in Finanzsystem

Das Wort „Währungsreform“ löst bei vielen Menschen in Deutschland lediglich Achselzucken aus. Wer glaubt an eine Reform, die wir in Deutschland – subjektiv betrachtet – kaum kennen? Tatsächlich erklärt jetzt ein Währungsexperte, dass es bei uns eine Währungsreform geben wird: Frank Walter von der „Ersten Finanz- und Vermögensberatung efv“ im Interview mit der „Focus Money“.

Schattenwährung….

Der Experte erklärt den Euro schon jetzt zur „Schattenwährung“. Den Euro würde es ohnehin nur noch des politischen Willens wegen geben. Künftig aber wird es seiner Ansicht nach gleich zwei verschiedene Welten für den Euro geben. Eine „physische“ und eine „elektronische“ Euro-Welt. Bargeld würde immer unwichtiger werden, so die Expertenmeinung.

Die Währungsreform selbst sei technisch kein großes Problem. Er erinnert an eine Währungsreform, die schlicht die „Neubewertung einer Zahl“ durch staatliche Verordnung sei. Beispielsweise gab es in Italien unter dem damaligen Regierungschef Bettino Craxi eine solche Reform. Aus 100 Millionen italienischer Lira wurden sozusagen im Handstreich 100.000 italienischer Lira.

Interessant sei vielmehr, „warum“ es zu einer solchen Reform komme. Schulden. Die seien dann gerechtfertigt oder zumindest nicht „schlimm“, wenn damit Leistungen erbracht würden: Investitionen in die Infrastruktur oder in die Bildung etwa. Wenn aber diese Schulden nur durch das Drucken weiteren Geldes gedeckt würden, dann sei es kritisch. Dann wäre die Währungsreform nicht weit.

Damit beschreibt der Experte exakt die Situation, die wir derzeit erleben. Zumindest in der Euro-Zone. Die Währungsreform sei zudem nur „der Tausch von Guthaben der Bürger gegen die Schulden des Staates“. Der Ablauf der Währungsreform sei vergleichsweise überschaubar: Es würde eine neue Währung eingeführt. Beispielsweise, wobei dies gleich sei, die D-Mark in Deutschland. Die spezifische Kaufkraft, die „zugewiesen“ würde, wäre dann allerdings bezogen auf die Erfahrungen, die bereits aus ähnlichen Prozessen vorliegen, nur bei etwa einem Zehntel.

Der Zeitpunkt, wann es so weit ist, ließe sich nicht festlegen. Aber: Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es so käme, läge bei 100 %.

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