in Finanzsystem

Meinung. Seit vielen Jahren taucht mit unterschiedlicher Intensität immer wieder der Begriff des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ in Politik, Medien oder Wirtschaftsfachzeitschriften auf.

In jüngerer Zeit haben die Gründung der Schweizer „Initiative Grundeinkommen“  durch den Künstler Enno Schmidt und den Unternehmer Daniel Häni, deren Film „Grundeinkommen“ sowie das Buch „1.000 € für Jeden“ vom deutschen Unternehmer und Gründer der DM-Gruppe Götz Werner, wieder neuen Schwung in die Diskussion gebracht. Demnächst wird in der Schweiz eine Volksabstimmung darüber erfolgen, auch in Deutschland wird über eine solche nachgedacht. Und in Island soll das Grundeinkommen gar bald eingeführt werden.

Ein Grundeinkommen für Jeden – für absolut jeden Bürger eines Staates, vollkommen frei von Bedingungen, vom Lebensanfang bis zum Lebensende.  Ist das Unfug? Wunschdenken? Ein Traum? Machbare Wirklichkeit? Oder vielleicht sogar eine soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit?

Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Der Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens ist relativ rasch erklärt: Es ist eine Zahlung des Staates, in einer existenzsichernden Betragshöhe an jeden seiner Bürger ohne jegliche Verknüpfung an eine Bedingung, von der Wiege bis zur Bahre.

Wenn man diese Idee – egal wo – in eine Diskussion einbringt, erntet man fast ausnahmslos immer wieder ähnliche Anfangsreaktionen: Was? An Alle? Wie soll das gehen? Unmöglich! Wer soll das bezahlen? Blödsinn! Und überhaupt…  Das interessante an dem Modell ist jedoch: umso mehr man sich damit auseinandersetzt, darüber liest, darüber nachdenkt, umso faszinierender und bestechender wird es.

Drum lassen Sie uns doch gemeinsam hinter das „Was?“ – „Wie?“ – „Unmöglich!“ blicken und gehen Sie mit mir auf eine Reise in eine neue Gesellschaftsform – einer Gesellschaft mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.

Die notwendige Höhe eines solchen bedingungslosen Grundeinkommens wird unterschiedlich diskutiert. Götz Werner und Adrienne Goehler legten sich in ihrem Buch „1000€ für Jeden“ eben auf diesen runden Betrag fest. Die Schweizer Initiative Grundeinkommen geht in ihren Überlegungen von 2.500 Franken aus und eine Studie der Hochschule St. Gallen beschäftigte sich mit dem Thema bei 5.000 Franken für Jeden. Auf welchen Betrag man sich auch immer einigen würde, wichtig ist, der Betrag muss auf der einen Seite in der Gesellschaft in der er ausbezahlt wird auf jeden Fall existenzsichernd und auf der anderen Seite auch finanzierbar sein.

Die erste Überraschung gleich vorne weg. Alle wissenschaftlichen Studien kommen zu dem Schluss, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen in existenzsichernder Höhe in unseren Gesellschaften absolut finanzierbar ist. Denn viele andere Ausgaben und Aufgaben des Staates wie z.B. Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Sozialhilfe sowie die Subventionierung von Arbeitsplätzen in nicht mehr zeitgemäßen Wirtschaftsbereichen und deren Verwaltung würden, genauso wie die damit verbundenen Verwaltungsaufgaben und Kosten, plötzlich wegfallen.

Die zweite Spontanreaktion, die man in einer solchen Diskussion immer wieder erlebt, ist: „Ja aber dann würde ja keiner mehr arbeiten gehen!“ Wenn man dann fragt: „Würden Sie aufhören zu arbeiten, wenn Sie z.B. 1.000 Euro Grundeinkommen hätten?“, dann bekommt man fast ebenso oft die Antwort: „Nein – ich würde natürlich schon weiter arbeiten wollen.“

Tatsache ist, dass in Umfragen zum Grundeinkommen 80 % der Befragten angeben, dass sie glauben, dass dann „die Anderen“ nicht mehr arbeiten würden. Umgekehrt sagen aber 60% der Befragten, dass sie selbst natürlich wie bisher weiter arbeiten würden. 30 % sagen: „Ja, ich würde weiterarbeiten aber……..“. Und nur 10 % geben an, dann lieber ausschlafen und das Leben genießen zu wollen.

Interessant sind diejenigen, die sagen zwar weiterarbeiten zu wollen, aber eben unter anderen Bedingungen. Wenn man ein bedingungsloses Grundeinkommen als Grundabsicherung zur Verfügung hat, dann kann man sich eben plötzlich Gedanken darüber machen, wie man seinen Arbeitsalltag verändern könnte: Arbeite ich zu lange? Zu viel? Zu schwer?  Machen mich mein Arbeitspensum oder meine Arbeitsbedingungen krank? Möchte ich lieber weniger arbeiten und mich mehr um meine Kinder, meine Eltern oder um meinen Partner kümmern? Ist meine Arbeit ausreichend, fair und gerecht bezahlt? Was ist mir mehr Freizeit wert?

Der finanzielle Anreiz zu Erwerbsarbeit bleibt auch bei einem Grundeinkommen bestehen. Aber die Frage, ob eine Arbeit Sinn macht, erhält mehr Gewicht.

Ein Grundeinkommen gäbe uns also eine Wahlmöglichkeit, mehr Freiheiten  und auch die Möglichkeit „Nein!“ zu sagen. Ein Grundeinkommen würde vielen Menschen ihre existentiellen Ängste nehmen und den Spielraum dazu schaffen, die Arbeit wieder auf mehrere zu verteilen und sie damit für viele wieder erträglicher zu gestalten.

Die Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen müssten sich verbessern. Die klassische „Drecksarbeit“ müsste besser bezahlt, automatisiert oder rationalisiert werden. Denn jene die am Rande der Gesellschaft stehen und jede Arbeit zu jedem Preis machen, nur um überleben zu können, die würden wegfallen in unserer Gesellschaft. Ist das ein Angstszenario? Oder eine soziale Errungenschaft?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte auch zu  einer Veränderung und dabei sicherlich zu einer extremen Vereinfachung der Steuersysteme führen. Denn das Grundeinkommen kann durchaus auch als eine Art Steuerfreibetrag angesehen werden. Ein Steuerfreibetrag eben, der vorab ausbezahlt und den Menschen zur freien Verfügung gestellt wird.

Kommt Ihnen die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens immer noch spanisch vor?

Eigentlich sollte diese Idee niemandem so fremd sein, wie es im ersten Moment erscheint. Doch wir verknüpfen unsere allgemeine Definition von Einkommen viel zu sehr mit dem Begriff des Arbeitseinkommens, mit Lohn oder Gehalt für berufliche Arbeit also. In Wirklichkeit sind aber nur rund 40 % der bezogenen Einkommen in unserer Gesellschaft Arbeitseinkommen. 30 % sind Einkommen von Angehörigen wie Haushaltsgeld für die Frau, die für ihre Arbeit im Haushalt oder in der Kinderbetreuung und Erziehung eben kein Arbeitseinkommen erhält. Oder wie Taschengeld, Schulgeld, Studiengeld für unsere Kinder. 20 % sind Renteneinkommen und 10 % sind Arbeitslosengelder und Sozialhilfen des Staates.

Nur 40 % haben also ein Erwerbseinkommen – alle anderen beziehen ein Transfereinkommen. So fremd dürfte uns der Begriff des Grundeinkommens deshalb gar nicht sein. Fremd ist uns nur die Bedingungslosigkeit. Plötzlich müssten wir nicht mehr arbeitslos, alt, arm, krank oder behindert sein, um ein Recht auf ein Grundeinkommen zu haben. Plötzlich wäre ein Grundeinkommen und Existenzabsicherung ein Grundrecht für alle.

Natürlich ist hierfür ein Umdenken notwendig. Doch Umdenken passiert. Systeme ändern sich. Müssen sich ändern, anpassen, bewegen sonst sind sie tot. Vor rund 150 Jahren sagten die Adeligen: „Wie soll denn der Staat funktionieren, wenn jeder Depp mitbestimmen kann?“ Und dann bahnte sich die „verrückte“ Idee der Demokratie ihren Weg. Vor gut 50 Jahren, hatte „Mann“ die gleichen Ängste, wenn Frauen in der Politik mitbestimmen sollten und dann kam das Frauenwahlrecht.

Warum sollte heute die Zeit nicht reif sein, für ein neues soziales System?

Wir haben in unserer heutigen Gesellschaft  eine extrem hohe Akzeptanz für technische Innovationen aber nur eine sehr geringe Akzeptanz für soziale Innovationen.

Muss, damit sich das ändert, zuerst der große System-Crash kommen? Oder sind wir bereit und reif dafür unser System an die geänderten Bedingungen rechtzeitig anzupassen?

Denn Vollbeschäftigung in Erwerbsarbeit ist vorbei! Ich bin kein Politiker, darum kann ich das ganz klar und unbeschönigt sagen.

Zukunftsforscher Jeremy Rifkin prophezeit in seinem Buch: „Das Ende der Arbeit (und ihre Zukunft)“, dass: „Im Jahr 2050 nur noch 5 % der erwachsenen Menschen dazu nötig sein werden, um die traditionellen Industrien am Laufen zu halten. Farmen, Fabriken und Büros fast ohne Arbeitskräfte werden in allen Ländern die Regel sein.“

Demgegenüber versprechen uns Politiker von heute schon seit vielen Legislaturperioden immer noch und immer wieder Vollbeschäftigung über Wirtschaftswachstum.

Vor 100 Jahren hat ein Arbeiter in der Landwirtschaft Nahrung für 3 Menschen produziert. Heute ist das Verhältnis 1 zu 120.

1982 waren in den USA für die Produktion von 75.000 Tonnen Stahl 300.000 Arbeiter beschäftigt. 2002 für 100.000 Tonnen Stahl noch 74.000 Arbeiter.

Und das passierte nicht nur in der Produktion, sondern auch in den Dienstleistungsbranchen. Im Vergleich konventionelle Bank zu Internetbank, sind in der Internetbank bei gleichen Kundeneinlagen nur mehr 10 % der Mitarbeiter einer konventionellen Bank nötig.

Doch das ist kein Problem, sondern das ist der Erfolg unseres wirtschaftlichen Systems!

Götz Werner sagt: „Die Wirtschaft hat die Aufgabe, die Menschen von der Arbeit zu befreien“.  Und nicht Arbeit um der Arbeit willen zu produzieren bzw. Arbeitsplätze zu schaffen.

Das ist die eigentliche Erfolgsgeschichte unseres Systems der letzten ein- zweihundert Jahre, seit das Zeitalter der Industrialisierung und der freien Marktwirtschaft begann.

Harte körperliche Arbeit wurde weitgehend durch maschinelle und automatisierte Arbeitsprozesse ersetzt und gleichzeitig stieg unsere Lebenserwartung in der gleichen kurzen Zeitspanne um beinahe das dreifache.

Das ist nicht das Problem – das ist eine immense Errungenschaft und eine großartige Erfolgsgeschichte!

Das Problem ist, dass unsere sozialen und politischen Systeme mit den Veränderungen im Wirtschaftssektor nicht mithalten konnten und dass der Gewinn aus diesen Veränderungen – der klassische Produktivitätsgewinn – nicht in ausreichendem Maße auf die Gesellschaft verteilt wurde.

Denn die Produktivitätsgewinne gingen nicht an die Gemeinschaft. Die großen Gewinner waren nur Wenige – in der Regel die Halter des Kapitals: Unternehmer, Konzerne, Banken und sonstige Machthaber.

Darum wurden die einen Wenigen, die Reichen immer reicher und die Anderen, die große Masse immer ärmer. Oder ersticken an Ängsten vor Arbeits- und Existenzverlust. Oder werden krank von Arbeit unter zu großem Druck. Fühlen sich in die Ecke gedrängt, in die Enge getrieben und sind unsere Sozialsysteme heillos überfordert. Und daraus erwachsen unsere sozialen Spannungen und sogar weltpolitischen Konflikte.

Hier ist eine Umkehr nötig, denn wir haben dieses System auf die Spitze getrieben.

Nur wenn wir ein neues Verständnis der Gemeinschaft erlangen. Wenn wir uns wieder als Teil des Ganzen verstehen. Wenn wir verstehen, dass es uns nicht besser geht, wenn es einem Einzelnen besser geht aber zu Lasten von Anderen. Und nur wenn wir aus diesem Verständnis für das Ganze wieder von Neidern zu Gönnern werden, wenn wir wieder zu einer Mentalität des Teilens statt des Trennens finden, kann aus dieser neuen Geisteshaltung heraus auch ein neues Sozialsystem geboren werden, wie z.B. jenes des bedingungslosen Grundeinkommens – zum Wohle aller.

Machen Sie sich selbst ein Bild! Zum Beispiel mittels dem anfangs zitierten Buch: „1000 € für Jeden“ von Götz Werner & Adrienne Goehler, unter www.grundeinkommen.ch oder unter Wikipedia und dem dort verfügbaren Link zum Film „Grundeinkommen“ von Daniel Häni.

Meine bisherigen Artikel dieser Reihe finden Sie hier:

Geld zum Wohle aller – Teil 1;   Teil 2;   Teil 3;   Teil 4

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Kommentar

32 Kommentare

  1. Nur zwei Fragen: Von wo kommt da Geld und wer muß es bezahlen?

    Sie können sich drehen und wenden wie Sie wollen die Antwort lautet: der Steuerzahler.
    Damit kann man auch schreiben. Es ist Ihnen völlig egal ob geklaut oder geraubt wird. Dann zu Leistbarkeit
    bei 80 Mio Deutschen käme man in einen Jahr auf folgende Beträge.
    80 000 000 * 1000 * 12 = 960 000 000 000
    Unser Haushalt in 2016 = 316 900 000 000
    Gehen wir von den ominösen 40 % aus erhält man 384 Mrd. Immer noch 70 Mrd mehr als der gesamte Haushalt.

    Zu Ihre Vollbeschäftigung schreibe ich jetzt mal nichts. Sie behaupte ja schlicht und einfach es gibt nicht genug Arbeit. Als ob es dafür irgendeine untere Grenze gäbe.

    • Ja, das „Einkommen“ muss erstmal geraubt werden. Oh Staat, mein Held, Du machst so tolle Sachen – mit geraubtem Geld ;-)

      Aber ich glaube schon, wenn man die ganzen nutzlosen Beamten mal raussmeißt, wäre es mit der heutigen Raub(Steuer)Quote bezahlbar.

      „Die Wirtschaft hat die Aufgabe, die Menschen von der Arbeit zu befreien“. Und nicht Arbeit um der Arbeit willen zu produzieren bzw. Arbeitsplätze zu schaffen.

      Ich muss nicht „beschäftigt“ werden. Wenn ich daran denke, wieviel Zeit ich damit verbringe, Papier für Beamte zu produzieren, dass nie wieder einer liest…

      • …anstatt zu arbeiten…

        Apropos:
        Erst wenn wir alle mit einem Jet-Ski durch die Galaxien fliegen können und der Tod keine Notwendigkeit mehr ist, sondern eine Entscheidung, dann finde ich, es gibt nichts mehr zu tun…

        Bis dahin gibt es genug Arbeit. Fortschitt ist auch Wachstum (z.B. wenn ein Computerchip schneller, kleiner und sparsamer wird).

        Nur Parasiten wollen keine Arbeit sehen!

    • @ FDominicus

      „Zu Ihre Vollbeschäftigung schreibe ich jetzt mal nichts. Sie behaupte ja schlicht und einfach es gibt nicht genug Arbeit. Als ob es dafür irgendeine untere Grenze gäbe….“

      Hier ignorierst du die Realität. Seit 65 Jahren gab und gibt heute erst recht nicht genug Arbeit für alle. In keinem Land der Welt.

      Die „Vollbeschäftigung“ ist ein ewiger Blütentraum der Neoliberalen und kann – aufgrund vieler Faktoren – NIE eintreten

    • An Fdominicus:
      Wenn 80 Millionen Deutsche während 12 Monaten jeden Monat 1000,- € BGE bekommen, sind das summa summarum 960 Milliarden € .
      Soweit ist die Rechnung richtig.
      Deutschland erwirtschaftet ein BIP (also die Summe aller Waren und Dienstleistungen pro Jahr) von ca. 2,5 Billionen € .
      Damit wäre ein BGE von 1000,- € monatlich leicht zu finanzieren.
      Mit den verbliebenen 1,5 Billionen € könnte man eine Menge machen – eine ganze Menge sogar!
      WENN – und das ist ganz außerordentlich zu betonen(!) – unser Staat die Oberhoheit über das Geldwesen hätte (und nicht private Banken), DANN könnte jeder, der einen Kredit z.B. für seinen Hausbau braucht, sich beim Staat Geld zu den gleichen Konditionen leihen wie bei Privatbanken.
      Unser…

      • Unser Staat tut dann das Gleiche wie die Banken: er stellt Geld bereit (das er selber druckt) und verleiht es an den Kreditnehmer.
        Nach Ablauf der Laufzeit hat der Kreditnehmer:
        die Kreditsumme incl. der Zinsen zurückbezahlt,
        das vom Staat erzeugte (gedruckte) Geld wird wieder dem Wirtschaftskreislauf entzogen,
        die durch die Gelderzeugung bei Kreditbeginn entstandene (geringfügige) Inflation ist nach Kreditrückzahlung wieder rückgängig gemacht.
        Allerdings gibt es da einen kleinen, aber überaus bedeutsamen Unterschied:
        Der Staat kann die Zinsen verwenden, um sich selbst zu finanzieren !!!
        Damit sinken auch beispielsweise unsere Steuern…
        Die Zinsen bei einem Privatbankkredit wandern in private Taschen und kommen gerade nicht dem…

        • Die Zinsen bei einem Privatbankkredit wandern in private Taschen und kommen gerade nicht dem Gemeinwohl zugute.
          Da unser Vater Staat sein benötigtes Geld von uns Steuerzahlern nimmt und sich auch über Kredite von Privatbanken und Staatsanleihen finanziert, wandern die zu zahlenden Zinsen in private Taschen.
          Würde der Staat Geld für seinen Eigenbedarf drucken, könnte er sich selbst finanzieren und bräuchte keine Zinsen an private Gläubiger zu zahlen (sofern er klug und zum Wohl der Gemeinschaft wirtschaftet).
          Ein BGE in Höhe von 1000,- € monatlich wäre locker zu finanzieren (es könnten vermutlich sogar noch mehr sein…).
          Es wäre allerdings noch ein anderes Umdenken notwendig: wir müßten von unserem Konsum- und Anspruchsdenken auf ein…

          • Es wäre allerdings noch ein anderes Umdenken notwendig: wir müßten von unserem Konsum- und Anspruchsdenken auf ein „normales“ Maß herunterkommen.
            Aber das ist jetzt noch ein anderes Problem.

  2. Schlichtweg nicht finanzierbar. Ich wäre ja sonst dafür, aber das ist einfach nicht möglich. Sozialausgaben sind jetzt schon der größte Kostenpunkt im Staatshaushalt. BGE führte wahlweise zu lohndumping/Verarmung der mittelschicht/starker Inflation. Da bin ich eher für massive Steuersenkungen, da würden alle profitieren, und man könnte zugleich den riesigen staatsapparat entschlacken. Ich sags nur ungern, aber die afd ist die einzige Partei, die in die Richtung denkt

  3. Der Beitrag ist absolut klar und einleuchtend. Natürlich liegen neben dem Staatshaushalt noch viele Hunderte Millionen in den sozialen Töpfen wie insbesondere in den Rentenkassen, die eingerechnet werden.

    Der größe Vorteil der bedinungslos gesicherten materiellen Existenz jedes Menschen ist die Entkoppelung des Überlebens von der Erbringung einer Arbeitsleistung. Erst dadurch wird der Mensch frei, erst dann wird er seine Talente zur Entfaltung bringen!

    Der nächste Schritt ist die Einführung der direkten Demokratie, in der die von der Arbeitsfron befreiten Bürger endlich sachlich mitentscheiden können.

  4. „Alle wissenschaftlichen Studien kommen zu dem Schluss, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen in existenzsichernder Höhe in unseren Gesellschaften absolut finanzierbar ist.“

    wieder einmal ein Lacher der Woche, wie immer bei den marxistischen Schwachköpfen, es wird ein Fell eines Bären umverteilt, der noch nicht erlegt wurde.
    Diese Schnapsidee wird in der Schweiz mit mindestens 75 % abgelehnt. Weiter träumen.

    • “ wie immer bei den marxistischen Schwachköpfen…“

      Du schreibst, wie immer, über Dinge von denen du nichts verstehst. Du weißt nichts über Marxismus/Kommunismus und genauso wenig weist du über Volkswirtschaft.

      Du geiferst hier nur mit Schaum vor dem Mund rum, ohne jemals nur ein EINZIGES VERNÜNFTIGES Wort, geschweige denn ein echtes Argument hervorzubringen. Scheinst viel Zeit zu haben. In Rente? Oder bringt das der Job mit?

      • siehe, unser Sandkastenoekonom wieder zur Stelle, solchen Schwachsinn muss man gar nicht widerlegen, es wird nur von dir ähnlichen Clowns ernst genommen. Pass auf dass du bei der „Weltrettung“ nicht den Schnuller verlierst.

        • „Sandkastenoekonom“ „Clown“ und achja „Schnuller“ noch irgendwelche Argumente?

          Man erkennt sich selbst am anderen.

  5. Ich glaube nicht dass es an sich komplett unmöglich wäre das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.

    Allerdings wären derart radikale änderungen bei den Steuern und der Wirtschaft nötig, dass ich bezweifle das es jemals von jemanden ernsthaft in betracht gezogen wird. Ohne zweifel wird es leute geben die das System ausnutzen würden, aber es würde auch viele geben die ehrlich weiter arbeiten und dessen lebenssituation sich deutlich durch das Grundeinkommen verbessern würde.

    Es wäre sicherlich ein Riesenaufwand dass alles zu planen und dann letzendlich umzusetzen und das problem dabei ist, dass die Politiker ja schließlich nicht bezahlt werden sich für das gemeine Volk einzusetzen und deren lebenssituation zu verbessern.

    • „Ich glaube nicht dass es an sich komplett unmöglich wäre das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.

      Allerdings wären derart radikale änderungen bei den Steuern und der Wirtschaft nötig, dass ich bezweifle das es jemals von jemanden ernsthaft in betracht gezogen wird. …“

      Es ist sogar in einem gut funktionierenden Volkswitschaftlichen System wie Dänemark z.B. seit Jahrzehnten sehr gut möglich, dafür muß eigentlich überhaupt kein Umbau des Wirtschaftssystems geschehen. Im Moment nimmt nur der Finanzmarkt in Form der Banken den Staaten fast alles Geld weg.

      Leute, wie oben Banker Stan, die heute sagen das das BGE eine Unmöglichkeit ist, können nur einfach nicht rechnen. Warum? Weil jemand der z.B. 1200 € BGE bekommt, dieses

      • Geld wieder komplett dem Wirtschaftskeislauf zuführen muß – bei dem bischen Geld kann man nix sparen. Dabei kassiert der Staat das Geld letztlich überall in Form von Steuern (19% MWST kommen sowieso drauf und das ist nur eine von vielen Steuern) wieder ein.

        Wenn man aber – wie z.Zt. – Billionen von € in die Rettung von Banken steckt, die sowieso nichts für die Volkswirtschaft tun (weil sie beispielsweise das Geld in Spekulationen stecken anstatt in Kredite für Unternehmen), ist das Geld für alle Zeiten komplett aus dem Kreislauf weg und der Staat/Steuerzahler guckt in die Röhre.

        D. h. das einzige Hindernis für ein BGE sind die aktuellen Finanz“märkte“, weil sie alles Geld für die Finanzierung ihrer Spekulations-Blasen brauchen.

    • hahaha, der war gut !
      Aber wer würde nicht sofort daran denken, dass doch eventuell die Möglichkeit bestünde, dass diverse „Gruppen“ auf die Idee kommen könnten !?
      Ich sach mal jetzt ganz spontan und locker flockig : Neeee !
      Dafür bräuchte es dann aber wirklich eine vorbildliche Integration und eine deutsch. Staatsangehörigkeit (auch keine doppelte mit sonstwo), sonst könnte man die Kohle ja auch gleich ins Ausland überweisen bzw. auf die Strasse werfen. Das günge nicht ! : offene Grenzen nach allen Seiten UND offene Kassen, da könnte sich der Staat auch gleich einsargen lassen !
      Für so einen Schnick-Schnack bräuchte man dann doch die Eine-Welt-Idee der NWO und das will ja Niemand wirklich, – höchstens mal kurz angeträumt !

  6. Das bedingungslose Einkommen scheint nur auf den ersten Blick kaum finanzierbar. Wenn die Produktionssteigerung an die gegangen wären, die es erwirtschaftet hätten (in Arbeitszeit oder in Lohnsteigerung), dann wären wir jetzt schon fast so weit.
    Im Marxismus und im Neoliberalismus will man aber die Leute für dumm verkaufen. „Held der Arbeit“ oder „protestantische Arbeitsethik“ lässt uns weiter Im Hamsterrad zappeln. Wer dort drin ist, kann vor lauter Arbeit nicht mehr denken.

    So ist das Ziel erreicht: Mittelschicht und Unterschicht subventionieren weiter den feudalen Lebensstil der selbsteingebildeten Elite, sprich Finanzschmarotzer.

    • Zeigt nur, das heute kaum mehr jemand etwas von Wirtschaftskreisläufen versteht.

      Niemand findet es absurd, Banken in Europa mit Billionen von € das Spekulieren zu finanzieren – obwohl dieses Geld steuerfrei (!) für immer aus dem Finanzkreislauf verschwindet. Gleichzeitig werden wir dadurch versteckt enteignet, weil die „Rettungen“ alles Steuergelder sind.

      Das BGE würde aber in vollem Umfang im Geldkreislauf verbleiben und damit wieder zum Staat (durch direkte und indirekte Steuern) zurück fließen. Kapiert außer dem Autor fast keiner der Hobby-„Ökonomen“ hier.

  7. Das BGE kann es erst geben wenn die bevölkerung auf die straße geht, villen und jachten abfackelt, und politiker für “verrat am volk“ ins gefängnis wandern.
    bis dahin werden die reichen weiter jedes jahr 17mio menschen verhungern lassen und die länder vom lobbyismus regiert.

  8. Genau dieselben „Ökonomen“ sind dann auch folgerichtig gegen Sozialleistungen bzw. für eine möglichst umfangreiche Schikanierung der Arbeitslosen und Armen.
    Dieselben „Top-Ökonomen“ wundern sich dann später, darüber das z.Zt. überall die Binnenwirtschaft und Realwirtschaft insgesamt schrumpft.

    Herr laß Hirn regnen !

  9. Wie könnt ihr das nicht sehen? BGE ist nur ein massiver Umverteilungsmechanismus zu Lasten der Mittelschicht.
    Wie glaubt ihr, dass es finanziert werden würde. Über Vermögensabgaben oder 90% Spitzensteuersatz? Seid ihr so naiv?
    Natürlich über höhere Mehrwertsteuer, höhere Einkommensteuer…
    Im Prinzip haben wir mit Hartz4 schon ein Grundeinkommen nur nicht bedingungslos. Alles was du mit dem BGE erreichst ist, dass jetzt alle, auch die nicht bedürftigen, dieses Existenzminimum gesichert bekommen; mit dem Ergebnis, dass der Lebensstandard noch weiter sinkt.

