in D/A/CH

Ein neueres Buch erobert den Markt. „Die Abgehobenen“ von Michael Hartmann erobert die Buchläden. Er beschäftigt sich darin mit der Elite in Deutschland. Deren Ideologien und die Art, wie sie es in den öffentlichen und den politischen Raum schafft. Wie ist unsere Elite beschaffen? Die provozierende Frage, die „Telepolis“ nun in einem interessanten Interview aufgreift: „Ist sie eher dämlich oder eher geisteskrank“?

Die Elite ist nicht dämlich….

Hartmann meint, weder das eine noch das andere sei der Fall. Sie sei auf diese Weise nicht zu greifen. Donald Trump etwa, ohne Zweifel Mitglied der Elite, ist weder intellektuell „eine Leuchte“ noch als Narzisst in irgendeiner Form zu bremsen. Der Narzissmus unterscheide ihn dennoch nicht von seinem französischen Regierungskollegen, von Emmanuel Macron. Auf der anderen Seite gilt ihm Donald Trump nicht als „politischer Idiot“, sondern als zweckmäßiger Politiker – im Sinne seiner eigenen Parteifreunde (also derjenigen, die sich dem politisch-wirtschaftlichen Lager verbunden fühlen).

Eliten bestehen seiner Meinung nach aus Menschen, die schlicht in den Schaltstellen sitzen, also in Regierungsbehörden wie in den Unternehmenszentralen. Dies seien in Deutschland insgesamt ungefähr 4.000 Menschen. Der „Konsens“, der sie kittet, ist die „neoliberale“ Haltung, die davon ausgeht, Märkte seien überlegen und effizient. Die Staatsschuldenkrise und nicht etwa – wie hier offenbar unterstellt wird – die „Deregulierung der Finanzmärkte“ als wichtiger Einflussfaktor – sei nach Ansicht der „Elite“ hauptverantwortlich für die Krise der Finanzmärkte ab 2008.

Deshalb sei sie auch Anhänger der „Agenda-Politik“ von Schröder oder der rigiden Vorgehensweise Griechenland gegenüber, als es um die Sanierung des nahezu kollabierenden Landes ging.

Tatsächlich dürfte Hartmann Recht haben – nur leider zu einem großen Teil auch die „Elite“. Denn die Staatsschulden-Krise ist schlicht ein wichtiger Faktor für den Zusammenbruch der Märkte insgesamt. Die Finanzkrise 2008 entsprang in der Tat der „Deregulierung“ – hier wurden Finanzwaffen geschaffen (Derivate, die zahlreiche wertlose Kredite zusammenfassten und weltweit verteilt wurden), die dann explodierten, weil die Schuldner nicht zahlen konnten. Die Banken vertrauten einander nicht mehr.

Nur: Die weiterhin schwelende Krise ist vor allem auch den Staatsschulden zu verdanken. Irgendwann müssen Schulden bezahlt werden – oder sie werden per Knopfdruck gelöst. Wir alle können nur hoffen, dass es dann keine Waffenknöpfe sein werden.

Nein, die Elite ist also nicht „dämlich“.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar