in Finanzsystem

Beim Thema Zinsen gehen die Emotionen hoch. Bedauerlicherweise ist das keine gute Basis für Erkenntnisfortschritte.

„Ich bin kein Freund der Zinskritik.“ Diese Worte eines bekannten österreichischen Wirtschaftsforschers bei einer Diskussionsrunde werden mir unvergessen bleiben. In derselben Diskussion unterstrich dieser Wirtschaftsforscher die Ergebnisse seiner Studie, in der er zu dem Schluss kommt, dass die zunehmende Ungleichheit in der Verteilung von Vermögen und Einkommen ein Hauptauslöser der Wirtschaftskrise sei.

Irrationale Reaktionen

Beim Thema Zinsen gehen die Emotionen hoch. Beim Äußern von Zinskritik kann man sich darauf verlassen, dass der Großteil der Reaktionen irrational sein wird. Die erklärbaren Gründe dafür sollen hier nicht von Belang sein. Dieser Text ist für „Fortgeschrittene“ – für Menschen, die bereit sind, sich trotz einer ersten irrationalen Reaktion rationalen Argumenten zu stellen.

Gängige Irrtümer

Geld ist eines der am wenigsten durchschauten Phänome des praktischen Lebens. Dementsprechend groß ist der Mangel an Erkenntnis (Spinozas Definition von „Irrtum“) auch bei damit verwandten Themen, wie eben bspw. Zinsen.

Oft hört man: „Wer keine Schulden macht, zahlt keine Zinsen.“ Das wäre schön. Ist aber unwahr. Verschuldete Unternehmen schlagen die Zinslasten, die sie zu tragen haben, auf die Warenpreise. Je nach Studie beträgt die durchschnittliche Zinslast in den Warenpreisen 25% (Prof. Dr. Christian Kreiß, nach dem Gutachten des Sachverständigenrats der deutschen Wirtschaft) bis 34% (Helmut Creutz). Bei den Wohnkosten liegen diese versteckten Zinslasten sogar noch höher. Jeder Konsument zahlt somit Zinsen und zwar ständig! Geht man von 25% versteckten Zinslasten aus, weiß man, wieviel ein Haushalt pro Jahr an Zinsen zahlt, auch wenn er keine Schulden hat. Es ist nun einfach auszurechnen, wieviel zinstragendes Kapital ein Haushalt haben müsste, damit dieser durch Sparzinsen mehr verdient, als er durch den Konsum Zinsen zahlt: Bei einem realen Sparzins – also nach Abzug der Inflation – von 2% wären mindestens 300 000 Euro zinstragendes Kapital notwendig. (Und wie groß ist schon der Anteil der Haushalte, für die das gilt?)

Wir leben also in einem System mit „umgekehrter Vermögenssteuer“: Wer wenig oder kein zinstragendes Kapital hat, zahlt diese „Steuer“. Wer vermögend ist, erhält entsprechende Einnahmen aus dieser „Steuer“.

Mathematik folgt keiner Ideologie

Blinder Glaube an den Sinn oder Unsinn von Zinsen ist heute nicht mehr notwendig. Wir verfügen über Wissen und Werkzeuge, um ganz nüchtern-rational die Konsequenzen von Zinsen klar feststellen zu können.

Die „Dynamische Analyse“ von Prof. Dr. Jürgen Kremer, die die Entwicklung von Volkswirtschaften über einen Zeitraum von 50 Jahren untersucht (Simulation hier), zeigt ganz klar: unter realistischen Anfangsdaten und Standardannahmen werden die Volkswirtschaften langfristig instabil, wobei sich der Zinssatz am Kapitalmarkt als der wesentliche verursachende Faktor herausstellt.
Man kann diese „Nebenwirkungen“ von Zinsen nun mögen oder nicht – aber die Mathematik sollte akzeptiert werden. Mathematik folgt keiner Ideologie. Angemerkt sei noch, dass die zinsbedingte Ungleichverteilung von Vermögen nicht durch (höhere) Vermögenssteuern, wie sie von manchen politischen Gruppierungen propagiert wird, aufgehoben werden kann. (Die Exponentialfunktion lässt sich so nicht „austricksen“.)

