in Finanzsystem

(orwellschewelt.blogspot.de)

Die meisten Menschen halten die bargeldlose Gesellschaft für eine Vision, die erst in ferner Zukunft Realität werden könnte. Dabei ist sie in Wirklichkeit näher, als sich ein Großteil der Menschen überhaupt vorstellen kann. Der Verlust von individueller Freiheit droht.

In Skandinavien ist man auf dem Weg in eine bargeldlose Gesellschaft weit fortgeschritten. Dort gibt es die vermutlich bargeldlosesten Gesellschaften der Welt.

Während hierzulande noch 80 Prozent aller Transaktionen mit Bargeld getätigt werden, ist es dort genau umgekehrt. In schwedischen Städten muss man den Stadtbus via SMS bezahlen, Bargeld wird nicht akzeptiert. In vielen Städten kann man nicht einmal mehr Bargeld bei der Bank abheben.

Die Gewerkschaften setzten sich ebenfalls auf breiter Front gegen Bargeld ein. Im Internet werben sie mit Sprüchen wie „Bargeld braucht nur noch deine Oma – und der Bankräuber“ oder „Ein verlorener Fünfhunderter ist für immer weg“ für Buchgeld. Sie sollten sich besser fragen, was ihnen wichtiger ist: Ein Fünfhunderter oder die persönliche Freiheit.

Ähnliches kann man zur Zeit in Italien beobachten. Im Dezember letzten Jahres verbot Ministerpräsident Mario Monti alle Bargeldzahlungen über 1000 Euro. Offiziell, um gegen Steuerhinterziehung vorzugehen. Doch insgeheim möchte man der Bezahlkultur der Italiener an den Kragen. Millionen von Menschen besitzen dort nicht einmal ein Bankkonto – Bargeld ist für die Italiener Teil ihrer Kultur.

Das musste auch der stellvertretende Finanzminister Vittorio Grilli bei der Verkündung der Entscheidung in Rom am 5. Dezember einräumen: „Die Barzahlung ist in der italienischen Kultur tief verwurzelt, selbst bei Leuten, die nicht Steuern hinterziehen.“ Und Monti gestand beim gleichen Termin: „Wir müssen das Denken der Italiener revolutionieren, und dauert seine Zeit (…). Dies soll der erste Schritt in die Richtung sein.“

Italiener haben die höchste Sparquote und die geringste Verschuldung der Verbraucher innerhalb der Eurozone. Es gibt im Gegensatz zu den USA keine Kreditkartenblase in Italien. Ein Grund dafür ist ihr Misstrauen in alternative Bezahlsysteme. Eine Kreditkarte wird in Italien im Schnitt nur 26 Mal im Jahr benutzt, fünf mal weniger als die Briten.

Trotzdem will die Politik dieses positive Verhalten den Italienern abgewöhnen. Doch warum?

CBS News nennt unter dem Titel „Why cash is losing its currency“einige offenliegende Gründe, die für den bargeldlosen Geldverkehr sprechen:

“ ‚There will be a time – I don’t know when, I can’t give you a date – when physical money is just going to cease to exist,‘ said economist Robert Reich.

(…) „95 percent of the transactions in America, or more, have nothing to do with physical pieces of paper or coins,“ Reich said.

(…) „Everyone thinks cash is so simple and so easy and so fast and so secure. It’s NONE of those things,“ said author David Wolman. In his new book, „The End of Money,“ he argues the biggest knock against cash is that it’s costly.

„It’s really expensive to move it, store it, secure it, inspect it, shred it, redesign it, re-supply it, and round and round we go!“ Wolman said.

It already costs the U.S. government almost TWICE as much to make a penny and a nickel, than they’re actually WORTH.

But that’s only one cost. Wolman says cash is also the currency of crime – drug deals, bribes, and bank robberies.“

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der für Buchgeld spricht: Die Regierungen hätten den gesamten Zahlungsverkehr in ihrer Gewalt. Keine Transaktion würde mehr verborgen bleiben. Und wer Probleme macht, dem wird die Kreditkarte einfach gesperrt.

Laut dem FBI ist es eine verdächtige Handlung, Bezahlungen ständig in bar vorzunehmen, weshalb solche Leute als potenzielle Terroristen den Behörden gemeldet werden sollen. Ins gleiche Horn bläst David Birch, der Direktor einer Spezialfirma für elektronische Bezahlungen, im Slate Magazine. Laut ihm wird in Zukunft das bargeldlose Zahlen sozial geächtet werden:

„In Birch’s ideal world, paying with cash would be viewed like drunk driving—something we do with decreasing frequency as more and more people understand the negative social consequences. “We’re trying to use industrial age money to support commerce in a post-industrial age. It just doesn’t work,” he says. ‚Sooner or later, the tectonic plates shift and then, very quickly, you’ll find yourself in this new environment where if you ask somebody to pay you in cash, you’ll just assume that they’re a prostitute or a Somali pirate.‘ „

Die Frage ist nicht ob, sondern wann ohne Bargeld bezahlt werden wird. Die EU-Geld-Richtlinie (2009/110/EG) ist nur ein weiterer Schritt hin zu diesem Ziel. Verbinden kann man die Kreditkarten dann mit biometrischen Erkennungssystemen oder RFID-Chips, die auch im neuen Personalausweis enthalten sind.

Dann wird die Überwachung perfekt sein. Orwell lässt grüßen.

Bargeldlos – Der große Coup der ganz großen Kriminalität

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ilc9Q3obcmo[/youtube]
Quellen:

Yahoo News: High-tech Sweden edges closer to becoming cashless society

FAZ Online: Kampagne für bargeldlose Gesellschaft

Cash.ch: So geht Monti Italiens Bezahlkultur an den Kragen

CBS News: Why cash is losing its currency

FBI: Potential Indicators of Terrorist Activities

Slate Magazine: Nickeled and Dimed

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar