in Finanzsystem

Bereits seit geraumer Zeit versuchen China, Russland und der Rest der BRICS-Staaten dem US-Dollar auf dem internationalen Parkett entgegenzutreten. Zuletzt wagte auch der Iran einen Vorstoß (NEOPresse berichtet). Nun stoßen die beiden Nachbarländer China und Russland massiv US-Staatsanleihen ab. Auch hier ist das Ziel offenbar die Schwächung des Dollar als Weltleitwährung.

„Russland und China stoßen weiterhin ihre Bestände an US-Staatsschulden ab. Im Dezember 2014 hat Russland 20 Prozent seiner US-Staatsanleihen im Umfang von 22 Milliarden Dollar abgestoßen. Der Wert der gehaltenen Anleihen fiel auf 86 Milliarden Dollar zurück. Im Verlauf des Jahres 2014 stieß Russland US-Schuldpapiere im Umfang von 45,8 Milliarden US-Dollar ab. China hingegen stieß im Dezember US-Staatsanleihen im Umfang von 6,1 Milliarden Dollar ab, berichtet Bloomberg. Damit sank Chinas Bestand auf 1,24 Billionen Dollar. Doch diese Entwicklung ist nicht neu. China und Russland haben seit 2011 zahlreiche US-amerikanische Schuldtitel abgestoßen. Nach einer Gläubiger-Liste des US-Schatzamts hält Japan US-Schuldpapiere in Höhe von 1,23 Billionen Dollar und ist damit zweitgrößter ausländischer US-Gläubiger, während China der größte US-Gläubiger ist. Belgien liegt mit 335,4 Milliarden Dollar an dritter Stelle.“ berichtet DWN.

Bereits im Dezember 2014 gab es neue Währungsübereinkünfte zwischen den beiden Partnerländern. Die damals verkündete Öffnung des chinesischen Devisenmarktes für direkte Geschäfte mit Russlands machte nicht nur den Dollar komplett umgehbar, sie erlaubt russischen Unternehmen auch, ihre Budgets in chinesischen Yuan zu kalkulieren.

Bloomberg berichtete: China wird den Handel mit Forwards und Swaps zwischen dem Yuan und drei anderen Währungen erlauben, mit der Absicht, trotz steigender Volatilität auf den Emerging Markets die Risiken beim Währungstausch zu reduzieren. Ab dem 29. Dezember werden die Verträge zunächst für den malaysischen Ringgit, den russischen Rubel und den Neuseeland-Dollar in Kraft treten, hieß es auf der Website des China Foreign Exchange Trade System. Die Zahl der Währungen, in denen Yuan-Swaps gehandelt werden können, erhöht sich damit auf elf. Laut Bloomberg sind Malaysia und Russland Chinas acht- und neuntstärkster Handelspartner. Gerade auf den aufstrebenden Märkten war es zu massiven Währungsschwankungen gekommen, nachdem der Rubel-Absturz dort einen Trend zu Totalausverkäufen von Vermögenswerten aus Entwicklungsländern ausgelöst hatte.

Der US-Dollar bringt neben dem direkten Einfluss der US-Amerikaner auch wirtschaftliche Vorteile. Darauf sollen sogar außenpolitische Schritte basieren.  Nach Ansicht der Petrodollar-Theorie war die Bedeutung der Dollarfakturierung für die USA auch ein Grund für den Dritten Golfkrieg und andere außenpolitische Eingriffe. So begann ende 2000 der Irak damit, Öl gegen Euro statt gegen US-Dollar zu verkaufen und stellte seine nationalen Devisenreserven auf Euro um. Wären andere Ölstaaten dem Beispiel gefolgt, hätten die USA dadurch vermutlich einen enormen Einnahmeausfall aus Seigniorage-Einnahmen verkraften müssen.

Die Drohungen gegen den Iran und Syrien im Vorfeld dieses Krieges dienten demnach dazu, dass diese Staaten, die ebenfalls eine Umstellung von Petro-Dollar auf Petro-Euro erwogen, bei der Dollarabrechnung blieben.

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15 Kommentare

  1. Naja, die paar Milliarden werden nicht viel ausmachen, ich vermisse ja eine Analyse, was mit dem Verfall des Ölpreises einhergeht, da werden ja viele $ schlicht und einfach nicht gebraucht?

    Jeder, der Rohstoffe kaufen will, muss sich $ besorgen, die kann er gegen Zinsen borgen, sehr bequem für die Amis. Und ich stells noch mal ein, was Hr. Starikov über das Zentralbanken – System zu sagen hat

    https://www.youtube.com/watch?v=BKYT2VsIBVQ

    Ist das so? *Kopfschüttel*. Wir bekommen immer nur kleine Puzzleteilchen, die nicht zusammenpassen wollen, inzwischen scheint das der „Regie“ auch schon egal zu sein.

    Bemerkung am Rande: DWN schaltet links auf Neopresse nicht frei, habs mehrfach versucht.

  2. Genau so!

    Aber bereits der starke Dollar stellt eine Vollbremsung für die Amerikanische Volkswirtschaft dar, da sie nichts mehr exportieren können, wie Zeit Online zu berichten weiß. Und als linientreuer NATO- Lobbyist muss dieses Blättchen es ja wissen, oder?

    „Der starke US-Dollar trifft vor allem die amerikanischen Multis, von denen viele über 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Nicht nur, dass der Wechselkurs ihr Produkt im Export teurer macht, ihre Umsatzerlöse aus dem Ausland schrumpfen auf Dollarbasis deutlich.“

    Daran sollten Russland und China nicht zu sehr rütteln. ;)

    *Amerika verliert den Währungskrieg*
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-02/amerika-dollar-waehrungskrieg

  3. Currency Carry Trade (auch CCT) ist eine Spekulationsstrategie, bei der ein Spekulant einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigem Zinsniveau aufnimmt, um davon Zinspapiere zu kaufen, die in einer anderen Währung mit höherem Zinsniveau notiert sind. Er hofft dabei, dass durch die höheren Zinseinkünfte nach Rückzahlung des Kredits noch ein Gewinn verbleibt. Die Risiken bei dieser Spekulation bestehen in Wechselkursschwankungen und in Zinsänderungen.

  4. Der Dollar ist eigentlich im Wert ziemlich weit unten. Der niedrige Ölpreis tat da das Seine.

    Die usa exortieren wahrscheinlich gar nicht mehr so viel, da die Konzerne ihre Produktionen vielfach nach China ausgelagert haben, siehe Apple.

    Der usa geht es da primär um Import. Mit Petrodollars im Ausland auf Pump kaufen. Werfen China und Rußland hingegen ihre Reserven auf den Markt, sinkt der Kurs und die usa kann irgendwann ihren Haushalt, das heißt ihre Importe nicht mehr finanzieren.

    Insofern haben die usa ein leicht ähnliches Problem wie aktuell die Griechen – sie produzieren zu wenig im eigenem Land. Das sorgt für Außenhandesldefizit und Staatsverschuldung.

  5. Dollareinfach: zehn Länder handeln untereinander mit dieser Währung. Wem die Währung gehört kann fast beliebig viel Dollar in diesen Handel schmuggeln. Es merkt ganz lange einfach niemand. Irgendwann aber doch. Jetzt sieht den Betrug die ganze Welt. Dazu muß man nicht mal ein hochbezahlter Wirtschaftsprofessor sein. ( Ha, ha). Es versuchen jetzt einige Länder sich aus dem Staub zu machen. Mal sehen was mit Venezuela, Argentinien und dem Iran passiert.

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