Die Grenzen der Zinskritik

Nachdem, was die Mathematik unmissverständlich demonstriert, fällt es schwer, Zinsen als gerecht oder gar nachhaltig zu bezeichnen. Doch wäre der Kapitalismus nach der Abschaffung von Kapitalzinsen ein gerechtes Wirtschaftssystem? Nein. Leider nicht.
Selbst ohne Kapitalzinsen gibt es immer noch leistungslose Einkommen aus Vermögen, wie bspw. Pacht und Miete. Wer als Kind vermögender Eltern zur Welt kommt, kann so leistungslos das geerbte Vermögen vergrößern, wohingegen jemand aus einer mittellosen Familie dazu verdammt ist, sogar einkommenslos Leistung zu erbringen – denn die leistungslosen Einkommen der einen bedürfen immer einkommensloser Leistungen anderer. Gerecht ist etwas anderes.

Welche Gesellschaft wollen wir?

Die Dogmen unserer derzeitigen Wirtschaftsordnung stoßen immer mehr an die Belastungsgrenzen des Planeten und der Gesellschaft. Ein historischer Umbruch ist also genauso notwendig wie unausweichlich. Wir gestalten diesen Umbruch, jeder einzelne von uns ist selbst verantwortlich. Wir entscheiden.

Wollen wir wirklich eine Gesellschaft, in der die Masse nur der Vermögensvermehrung einiger weniger dient? Oder wollen wir eine Gesellschaft, in der jeder Mensch möglichst gleiche Chancen auf eine freie Entfaltung hat?
Die „Eliten“ wollen uns weismachen, unser Dasein als Nutzmenschen wäre alternativlos. Ist es so? Oder ist es vielmehr so, dass das Mantra „alternativlos“ eines Menschen nicht würdig ist, weil wir Menschen die kreativste Spezies auf diesem Planeten sind?

If the mountain won’t move, build a road around it.
If the road won’t turn, change your path.
If you are unable to even change your path, transform your mind.

Nutzmenschen – IMNH: Monetärer Vampirismus (corr.)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=u87-MUBmGEM[/youtube]

Autor
Reinhold Mannsberger (39), Software-Architekt und Systemanalytiker, lebt in Wien und ist Initiator eines Volksbegehrens, das sich für eine gerechte Geldordnung einsetzt.

Lesen Sie dazu auch:

EFSF und ESM: Wo sind die Rettungsmilliarden geblieben?

 

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Kommentar

42 Kommentare

  1. Diese Zinsenlast ist eine der grössten Ausbeutungen eines Volkes, die Banken haben schon immer sowie auch die Reichen durch die Zinsendifferenz massive Gewinne erwirtschaftet. Zusätzlich investiert ein Produzent über Kredite wodurch sich der nächste Gewinn ergibt über Steuergewinn. Diese Nichtlasten werden in falscher Darstellung vor dem Gesetz zu einer weiteren Preiserhöhung, die jedoch nicht berechtigt ist. Da unser staat ein Enteignungsrecht inne hat könnte Österreich ein un verschuldetes Österreich sein, steht die Möglichkeit im Raum ob der Staat diesebezüglich womöglich spekuliert. Zur Verantwortung gezogen werden leider immer Jene die einen Überlebenskampf als das höchste Gut bezeichnen können. Da war doch Carleone noch großzüg Boss.

  2. Sehr gelungener Artikel, bringt er doch die aktuellen Problematiken unserer Gesellschaft auf den Punkt:
    Als es vor über 200 Jahren daran ging, die Menschen aus den Fängen des Feudalsystems mit dem Ruf „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zu holen, wurden die Besitzlosen 90% Leibeigenen leider nur aus der Enge des Feudalherren in ein etwas größeres Freigehege entlasse. Weil der Leibeigene aber nichts besaß, um an der Wirtschaft brüderlich mitzumischen, hatte er nun immerhin die Freiheit, sich als Lohnsklave seinen Herren auszusuchen (mehr oder weniger).
    Nur wer so viel Land besitzt, um sich davon selbst zu ernähren, hätte die wirkliche Freiheit, so meine Meinung.
    Ein Bodenreform wäre als ein Muss …
    VG Martin

  3. „Angemerkt sei noch, dass die zinsbedingte Ungleichverteilung von Vermögen nicht durch (höhere) Vermögenssteuern, wie sie von manchen politischen Gruppierungen propagiert wird, aufgehoben werden kann.“

    Wieso? Bitte um mehr Informationen zu diesem Punkt!

