in Finanzsystem

Lebensversicherungen vor dem Aus – wie viele von 80 Millionen Verträgen sind betroffen?

Laut einem neuen Bericht steht es um die Lebensversicherungen in Deutschland nicht gut. Sofern die Zinsen niedrig bleiben und sich ansonsten nichts ändert, sieht ein Versicherungsmathematiker der „Deutschen Aktuarvereinigung“, also Versicherungsmathematiker, schwarz. Dies berichtet der „Focus“, das Problem haben wir redaktionell jedoch bereits mehrfach betont.

Zuviel Geld für Sicherheit ausgegeben?

Schon 2011 hatten die Versicherungen auch auf Veranlassung des Gesetzgebers hin damit begonnen, sich auf die Folgen der niedrigen Zinsen vorzubereiten. Konkret wurden dafür Reserven aufgebaut, die der Gesetzgeber so auch verlangte und offenbar aus langfristiger Sicht auch für gut hält. Denn der Staat wusste schon damals, dass die niedrigen Zinsen wegen der zu finanzierenden Staatsschulden anderer so niedrig bleiben würden.

Damit aber haben die Versicherungen jetzt ein weiteres Problem, so die Experten. Das alles geht zu schnell. Die Finanzaufsicht BaFin meinte bereits, die Zinszusatzreserve solle langsamer aufgebaut werden. Das aktuelle Vorgehen kostet zu viel Geld. Die Versicherungsmathematiker allerdings beruhigen: An den Leistungen den Versicherten gegenüber würde sich damit nichts ändern. Zudem beginnen die Versicherungen jetzt schon, sogenannte Altpolicen, also „Ihre“ Verträge, an andere Anbieter zu verkaufen, die damit auch die Risiken der Rückzahlung formal übernehmen.

Versicherungsmathematiker und -experten beschwichtigen, dies sei alles kein Problem. Wichtig sei nur, dass die Kunden nicht schlechter gestellt würden. Diese Darstellung hinterlässt Fragezeichen. Denn genau dies ist die Frage: Was passiert, wenn auch andere Anbieter die Verpflichtungen nicht mehr bedienen können?

Hintergrund ist und bleibt der künstlich niedrig gehaltene Zins. Lebensversicherungen müssen den Garantiezins der Policen bedienen und verdienen das Geld am Markt nicht. Das heißt, die Politik hat hier die Konzerne und ihre Kunden um Erträge betrogen, indem Krisenländer mit billigem Geld aufgepumpt wurden und werden.

Wenn das erste Unternehmen wegbricht, kann die gemeinsame Gesellschaft „Protector“ noch übernehmen. Doch was passiert, wenn es mehreren Versicherungskonzernen schlecht geht? Dann bricht das System zusammen.

 

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das Zahlen dürfte bei den Versicherungen nicht das Problem des Könnens sein, sondern des Wollens.
    1948 mit der Umstellung von der Reichsmark auf die DMark haben die Menschen ihre Versicherungen verloren. Etwas abgeschwächt erging es den Menschen in der DDR 1990 mit der Umstellung der MDM auf die DM.
    Und 2002 mit dem € schon wieder.
    Genau dasselbe ist es mit der sog. Inflation, die man braucht, um erdachtes Geld wieder zu verbrennen.
    Nur so können die Profite für die wichtigen Männer weiter aufrecht erhalten werden, immer aus dem Geldbeutel des kleinen Mannes, was bedeutet, dessen wertschöpfende Arbeit zu rauben.
    Olaf Opelt
    Bundvfd.de

  2. Naja, mit zum Beipspiel 550 Mio EUR Bilanzgewinn in 2017 bei der Allianz dürfte es wohl nicht so schlecht um die Versicherungswirtschaft stehen. Es wird auf hohem Niveau gejammert.

  3. Die deutschen Gesellschaften dürften wohl weniger Probleme haben. Sie haben extrem gut gewirtschaftet und haben viele Rücklagen. Außerdem gibt es die Auffanggesellschaft Protektor.

    Im Worst Case bekommen die Kunden den Garantiezins ausgezahlt – sie verlieren somit NICHTS! Und das ist unabhängig von einem evtl. Bestandsverkauf!

    Bitte hier keine falschen Halbwahrheiten verstreuen. Macht sich nicht gut und wirkt nicht wirklich seriös.

  4. Guten Morgen,
    wer denkt, dass die jetzige aktuelle Euro und Zinssituation auf jegliche Art von Sparverträge, LV, Bausparvertrag etc. , speziell in Deutschland glimpflich abläuft, sollte sich den VVG 314 Ansehen und sich die Frage stellen, wie groß das gekaufte Anleiheverhältnis der Banken und Versicherungsgesellschaften in der BRD von den Ländern Italien, Frankreich, Spanien etc. ist, schließlich müssen die Zinsen für die Kunden erreicht werden. Das Risiko wie es in der Zeitspanne von 1925-1931 (USA) und 1948 ( Währungsreform Deutschland) war, ist sehr groß. Der Staat garantiert nichts , die Gesellschaften, die die Garantie aussprechen auf den Standmeldungen sind GMBH .