in Finanzsystem

Die Volksrepublik startet zahlreiche Offensiven gegen den US Imperialismus. China möchte die USA als Weltmacht Nummer 1 ablösen. Als ersten Schritt wollen die Chinesen die Amerikaner aus ihrem Vorhof in Asien verdrängen. Danach soll der Dollar als Weltwährung verschwinden. Der größte Trumpf der Chinesen: Sie sind der größte Gläubiger der USA.

Verdrängung aus Pazifik Raum

„Unser historisches Dominieren, das die meisten Akteure, die hier präsent sind, zufriedenstellte, nimmt offenkundig ab“, stellte in den Tagen der Befehlshaber der US-Pazifikflotte, Viersterne-Admiral Sam Locklear bei der Marine-Konferenz fest. Als den wichtigsten Faktor, der die Militärüberlegenheit der USA bedrohe, nannte der Admiral die wachsende Militärstärke Chinas, schreibt die US-amerikanische Ausgabe „Defense News”. Locklear bemerkte auch, dass der Asien-Pazifik-Raum eine beispiellose Militarisierung durchmache, was zusammen mit dem steigenden chinesischen Einfluss den Status quo untergrabe. Allerdings sollen die USA weiterhin im Pazifik dominieren und „todesgefährlich“ für ihre Feinde bleiben, so Locklear.

Zweifelsohne hat der Asien-Pazifik-Raum in den letzten Jahren radikale Veränderungen erfahren, was die Steigerung des Militärpotenzials einer ganzen Reihe von Staaten betrifft. Dabei ist hier China der Drahtzieher. Und das nicht nur dazu, um die USA zu verdrängen, meint Alexander Maslow, Chef des Orientlehrstuhls der Moskauer Wirtschaftshochschule: Eigentlich macht China ja längst kein Hehl aus seinem Vorhaben, seine Kriegs- und vor allem Marinemacht aufzustocken. Peking betrachtet die in der Region vor sich gehenden Prozesse als kaum kontrollierbar: Nordkorea droht seinen Nachbarn und den USA mit Atomwaffe, Japan verschärft den Konflikt um die umstrittenen Senkaku/Diaoyu-Inseln, auch im Streit zwischen China und Taiwan um die Penghu-Inseln ist bisher kein Ende abzusehen.

BRICS Staaten schaffen neue Finanzstruktur

in Fortaleza tagen seit Dienstag die Staatschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bei ihrem sechsten sogenannten BRICS-Gipfel. Gemeinsam planen sie nichts weniger als eine völlige Umkrempelung des internationalen Finanzsystems. Dazu haben die fünf Staaten, die 40 Prozent der Bevölkerung und ein Fünftel der globalen Wirtschaftskraft vereinen, ein Dokument unterzeichnet, das die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank vorsieht. Zudem soll ein eigener Reservefonds aufgebaut werden. Beide Institutionen sind explizit als Alternative und Gegenpol zur Weltbank einerseits und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) andererseits gedacht. Mithilfe der neuen, eigenen Institutionen wollen die Länder die Vorherrschaft des Dollar und des westlichen Finanzwesens brechen. „Die BRICS-Staaten suchen Alternativen zur existierenden Weltordnung“, sagt Harold Trinkunas, Direktor der Lateinamerika-Initiative bei der Denkfabrik Brookings Institution. Dazu wollen sie auch die Zusammenarbeit mit weiteren Schwellenländern suchen, die voraussichtlich eingeladen werden, sich an den neuen Institutionen zu beteiligen.

Die Verhandlungen dazu hatten sich über zwei Jahre hingezogen. Doch jetzt ist klar: Die BRICS-Bank soll den Namen „New Development Bank“ erhalten und mit einem Startkapital von 50 Milliarden Dollar ausgestattet werden. Dieses werden die fünf Länder zu gleichen Teilen beisteuern, sodass auch ihr Stimmgewicht gleich stark sein wird. Das Startkapital soll auf 100 Milliarden Dollar anwachsen. Voraussichtlich 2016 könnte die Bank ihre Arbeit aufnehmen und erste Kredite für Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern vergeben. Indien soll die erste Präsidentschaft für fünf Jahre übernehmen.