  4. DAS ZINSSPIEL BRINGT WIE IM MONOPOLY LETZTENDLICH ALLE IN DIE BESITZLOSIGKEIT, ALSO WENN KEINEM MEHR ETWAS GEHÖRT können ALLE alles benutzen, soweit der mensch sich auf augenhöhe wiedererkannt hat. gelingt im das?

  5. Zur Tabuisierung der Zinskritik: Ich frage mich: wem nützt`s? Meine Antwort:
    Wenn ich zu denen gehöre, die an Zinsen verdienen, und es gelingt mir, dieses Thema zu tabuisieren, dann sichere ich mein bequemes Einkommen.
    Tabu bedeutet: Nicht diskutabel (oder auch „alternativlos“)
    Zinskritik tabuisieren ist einfach: Ich gründe z.B. eine Partei, die den freien Markt propagiert (nützt der Elite). Z.B. die Partei der Vernunft. In Diskussionen zum Thema wird der Zins als das „natürlichste der Welt“ hingestellt, „diese Zinskritiker“ werden mit Hitler in Zusammenhang gebracht, was sie sagen ist „gefährlich falsch“, sie sind „partiell unzurechnungsfähig“ usw. …
    Sehr schön ist diese Dogmatik hier zu hören: http://www.youtube

  6. Ein Beispiel mit dem Zinssatz 8 % (wenn der Zins niedriger ist, ist der Zeitraum länger, der gleiche Effekt)
    1948 Einführung der DM – heute 2012 = 64 Jahre (8 x 8 = 64)
    1 Million (nur vorgezeigtes Geld) verdoppelt sich bei 8 %
    Zins ohne Arbeitseinsatz innerhalb von 8 Jahren.
    1956 waren es 2 Mio., 1964 bereits 4 Mio. usw.
    2012 ist 1 Mio. schon 256 Mio. (ESM-Vertrag)
    2020 sind es 512 Mio., in 16 Jahren wird die Milliarde
    überschritten.
    Keine Volkswirtschaft erwirtschaftet innerhalb von 16 Jahren für ein Darlehen von einst 1 Mio. ca. 750 Mio. Zins?
    Nur Dummköpfe glauben, dass der Euro durch den ESM gerettet wird. Eine Totgeburt!
    Wohin gehen diese Milliarden? Wer gibt dem Staat die Billionen?
    Wer verdient und wer verliert durch…

  7. „Geld ist eines der am wenigsten durchschauten Phänome des praktischen Lebens.“

    „Der Kreditzins, den Unternehmer für Investitionskredite an die Geschäftsbanken zahlen, besteht aus der Bankmarge und dem Guthabenzins, den die Geschäftsbanken an die Sparer zahlen. Die Bankmarge minus Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) minus Personal- und Sachkosten ist der Gewinn der Geschäftsbanken vor Steuern, und der Guthabenzins der Sparer ist die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) plus Knappheitsaufschlag plus Inflationsaufschlag. Der Realzins (Sparer-Gewinn) ist der Guthabenzins minus Inflation.“
    aus „Der Zins – Mythos und Wahrheit“
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  8. Dankeschön für den Artikel.
    Ich kenne die Argumente und kann sie gut nachvollziehen. Allerdings würde ich gerne wissen, welche funktionierende Alternative zum Zinsgeld es gibt. Ich vermute: Keine.

