in Finanzsystem

Ein fast unglaubliches Geschenk macht jetzt die EZB (Europäische Zentralbank) den Geschäftsbanken. Die Negativzinsen machen es möglich – die Banken bekommen das Geld praktisch hinterher geschmissen. Die „Welt“ berichtete davon, dass sich die Banken im Zusammenhang mit sogenannten Refinanzierungsgeschäften nun 1.308,43 Milliarden Euro besorgt hätten – für 1.099 Tage, also für drei Jahre. Es kostet ja nichts.

Rekorde über Rekorde

Diese Geldsummen wiederum kosten die Banken nichts – mit etwas Glück verdienen sie damit Geld oder können zumindest die eigenen Liquiditätsreserven etwas aufstocken. Aktuell liegt der Zins, den die EZB für Einlagen zahlt, bei -0,5 %. Sie zahlt also effektiv dafür, wenn das Geld nicht da ist.

Oder andersherum: Wenn die Banken sich Geld von der EZB organisieren, erhalten sie dafür Geld. Ein Albtraum für jeden Volkswirt. Denn diese Form der Geldspritze kann entweder nur in einer weit greifenden Inflation enden oder in einer Deflation – niemand kauft mehr, weil die Verhältnisse noch besser werden (und die Preise weiter sinken könnten).

Diese Form der Geldgeschenke werden die Banken dennoch nicht ungenutzt lassen. Etwa 50 % der Geldmittel würden, heißt es, genutzt, um alte, bestehende Langfristdarlehen bei der EZB abzulösen. Dies ist selbstverständlich kaufmännisch nachvollziehbar, kostet die EZB aber weiteres Geld – eben künftige Forderungen. Wirtschaftlich betrachtet entspricht dies einer Schulden-Teil-Streichung.

Der weitere Effekt: Südeuropäische Staaten, die ihre niedrig verzinsten Anleihen (also Geldleihen) verkaufen wollen, finden jetzt Käufer – bei den Geschäftsbanken, die wiederum von der EZB geradezu gefüttert worden sind.

Die Schuldenblase wird sich weiter aufblähen. Das ganze System steht auf sehr wackligen Füßen: Wenn die Zinsen eines Tages steigen sollten, platzt die Blase – und dies schnell, laut und heftig. Dann sollten Sie sich geschützt haben….

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. A.H. war militanter Rauchgegner, militanter Vegatarier, prophezeite, daß die Welt in der Zukunft vegeatisch sein würde, Erfinder des Windräderwahns und Schuldenweltmeister. Von 33 bis 45 stiegen die Schulden von 47 Mrd. RM auf 347 Mrd. Reichsmark. Das Geld wurde eingesetzt für Kriegsmittel im Sinne eines alles oder nichts.
    Soweit ich mich erinnere, gab’s auch damals die Gefahr eine Inflation, worauf A.H. bestimmt hat, daß der Preisanstieg verboten würde. – Der läßt sich auch verhindern mit Überproduktion.

    Die „Lockdown“ ist nicht von Corona veranlaßt, sondern von der Politik. Und die Strippenzieherrei in Richtung EU-Staat ist wahrnehmbar. Zudem erinnert der knappen Befehlston an einen Krieg. An einen Wirtschaftskrieg?

    • Auf einer anderen Website las ich vor eingen Jahren einen interessanten Gedanken, der auch durchgerechnet worden war.
      Der Autor sagte, daß, würden alle Waffen, welche in Europa produziert werden, ins Inland geliefert werden, hätte Europa in Windeseile eine stärkere Armee als die USA. Die Armeen bräuchte nur zusammegeschlossen zu werden.
      Und von einer Brüsselarmee träumt träumen die Protagonisten nicht erst seit gestern.

      Der Wirtschaftskrieg könnte gegen die USA geführt werden, besser, gegen den Dollar.

Webmentions

  • EZB: Monopoly-Geld an die Banken – Die Welt 20. Juni 2020

    […] Source link […]