Mit Russland: Türkei plant Ausstieg aus Dollar Imperialismus

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Die Türkei möchte den US-Dollar als Leitwährung beim Handel mit Russland ablösen. Stattdessen sollen der Rubel und die Türkische Lira als Zahlungsmittel dienen. Damit möchte das Land künftige Sanktionen gegen Russland umgehen. Denn Russland ist der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Doch für die USA und die NATO könnte das ein großes Problem werden.

Der US-Dollar als Weltleitwährung

Der US-Dollar ist traditionell die Weltleitwährung. Doch die Türkei plant scheinbar einen Ausstieg aus diesem Dollar Imperialismus. Nahezu alle Öl- oder Gas Geschäfte werden in der US Währung gehandelt. Auch bei bilateralen Geschäften die komplett US unabhängig sind. Das gibt dem Dollar eine riesige Wirtschaftsleistung die de facto andere Staaten vollbringen. Das ermöglicht große US-Dollar Geldschwemmen ohne das Eintreten einer hohen Inflation. Auch Sanktionen und politische Maßnahmen können leicht durchgesetzt werden, wie zuletzt gegen große Französische Banken. Wenn jedoch sich Staaten daraus lösen wollen ist das gleichzeitig auch ein Angriff auf de US-Wirtschaft und nicht zuletzt auf die US-Administration. Der Iran versucht das bereits seit 2008, die BRICS Staaten starteten eine ähnliche Kampagne vor einigen Wochen.

Türkei und Russland enge Handelspartner

Die Türkei und Russland sind traditionell enge Handelspartner. Russland ist heute der größte Handelspartner der Türkei, die fast zwei Drittel ihres Gases und ein Drittel ihres Öls aus Russland bezieht. Zuletzt unterstrich Der Direktor des Think Tanks ORSAM Huseyin Kanbolat den Stellenwert der Wirtschaftsbeziehungen:

„Die türkischen Exporte nach Russland liegen bei rund fünf Milliarden Dollar, während die Importe aus Russland bei rund 30 Milliarden Dollar liegen.“

Ein Wegfall als Handelspartner können sich beide Seiten nicht leisten.

Ablehnung von US-Sanktionen gegen Russland

Die türkische Abgeordnete Oya Akgönenç Muğisuddin sagt in einem Interview mit Voice of Russia, dass die einseitigen US-Sanktionen gegen andere Staaten nur wenig Unterstützung finden. Damit bezieht die Abgeordnete Stellung gegen die geplante Verschärfung der Russlands-Sanktionen:

„Die USA verhängen Sanktionen und erwarten, dass andere Länder diese unterstützen. Doch die wirtschaftlichen Realitäten anderer Staaten sind nicht immer deckungsgleich mit US-Interessen.“

Mit einem bilateralem Ausstieg kann die Türkei den US-Sanktionen weitgehend entgehen. Eine Bestrafung oder Auferlegung von Zahlungen wären so leicht durch US-Behörden nicht möglich. Diese Ablehnung und die sonst auch eher schlechten Kontakte zu den USA führen zu einer geplanten Ablösung des US-Dollars beim Handel mit Russland.

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Umstieg auf nationale Währungen

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci hat seinem russischen Amtskollegen Alexei Uljukajew bei einem Treffen in Sydney einen Vorschlag unterbreitet. Ankara will den bilateralen Handel mit Moskau ohne den US-Dollar abwickeln.

„Die Türkei bietet Russland an, beim Handel auf die jeweiligen nationale Währungen umzusteigen“

zitiert das russisch-türkische Portal Haber Rus Uljukajew.

Akgönenç Muğisuddin stuft Frankreichs Reaktion als verständlich ein. Sobald es eine Interessen-Kollision gebe, können die Länder nicht mehr den USA hinterherlaufen. Das münde letztendlich in einem Prestige-Verlust der Amerikaner. Die Brics-Staaten planen deswegen sogar ein gemeinsames Währungs-System, um den Handel künftig ganz ohne Dollar abzuwickeln (mehr hier). Zudem wurde eine Entwicklungs-Bank als Alternative zum IWF gegründet.

Nicht überraschend

Doch auch der Anti-Dollar-Vorstoß der Türken kommt nicht überraschend. Das Verhältnis zwischen Premierminister Erdoğan und US-Präsident Obama ist aufgrund der ungelösten Syrien-Krise schwer belastet.

„In der Vergangenheit habe ich ihn direkt angerufen. Allerdings konnte ich bezüglich Syriens keine Resultate erzielen. Seitdem sprechen unsere Außenminister miteinander“, zitiert Zerohedge Erdoğan.

Die wachsende Distanz zu den USA führt scheinbar zu einer Annäherung an Russland.

QUELLEN
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/26/gegen-den-dollar-erdogan-will-eine-allianz-mit-putin-schliessen/
http://haberrus.com/politics/2014/07/19/rusya-turkiye-ikili-ticarette-ulusal-para-kullanimini-onerdi.html
http://www.cap-lmu.de/themen/tuerkei/aussenpolitik/russland.php
http://german.ruvr.ru/2014_04_18/Zusammenarbeit-Russlands-mit-der-Turkei-0235/
http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2014/03/499209/krise-in-der-ukraine-tuerkischer-aussenminister-will-beziehungen-zu-russland-nicht-gefaehrden/
http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenpolitik_der_T%C3%BCrkei
http://dtj-online.de/erdogan-putin-russland-tuerkei-eu-sco-16778
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/die-tuerkei-und-die-krimtataren-hilflose-blutsbrueder-12831574.html
http://www.fifoost.org/tuerkei/fragen_beitritt/node7.php
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/611920/Mit-der-Turkei-Ukraine-Russland-auf-dem-Weg-zu-einer-neuen-EWG

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