andersrum. Logischer Schluss wäre, dass kohlensäurehaliges Tafel- bzw. Mineralwasser gratis und umsonst sein muss. Leider wird es wohl doppelt bepreist, besteuert und abgabenbelegt sein. Alois, Gott hab´ ihn seelig, meinte:“Steuern werden ausgemacht, soviel, dass es keiner mehr zahlen will…“

  3. Die USA und das Kapital sind nun mal nicht die Caritas und der IWF mit Chefin Lagarde vergab z.B. Gelder an Afrika, aber erst mussten sie ihr TRINKWASSER PRIVATISIEREN sprich dem IWF und damit den USA übereignen und treibt damit diese Länder in die Abhängigkeit, denn dieser Kredit recht naturgemäß nicht lange. Und Trumps Sanktionen gegen den Iran verhindern deren Staatseinnahmen aus dem Ölverkauf, der muss sich Geld aus Steuererhöhungen beschaffen, was das Volk zu Unruhen anstiftet ganz im Sinne der USA! Beispiele dafür kennen sie Alle. Wohltäter? besser Übeltäter der Welt!

  4. wasser darf nicht privatiert, es gehört nicht in die Hände einiger,weniger Industriebosse. Das ist ein Allgemeingut und das wichtigste Lebensmittel. Dafür sollte sich Frau Merkel einsetzen und nicht immer mehr Steuern den Bürger aufladen. Nur mal nach Afrika oder Inden schauen, wo das Wasser privatisiert wurde, und die Menschen jetzt erbärmlich leben, da sie „Ihr Wasser“ nicht mehr nutzen dürfen

  5. Wasser in Südamerika?
    Wem gehört das denn eigentlich?
    Gehört Südamerika jetzt denn schon zu Deutschland?
    Habe ich da etwas verpasst?