    Und dann hast du noch andere potentielle Probleme, wie Lohndumping, dass es erschwert den Nominalwert des BGE konstant zu erwirtschaften

    • 1. Der Wohlhabende kriegt auch ein BGE und braucht es garnicht.
      2. Jeder kriegt ein BGE, evtl. sogar ohne jemals einen Finger gerührt zu haben.
      3. Arbeitslose mit nur wenig Chancen, würden gar keine mehr suchen.
      4. Die Arbeitnehmer mit einem niedrigeren, gleichen, oder knapp darüber liegendem Lohn als das BGE zeigen ihrem Arbeitgeber den Vogel und schmeißen hin.
      Da geht keiner mehr arbeiten für einen Lohn unterhalb des BGE, das ist doch logisch !
      Hier sind weder die Kassen, noch das politisch gesteuerte System und auch nicht der Mensch das Problem !
      Hier steht einfach ein ganz normales, sinnvolles und gottlob noch funktionierendes Gerechtigkeitsdenken im Weg !
      Irgendwie ein bisschen Gender (überdreht), die Idee !

  10. Das BGE scheitert nicht an der Finanzierung, sondern an der Einstellung des einzelnen Bürger und somit an den gewählten Politikern und Geld-Instituten.Unser Gefüge von Arbeit, Leistung, Entlohnung müsste in unserem System neu definiert werden. Der Sinn eines BGE liegt nicht in der Unterstützung des Bürgers, sondern in erster Linie dient es zur Rettung unserer Wirtschaft. Solange GW-Statistiken sich noch von der guten Seite zeigen können, kann der Bürger noch knapp gehalten werden (Preisgestaltung). Ein Mensch, der durch harte Arbeit mit knappen Löhnen gelernt hat sich selbst zu finanzieren, wird niemals das BGE befürworten. Damit wäre sein Leistungsdenken durchkreuzt, so nach dem Motto; „Geldgeschenke für ein nichts Tun !“

    • Der Überblick fehlt ihn um zu wissen, dass der Kreislauf unserer Ökonomie gerettet werden kann, abgesehen vom sozialen, gemeinschaftlichen Zusammen leben. Wir leben untereinander in Konkurrenz und nicht in Frieden. Gegenüber seinem Nächsten möchte jeder besser bei weg kommen. Ein BGE erfordert Empathie gegenüber seinem Mitmenschen, dass nun wirklich nicht Jeder besitzt !!! Immer das selbe Thema; Was ist Leistung ???

      • Sehe ich auch so. Liegt imho daran, das die Mainstream-Medien von Anfang an Kampagnen dagegen geführt hat, die sachlich gesehen völliger Unsinn waren (exotische Idee; kann nicht finanziert werden usw), und auch bewußt die Tatsache verschweigen, das es in einigen Ländern bereits sehr gut funktioniert.

        Genauso wie es heute noch einige Wald-Schrate gibt, die nach der neoliberalen Pressekampagne gegen die Armen in den 90ern, immer noch glauben, das unsere Finanzprobleme im Staat von den Arbeitslosen geschuldet werden und nicht etwa von zockenden Banken.
        Die Leute lassen sich anscheinend gerne belügen.

  11. Überhaupt scheinen viele nicht zu wissen, das es in den modernen Dienstleistungsgesellschaften „Arbeit für alle“ ein ewiger Wunschtraum der Neoliberalen ist und bleibt.

    Es gibt einfach nicht Arbeitsplätze für alle, das ist unumstößlicher Fakt.

    Um den wird sich mit solchen Propaganda-Mäzchen – indem man Arbeitslose z.B. wider besseren Wissens als Haupt-Grund allen Finanz-Übels darstellt- propagandistisch herumgedrückt.

    Selbst in DE, wo man einen riesigen Niedriglohn-Sektor geschaffen hat, indem man z.B. aus einem Vollzeit-Job drei 450€-Jobs gemacht hat, haben wir noch 2,5 Millionen Dauerarbeitslose und die Tatsache, das die 450€-Jobber alle nicht von ihrem Lohn leben können und auch wieder vom Staat aufstocken müssen.