    • Es gibt das Modell der Umlaufsicherung bzw. des fließenden Geldes. Siehe dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufsicherungsgeb%C3%BChr

      Wie beim Grundeinkommen gibt es auch hier zur Finanzierung und konkreten Umsetzung verschiedene Vorschläge und natürlich auch Kritik. Weil man recht wenig Konstruktives darüber hört, ist es leider auch nicht so einfach, sich eine Meinung darüber zu bilden – echt schade eigentlich, diese Alternative sollte man diskutieren.

  9. an Elukas912: vermuten, glauben, usw. … heisst nicht wissen und damit ist man anfällig für allerlei abstruses in jederlei hinsicht.

    es gibt IMMER alternativen. die frage ist wer verhindert sie? wer profitiert vom derzeitigen system? somit werden die dzt. profiteure erkannt und man kann alternativen entwickeln.

    • In ersten Absatz steckt eine ziemlich unangebrachte Überheblichkeit. Den Sinn des Satzes ‚glauben ist nicht wissen‘, sollte man schon verstehen, bevor man Menschen ,die nicht dem Hochmut verfallen sind, zu glauben alles zu ‚wissen‘, rhetorisch in das Licht von religiösen Spinnern/sonstige Idioten.

      Aber bitte, Sie als Wissender, bitte ich Quellen irgendeiner Art anzugeben, die solche Alternativen aufzeigen.

  10. Geldtheorie

    „Man sollte alles so einfach wie möglich sehen – aber auch nicht einfacher.“

    Albert Einstein

    Der folgende Text des Freiwirtschaftlers Hermann Bartels ist wie kein zweiter geeignet, die Funktion des Geldes als in einer arbeitsteiligen Wirtschaft unverzichtbares, gesetzliches Zwischentauschmittel allgemeinverständlich und wissenschaftlich korrekt zu erklären. … Lediglich an staatlichen Hochschulen indoktrinierte „Wirtschaftsexperten“ sowie vom kollektiv Unbewussten gewählte „Spitzenpolitiker“ (Vorurteilsträger) können auf gewisse Verständnisschwierigkeiten stoßen:

    Geldtheorie

  11. Ich war selbst Zins- & Geldsystemkritiker über 10 Jahre lang. Doch musste ich feststellen, dass sie grösstenteils FALSCH ist. Die Analyse der Zinskritik ist oberflächlich und fast nur Symptombehandlung. Man muss tiefer einsteigen und die ganze Wirtschaft in ihrem Zusammenhang überhaupt wieder verstehen lernen, angefangen bei Ihren Wurzeln, der Arbeitsteilung & dann zur weiteren Komplexität Geld hinzu verstehen.

  12. Was ist alles falsch bei der Zins- & Geldsystemkritik:
    1. Dass die fehlenden Zinsen bei der Geldschöpfung zu stetig steigenden Schulden/Geldvermögen führen ist falsch; denn die fehlenden Zinsen muss ich z.B. als Kreditnehmer nicht zwingend als neuen Kredit aufnehmen, sondern kann sie direkt mit Leistung für die Banken & ihre Angestellten abgelten! Selbst wenn ich sie zusätzlich als Kredit aufnähme, kann ich sie direkt über das Einkommen der Verrechnung meiner Leistungen an die Bank zurückzahlen.

    • Wenn dem so wäre, warum verlaufen dann nahezu alle „Schuldenkurven“ exponentiell? Und warum versuchen die Volkswirtschaften diesen Effekt mit langfristig sinkenden Zinsen auszugleichen? Warum führt geringe Neuverschuldung bzw. das Sinken der Schuldenstände wie zurzeit tlws. in der Eurzone zu Rezessionen/Depressionen?

      Die speziele Kritik von Ihnen teile ich nicht.

      VG

      • @Topperhopper: Die Rezession in der Eurozone hat mit Deflation bzw. sinkenden Löhnen unter Produktivität zu tun. Deutschland ist das Paradebeispiel dafür.
        Was die exponentiellen Schuldenkurven betrifft; Zins dafür verantwortlich zu machen ist oberflächlich, man muss tiefer gehen & die wirtsch. Komplexität beachten. Denn die Geldvermögen steigen doch nicht nur wegen Zinsen! Sondern auch über alle Rendite-Formen! Die Ursache für die exponentiell wachsenden Schuld-&GeldSparVermögen ist eher in Sparen & sinkenden Löhnen zu suchen.

