in Finanzsystem

Wer als Normalverdiener auf den monatlichen Bankauszug schaut, bekommt das Grausen. Allein die Ausgaben für ein normales Girokonto erhöhten sich in den letzten Monaten teilweise um ein Vielfaches. Davon bekommt der Gutverdiener wenig mit, denn bei vielen Bankhäuser bedeutet ein guter Verdienst eine (fast) kostenfreie Bank. Dabei wäre der umgekehrte Weg, der gute Weg: Wenigverdienern ein kostenfreies Konto anzubieten und die Besserverdienenden einige Cents für die Kontoführung zu berechnen.

Nun könnte ein Umdenken stattfinden, da man mit Minuszinsen droht. Diese Minuszinsen werden den Normalverdienenden kaum interessieren, wohl aber jene, die ihre Gelder horten. Doch Minuszinsen könnten somit die Chance für die Binnenwirtschaft sein. Denn die Geldaufbewahrung kostet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man für nichts zahlen soll. Wer für „Nichts“ zahlt, kann aber nicht reich werden. Somit wird der vom Minuszins bedrohte Kontoinhaber umdenken müssen. Dieses Umdenken könnte wiederum zu einer Kauflust führen. Von neuen Maschinen, über ein neues Auto, Fernseher oder anderer Luxusartikel. Somit würde der Binnenmarkt gestärkt werden, denn das Geldsystem funktioniert nur so lange, wie das Geld im Fluss ist.

Rotiert das Geld also, verdient neben dem Hersteller, dem Lieferanten auch der Verkäufer an dem Kaufgut mit. Eine soziale Umverteilung, im Sinne des Kapitalismus. Dies sichert neben Arbeitsplätze und sinnvolle Gehälter auch staatliche Steuereinnahmen. Alles also im Lot, könnte man meinen.

Doch der Staat, wie auch das Banksystem verzichtet gern auf ihre Einkünfte, solange diese wissen, wie man jenen Verzicht in ein Plus umwandeln kann. Und das können jene Institute bei den Kleinsparern, Angestellten und Arbeitslosen. Hier eine Zwangsabgabe mehr, dort eine Kontoführungsgebühr erhöht.

Dies widerspricht dem Vorwärtsdrang des Kapitalismus. Denn somit sind untere und mittlere Einkommensschichten vom sogenannten Aufschwung abgeschnitten und müssen auf einen Lottogewinn hoffen. Ebenso wird durch die Hortung des Geldes der Fortschritt abgebremst, da, wie oben kurz angerissen, das Geldumlaufprinzip gebremst wird.

Solange jedoch die EU und deren Staaten nicht an dieser Bremse rütteln, selbst noch daran profitieren, wird sich wenig ändern. Die soziale Marktwirtschaft, von der unsere Regierungen so gern sprechen, ist damit weder sozial noch eine Wirtschaft die sich am Markt orientiert. Seit Jahren verstärkt sich dieser Trend, den schon Marx und Engels vorhersahen und ihn als Endstufe des Imperialismus bezeichneten. Was dann passiert, erlebten wir schon: Bankenkrise, Währungskrise, Pleitestaaten – nur der Kollaps ist uns bis heute noch erspart geblieben. Es ist keine Frage mehr ob – sondern nur wann er kommt.

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  1. Funktionieren kann dieses System aber auch nur, wenn es kein Bargeld mehr gibt. Sonst hortet man sein Geld einfach wie vor 100 Jahren unter der Matratze. Problem ist nur, dass man komplett gläsern wird, wenn es kein Bargeld mehr gibt.

  2. Und das Problem, dass Geld durch private Banken faktisch über einen Buchungsvorgang (Bilanzverlängerung) aus dem Nichts erzeugt wird und die Zinsen dabei nicht mitgeschöpft werden, wird damit auch nicht gelöst.

    Auch nicht, dass der Staat weiter fleißig Schulden bei Privatbanken machen wird, der Bürger stottert ja ebenso fleißig ab – über Steuern.

    Private Banken werden niemals freiwillig auf das Goldene Kalb Zins verzichten. Das sieht man ja auch jetzt. Merkt denn der Kreditnehmer etwas davon, dass der Leitzins der EZB gegen Null tendiert?

    Und mit dem Moloch EZB ist der Traum von der Alternative ECHTER staatlicher Zentralbanken mit tatsächlicher Kontrolle über die Geldschöpfung in unendlich weite Fernen gerückt.