In einem Interview mit dem eurasischen Magazin verdeutlicht Börsenexperte und Wirtschaftswissenschaftler Marc Faber: „Die USA haben ein wachsendes Haushaltdefizit, das – wenn man die Finanzsituation der einzelnen Bundesstaaten mit einschließt – bereits ein beängstigendes Ausmaß erreicht hat. Zudem erwirtschaften die USA ein gewaltiges Handels- und Leistungsbilanzdefizit, das von ausländischen Geldern finanziert werden muß. Damit sind die USA wirtschaftlich sehr stark von der Bereitschaft dieses ausländischem Kapitals abhängig, seine schwache Wirtschaft zu stützen. Falls ausländische Kapitalgeber eines Tages ihren Appetit auf amerikanische Anlagen verlieren sollten, so hätte dies einen wesentlich schwächeren US-Dollar zur Folge, oder der Konsum in den USA müßte drastisch eingeschränkt werden. Noch ein weiterer Aspekt: In den USA wird Geld gedruckt, werden Schulden aufgenommen, aber die Industrieproduktion wächst nicht. Dagegen steigt sie in Ländern wie China enorm an – letztes Jahr um schier unglaubliche 19 Prozent. Damit ergibt sich eine gewaltige Verschiebung des Reichtums von den USA nach Asien, welches zur Zeit eindrucksvolle Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnet, die ihrerseits die asiatischen Währungsreserven stark erhöhen.“

China und Russland verschmelzen zu festen Partnern

Die strategische Partnerschaft China’s mit den USA scheint wie Schnee in der Sonne dahin zu schmelzen. Stattdessen nähern sich China und Russland wieder näher an, um gemeinsam die USA herauszufordern.

Nachdem Wladimir Putin mit seiner zunächst verdeckten und später offen militärischen Intervention und der Okkupation der Krim einen massiven Konflikt mit den USA heraufbeschworen hat, der durch Wirtschaftssanktionen gegen Russland seitens der Nato-Staaten beantwortet wurde, sucht Putin händeringend Verbündete, die ihn vor dem. Die de facto Pleite Russlands von 1998 ist dort unvergessen. Auslöser war damals wie heute ein massiver Kapitalfluss aus Russland. Mithin steht Putin nach seinem Krim-Abenteuer mit dem Rücken zur Wand.

Neben dem Iran ist der neue Verbündete insbesondere China, das mit seinen prall gefülltenWährungsreserven Russland ausreichend Rückendeckung geben kann. Langfristige Lieferabkommen über 30 Jahre über große Mengen von Erdöl und Erdgas an China sollen mögliche Ausfälle gegenüber den Iran ausgleichen. Der Iran dürfte als Zwischenlieferant Russlands an China diesen über seine Häfen mit Erdöl und Erdgas versorgen. Bis entsprechende Erdöl- und Erdgasleitungen von Russland nach China gebaut sind , müssen ja diese über andere Transportwege an China geliefert werden. Deckt sich Russland mitiranischen Erdgas und Erdöl ein und liefert dieses an China, dann kann schneller entsprechend Geld an Russland fließen. Ohne eine solche zweite Einnahmequelle sind alle Drohungen Russlands gegenüber der EU den Mitgliedsländer einschließlich der Ukraine den Gashahn abzudrehen zugleich für Russland ein wirtschaftlicher Selbstmord. Ohne die Einnahmen aus den Erdgas und Erdöllieferungen wäre der russische Staat schnell bankrott. Mithin sind Wirtschaftssanktionen wie sie der Westen jetzt androht durchaus ein Mittel das Putin in die Knie zwingen könnte.

Finanzielle Konfrontation

Neben der militärischen Konfrontation suchen China und Russland aber noch die Konfrontation mit den USA auf den globalen Finanzmärkten. Chinas lang gehegter Wunsch den Renminbi zu einer globalen Weltreservewährung zu machen, könnte jetzt rascher als zunächst geplant Wirklichkeit werden. Neben zahlreichen Devisen-Swap-Abkommen mit zahlreichen seiner wichtigsten Handelspartnern, die damit direkt bilateral in den jeweiligen Währungen und dem Renminbi Handel treiben können, wird nun auch noch institutionell gegenüber den USA aufgerüstet.

Chinas größte Waffe

Nach wie vor sind die Chinesen aber der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten. 1,277 Billionen schulden die USA China mittlerweile. Japan liegt nur knapp dahinter mit 1,1 Billionen Dollar. Diese Macht können sie jederzeit ausspielen und die USA zum Handeln zwingen. Jedoch hat die USA kräftige gegen Instrumente: Laut Börsenexperten Dirk Müller sind die mächtigsten US Banken mittels Nahrungsmittelspekulationen dazu fähig den Weizen und Getreide Preis in die Höhe zutreiben und so dem größten Verbraucherland China massiv Schaden zufügen. Das geschah zuletzt 2009 als China versuchte den US Dollar aus ihren Reserven loszuwerden und ihn durch den Euro zu ersetzen. Der Lebensmittelpreis stieg und stieg bis die Verkäufe gestoppt wurden.

Es bleibt also abzuwarten wie sich die globalen Machtverhältnisse verschieben werden. Klar ist jedoch: verändern wird sich einiges.

Quellen:
freieneuezeitung.wordpress.com
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/17/gegen-den-dollar-china-will-globale-vorherrschaft-der-usa-brechen/
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article129931099/Das-US-Imperium-befindet-sich-in-seiner-Spaetphase.html
http://www.welt.de/finanzen/article130193379/Schwellenlaender-schmieden-maechtige-Anti-Dollar-Front.html
http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article130195453/BRICS-Staaten-wollen-neue-Finanzarchitektur-schaffen.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/us-haushaltsstreit-die-groessten-glaeubiger-der-usa-im-ueberblick-a-928124.html
FOTO: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Obama_COP15_Jiabao.jpg?uselang=de#filelinks
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Der-Anfang-vom-Ende-des-amerikanischen-Imperiums-China-wird-die-USA-aus-dem-asiatischen-Markt-verdraengen/20603

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Tja, was bleiben dem usraelischen Imperium dann als Reaktonsoptionen?

    In einen Lohnpreiskampf mit chinesischen Dumpinglöhnern zu gehen? Das wird die us-Bevölkerung vermutlich nicht mitmachen.

    Über Hightech-Produkte a la Deutschland Marktanteile zurückerobern? Teilweise möglich, ist aber ein schwieriger Markt, weil D dort traditionell sehr stark ist. Diesen Kampf haben z.B. die Briten bereits vor 1914 verloren, Stichwort „Made in Germany“.

    Viel bleibt da wohl nicht mehr. Entweder Militärkarte ausspielen oder den heimischen Binnenmarkt gegen China-Waren abschotten. Letzteres wäre aber ein radikaler Richtungswechsel in der kapitalistischen Wirtschaftspolitik.

    • Die Folgen eines solchen Neuprotektionismus wären aber auch fürs Binnenland dramatisch. Die usa würden Teile des Weltmarktes verlieren, da die anderen Staaten das Spiel dann auch spielen würden. Andererseits würden extrem viel neue Produktionsstätten und damit Arbeitsplätze in den usa entstehen. Binnenproduktion statt Import.

      Die Gewerkschaften würden wieder stärker.

      Wäre eine Roßkur, bei der die usa aber vermutlich nach anfangs harten Zeiten wieder wirtschaftlich und finanzielle auf die Beine käme. Der Dollar und die Schulden müßten dafür vermutlich geopfert werden.

      Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass die Psychopathen in Übersee es auf militärischem Gebiet versuchen.

  2. Der Brics-Gipfel in Fortaleza endete schon am 17.7.2014, als Putin auf dem Rückwege Donec’k überflog und direkt danach dort die malaysische Passagiermaschine abgeschossen wurde.

    Wieso müssen die USA mit ihren gerade mal 316 Millionen Einwohnern die ganze Wet beherrschen, wo allein in den Brics-Staaten schon rd. 4 Milliarden Menschen leben!?

  3. Was für eine Aussage wird hier getätigt??

    „…Nachdem Wladimir Putin mit seiner zunächst verdeckten und später offen militärischen Intervention und der Okkupation der Krim einen massiven Konflikt mit den USA heraufbeschworen hat, der durch Wirtschaftssanktionen gegen Russland seitens der Nato-Staaten beantwortet wurde, sucht Putin händeringend Verbündete, die ihn vor dem. Die de facto Pleite Russlands von 1998 ist dort unvergessen. Auslöser war damals wie heute ein massiver Kapitalfluss aus Russland. Mithin steht Putin nach seinem Krim-Abenteuer mit dem Rücken zur Wand. …“