        • Die Rezession hat mit der Deflation zu tun. Richtig. Deflation bedeutet ja auch eine sinkende Geldmenge. Daraus folgen dann sinkende Preise.

          Warum soll bei sinkenden Löhnen des GESAMTvermögen steigen? Warum soll beim Sparen das Gesamtvermögen steigen? Beides wirkt sich höchstens auf die Vermögensmehrung der Arbeitgeber bzw. der Sparer aus.
          Das Gesamtvermögen bzw. Schulden steigen, weil immer mehr Geld in Umlauf gebracht wird. Und diese Inflation ist notwendig, weil das Geld- bzw. Wirtschaftssystem nur so am Laufen gehalten werden kann.

          VG
          Sorry, ich bleibe dabei.

          • Deflation bedeutet sinkende Preise aufgrund sinkender Nachfrage, nicht allgemein sinkende Geldmenge, nur das Geld das am Markt nachfragt und nicht auf irgendwelchen Konten liegt hat einen Einfluss auf den Preis!

  13. 2. Zins als Umverteiler scheint zwar zu stimmen, doch der Schein könnte trügen. Die Zinsanteile in den Preisen, die von unten nach oben umverteilt werden wie behauptet, fliessen ja, falls die reichen Geldvermögensbesitzer diesen Anteil in der Wirtschaft wieder ausgeben, als Erträge für die Unternehmen, dann als Löhne ja wieder zurück! Oder zumindest teilweise zurück. Und was wirklich umverteilt eben nicht der Zins ist, sondern SPAREN! Was ja auch Gesell teilweise erkannte. Und es ist nicht nur Sparen alleine, sondern noch der Zusammenhang, weshalb man überhaupt spart. Ein Motiv dafür ist die allg. Einschätzung der versch. Markteilnehmer über die zukünftige Erwartung des wirtschaftlichen Verlaufs; positiv oder negativ.

    • Deshalb ist es auch falsch zu sparen. Geld auf die Seite legen für schlechtere Zeiten ja, aber man muss damit in kauf nehmen, dass dieses Geld weniger Wert wird. Das Geld, dass man aus einem Kreislauf abzieht, muss zwangsläufig wieder zurück und nicht vergütet werden. Die Geldmenge sollte nur Angebot und Nachfrage geregelt werden, wie es von den Kapitalisten gewünscht, aber nicht von irrationalen Geldtransfers, Wetten, Kurssteigerungen etc. die niemanden etwas bringen, sondern für die REALWIRTSCHAFT von belangen sind. 1,5% der getätigten Geldtransfers heute, ist für die Realwirtschaft von belangen. Geld muss fließen und nicht irgendwo sinnlos hin und her geschoben werden, oder irgendwo veranlagt. Dies entzieht dem Wort Geld jeden Sinn.

  14. 3. Zinsen seien ungerecht, weil leistungslose Einkommen ist teilweise falsch, denn was ist daran ungerecht, für ein Haus das man sich erarbeitet hat, gegen Zins zu vermieten. Ist doch nichts weiteres als eine Entschädigung dafür, dass ich selbst nicht darin wohne bzw. nutze, somit ein Lohn für meine Arbeit/Leistung, das Haus gebaut zu haben, denn auch Kapital muss erarbeitet werden, zumindest teilweise …
    denn andererseits gebe ich zu, dass Entgelt für Boden- & Rohstoffeigentum, also letzten Endes nicht erarbeitet, ungerecht sind. Und das Erben von (nicht erarbeitetem) Kapital dann auch dazugehört.

    • Sehr geehrter Hr. Nardone.
      Sie verwechseln hier Mietzins (Zins auf etwas, dass real ist, erarbeitet wurde, unter diesem Wirtschaftssystem so gut wie nie unendlich wachsen oder noch schlimmer exponentiell wachsen kann) mit Zinsen auf Geld (Geld kann in unserem jetzigen System nicht erarbeitet werden, es vermehrt sich von selbst und die Bedarfsmenge wird von niemandem kontrolliert). Geld auf Kosten von Geld zu kreditieren ist ein Widerspruch in sich. Können sie Geld erstellen? Können sie nur von Tauschhandel leben? Eher nicht… Es besteht ein gewaltiger Unterschied ob ich „Zinsen“ für etwas verlange was real ist oder ob ich Zinsen verlange für etwas, dass sich unendlich oft vermehren lässt. Mietzins ist nicht gleich Zins…

  15. 4. Da Geld Schulden sind ist das Geldsystem ein Systemfehler, da man nicht schuldfrei sein kann: Geld ist einerseits ein Bewertungsmasstab, deshalb benutzt man auch Zahlen, das Leistungen bewertet. Andererseits ist Geld eben eine bewertete Forderung nach Gegenleistung in Form von Güter & Dienstleistungen, denn das sind die Werte, nicht Geld bzw. Zahlen! Und wo eine Forderung besteht, muss auch logischerweise eine Verpflichtung bestehen; Geld ist Buchhaltung. Und ja eine Volkswirtschaft kann nicht schuldfrei sein, der Eine oder Andere aber schon. Was ist daran denn genau ein Fehler? Ist doch eher ein Fortschritt gegenüber ein Geld das aus einem knappem, äusserst begehrtem & für die Industrie nützlichem Material wie Gold.

    • Geld ist nicht gleich einem Güter (wie Gold). Geld ist von den Menschen erschaffen worden, um den Tauschhandel zu erleichtern. Sonst nichts. Ob das Geld jetzt in Gold, in Buchungszeilen einer Bank, in einer Kartoffel oder in Wasser besteht ist irrelevant. Geld ist nicht gleich Schuld. Geld ist zum Austausch von Waren gedacht. Nicht zum Sparen, nicht zum Zocken. Rein als Investition. Dies kann aber nur funktionieren, wenn man Geld einem Kreislauf unterordnet. Geld muss in einem Kreislauf bleiben, damit die Wirtschaft „arbeiten“ kann.

    • Wo ist denn der Denkfehler bitte? können Sie auf die Punkte eingehen? Vielleicht sollten Sie noch einmal ganz von vorn anfangen, angefangen bei der Arbeitsteilung, Marktwirtschaft & Geschichte des Geldes.

        • „Da Geld Schulden sind…“ auf diese Bemerkung antworte ich! da viele Geldsystemkritiker eben das glauben. Und was ich verwechsle spielt keine Rolle, denn ZBG sind auch Ansprüche auf Werte wie Aktien, Devisen, Gold! ZBG entstehen auch aus dem Nichts wie Buchgeld der Geschäftsbanken.
          Wo sind aber meine Denkfehler bezüglich Zins als Umverteiler, leistunglose Einkommen & dass sie fehlen?

  16. Die Leute müssen endlich verstehen, dass bei unserem so genannten Schuldgeld-System für alles in den Markt gegebene Geld, Schulden generiert werden, die ohne Zinsen im gesamten getilgt werden könnten in dem exakt alles Geld vom Markt zurückgezahlt wird.

    Da bei uns im Westen auf jedes im Markt befindliche Geld dem Gelderzeuger oder dem Weiterverleiher Zinsen zu zahlen sind existiert kein Geld für Zinsrückzahlungen. Jeder der es schafft Zinsen zu bezahlen jagt das Geld einem Andern ab, dem es dann um so mehr fehlt..

    • Geld ist nicht einfach ein Schuldgeld-System, sondern beides Vermögen & Schuld zugleich! Geld ist Buchhaltung, da muss man doppelt buchen; Aktiven/Passiven, geht nicht anders & ist nicht das Problem. Geld ist keine Ware, sondern reine Bewertung & Forderung auf Ware & Dientsleistung. Und eine Forderung kommt nie alleine, sondern immer nur mit einer entsprechenden Verpflichtung. Und selbst wenn Geld eine Ware wie Gold oder Kartoffeln wäre, müsste man diese Waren ja zuerst noch erarbeiten, d. h. Geld wäre wieder dasselbe; Aktiven/Passiven bzw. Ertrag/Aufwand zugleich! Ist das so schwierig zu verstehen?

