in Finanzsystem

Die Lebensversicherungen in Deutschland sind nach einer Analyse des „Bundes der Versicherten“ schwer unter Druck. Immerhin 25 % hätten derzeit Probleme. Die seien sogar „ernst“, so der Sprecher des Vereins, Axel Kleinlein. Konkret betroffen sind 22 der 84 bewerteten Versicherungsunternehmen. Die seien entweder nicht liquide genug oder würden Verluste erwarten (müssen). Dies ergeben offenbar die Berichte, die Versicherungsunternehmen nach den Normen der EU inzwischen offenlegen müssen. Was passiert hier – und sind die Interessen privater Haushalte hier betroffen? Wir meinen: Ja.

Versicherungsunternehmen leiden unter den Zinsen

Die Versicherungsunternehmen würden, so heißt es, unter den niedrigen Zinsen leiden. Zudem würde es „Unsicherheiten bei Unternehmensanleihen“ geben – gemeint hier: die Rückzahlung der Anleihen steht auf dem Prüfstand. Schließlich würde sich auch die Corona-Krise erschwerend auswirken.

Immerhin haben die Versicherungsunternehmen Kundengelder in Höhe von 100 Milliarden Euro akquiriert. Der Bund der Versicherten sieht vor allem die hohen Garantiezinsen aus den 90er Jahren – die immer noch jährlich bezahlt werden müssen – als Risiko. Der „GDV“, dies ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, nennt hingegen die „Solvenzquote“ (vorhandene vs. erforderliche Eigenmittel) derzeit offenbar auskömmlich. Die Folgen der Corona-Krise ließen sich noch nicht abschätzen.

Die drei Faktoren allerdings – niedrigste Zinsen, die Anleihen-Problematik und die Corona-Krise – sind durchgehend auch Folgen der Regierungspolitik(en). Die niedrigen Zinsen hat die Merkel-Regierung zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgesetzt, um die Finanzkrise 2008/2009 zu überstehen. Die Anleihen-Unsicherheit speist sich aus demselben Problem: Die niedrigen Zinsen erlaubten es auch schwächeren Unternehmen, sich gegen kleine Aufschläge zunächst zu verschulden. Und die Corona-Krise beruht auf den Lockdown-Maßnahmen der Regierung – wie auch immer Sie diese bewerten.

Lebensversicherungen insgesamt haben sich über einen Dachverband „Protector“ geschützt. Wenn es zu einzelnen Ausfällen kommen sollte, dann dürften einzelne Haushalte noch kein Geld verlieren. Bricht wegen der Finanzpolitik die gesamte Branche ein (die zudem unter Zahlungsausfällen bei Anleihen aus dem Ausland leiden wird), dann wird es ernst. Für Sie. Mehr erfahren Sie hier. 

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