in Finanzsystem

Kein „Vollgeld“ in der Schweiz: Die Alternative zum wertlosen „Papiergeld“ ist abgelehnt

Die Schweiz hat bei der Volksabstimmung zum Vollgeld am Sonntag gegen diese Form des neuen Geldes gestimmt. Schade, meinen Kritiker, die der Meinung sind, dass sich das neue Geld als Mittel gegen den Verschuldungswahn weltweit durchsetzen könne.

75 % dagegen

Etwa 75 % der Bevölkerung sollen gegen das neue Vollgeld gestimmt haben. Das Vollgeld ist eine Bezeichnung für Geld, das nicht von Banken geschöpft wird, wie es bei den klassischen Papiergeldwährungen aktuell der Fall ist. Die Banken vergeben derzeit Kredite aus den Einlagen auf den Konten. Allerdings müssen sie dafür nicht das Geld geben, das auf den Konten gespeichert wird, sondern können das Geld effektiv mehrfach als neuen Kredit ausreichen.

Wenn eine Bank also 100 Euro auf dem Konto eines Kunden hat, kann das Geldinstitut etwa 90 Euro als neuen Kredit ausreichen. Es entstehen unmittelbar 90 Euro neues Geld, da der Geldbetrag auf dem Konto des Kreditnehmers erscheint. Der kann das Geld dann zum Beispiel für Überweisungen etc. nutzen – es ist „echtes“, neues Geld. Damit hat sich die Geldmenge in den westlichen Ländern enorm aufgebläht und sorgt für eine grotesk hohe Verschuldung, so die Kritik an diesem Vorgang.

Zudem verlieren Zentralbanken mehr oder weniger die Kontrolle über die Geldproduktion. Sie können die Zinsen festlegen, zu denen Banken etwa auch Geld bei der Notenbank anlegen können. Sind die Zinsen wie aktuell negativ – für Banken -, dann geben die das Geld im kaufmännischen Normalfall eher als Kredit heraus als bei hohen Zinsen.

Vollgeld wäre die Möglichkeit gewesen, dass die Banken nur das als Geld verleihen können, was sie als Bargeld oder in Form von Kontoguthaben bei der Notenbank haben. Nun hat sich in der Schweiz die Lobby durchgesetzt. Sowohl die Regierung wie auch die Zentralbank und die Industrie bzw. die Banken hatten sich dagegen ausgesprochen.

Die Geldschöpfung aus dem „Nichs“ geht einfach weiter.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. In der Schweiz liefen in den MSM richtige Kampagnen gegen das Vollgeld.
    Die bekannten Ratingagenturen des internationalen Finanzkapitals liefen Sturm und drohten mit einer Abstufung der Schweiz.
    Es wurde das Schreckgespenst der ausufernden Arbeitslosigkeit an die Wand gemalt.

    Und leider ist das Wissen, in der Bevölkerung, über das Finanzsystem, in der Schweiz auf dem gleichen niedrigen (unterirdischen) Stand wie in Deutschland.

    Da kann man das Abstimmungsergebnis sogar noch als positiv ansehen.

    Ich hoffe jedenfalls, dass sich immer mehr Menschen damit beschäftigen (so schwer ist es nun auch nicht), aufwachen und merken, wie sie vom internationalen Finanzkapital allumfassend als Zins- und Zinseszinssklaven gehalten werden.