    • „… existiert kein Geld für Zinsrückzahlungen“. Falsch, denn sie müssen nicht zwangsläufig existieren um sie zurückzuzahlen, man kann sie nämlich über eine Arbeitsleistung den Banken-Mitarbeiter gegenüber entgelten!

  17. ..und genau damit hat die Bank den Bürger „versklavt“ ohne dass dieser es oft merkt, denn die Bank gibt wieder einen Kredit aus um den alten zu bezahlen, wohlgemerkt wieder mit Zinsforderung für deren Bezahlung wieder kein Geld in den Markt gegeben wurde.

    Daraus resultiert dann mit der Zeitlichen Entwicklung ein exponenzielles anwachsen der Schulden Menge eines jeden solchen Finanzsystems bis dann irgendwann die Schuldenmenge so astronomisch hoch ist dass der Crash da ist. Geld ist dann im Verhältnis zur Schuldenmenge fast keines mehr im Markt.

    Wäre nun zum Beispiel das Recht Zinsen zu verlangen nur in staatlicher Hand, wäre das nicht weiter schlimm, da dieser dann Schulden Schnitte durchführen könnete ohne den Büger zu „würgen“.

  18. der eigentliche Skandal sind die Privaten Institute die dem Staat oder dem Bürger direkt Geld leihen und kein Interesse an Schuldenschnitte haben, da sie damit ein Druckmittel zum leistungsfreien Geldverdienen haben.

    Dies gilt es zu verstehen und aufzuwachen.

  19. hallo …….. bitte mal augen öffnen.

    … wenn das mit dem system und dem zins funtioniert oder besser gesagt funktionieren würde, dann müßte unsere welt jetzt wie ausssehen ?

    auf jedenfall anders …… irgendwie funktionierender.

    Es geht doch schon los mit der frage, … was ist geld überhaupt, … tauschmittel oder wertanlage ?

    … wie kann sich überhaupt etwas vermehren ohne auch nur irgend einer reaktion, das gibt es in der ganzen natur nicht …… und die natur besitzt das best funktionierende system, es funktioniert schon millionen von jahren ……

    Die frage lautet nicht ….. kommt ein neues system ? ….. sondern wann kommt ein neues system ?

  20. Hah, besonders schön ist:
    Auch eine hohe Vermögenssteuer trägt nicht dazu bei, das Vermögen umzuschulden :-)
    Ich denke aber, dass die Vermögenssteuer zumindest bei Beibehaltung der aktuellen Ordnung ein Zeiger in die richtige Richtung ist, das System zumindest etwas zu entschärfen. Helfen wird es nicht ala „jetzt im Paradies“, aber eine hohe Vermögenssteuer wäre zumindest schon mal garantiert nicht schlechter als jetzt.

  21. So einen Haufen manipulatives Zeugs liest man sonst nur auf Hartgeld.com.

    Beispiel:
    „durchschnittliche Zinslast in den Warenpreisen geht von 25% bis 34%“

    Wieviel ist der durchschnittliche Zinsertrag bei Einkommen? Oder verschwinden die „gezahlen Zinsen“ im Nirvana?

    • Solche Antworten bekommen sie jedesmal von der Politik, wenn sie sich über etwas aufregen. Wenn man etwas nicht verstanden hat, sollte man nicht darüber in solch einem sarkastischem Unterton urteilen. Denken und recherchieren kann so weit ich informiert bin, jeder halbwegs denkende Mensch.

    • Solche Antworten bekommen sie jedesmal von der Politik, wenn sie sich über etwas aufregen. Wenn man etwas nicht verstanden hat, sollte man nicht darüber in solch einem sarkastischem Unterton urteilen. Denken und recherchieren kann so weit ich informiert bin, jeder halbwegs denkende Mensch.