in Finanzsystem

Aus der Hochfinanzwelt hört man seit mehreren Monaten, dass ein Bargeldverbot dort also große Chance und ein in Zukunft durchzusetzendes politisches Projekt gilt. Mehrere europäische Länder befinden sich bereits schrittweise auf dem Weg zur  Abschaffung des Bargelds mittels Obergrenzen. Doch die Frage bleibt, ob es ein solches Verbot in Zukunft kommen wird. Die Griechenland-Krise könnte als Kickstarter für die Umsetzung sein.

Eine gefragte Idee

„Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) fordert eine Obergrenze für das Bezahlen mit Bargeld. So sollen Schwarzgeldgeschäfte und Steuerhinterziehung unterbunden werden. Andere Länder hätten solche Höchstgrenzen bereits, sagte Walter-Borjans am Freitag in Düsseldorf. Er verwies auf Italien, wo es seit längerem eine Obergrenze für Bargeschäfte von 1000 Euro gebe. In Frankreich solle dieses Limit auf 1000 Euro herabgesetzt werden. Wegen der anderen „Bezahlkultur“ in Deutschland müsste die Grenze höher liegen, etwa bei 2000 oder 3000 Euro. Über diesen Betrag hinaus mache die Barzahlung skeptisch.“ so DWN.

Forderungen in dieser Richtung gibt es schon länger. Larry Summers, 1991 bis 1993 Chefökonom der Weltbank anschließend Finanzminister der Clinton-Regierung, forderte bereits 2013 ganz offen die „Abschaffung des Bargelds“. In einer Rede vor dem IWF-Wirtschaftsforum im November begründet er das unter anderem mit einer vermeintlich eintretenden „massiven Nachfrage-Erhöhung“. Ein verirrter Ökonom auf Irrwegen? Keineswegs. Der einflussreiche Summers steht keinesfalls alleine da. Kenneth Rogoff, noch ein US-Ökonom aus Harvard, früher beim Internationalen Währungsfonds tätig und – rein zufällig wohl – ebenfalls Mitglied im Council on Foreign Relations, hat rund ein Jahr nach Summers Auftritt in dieselbe Kerbe geschlagen. Auch er Chefökonomen der Citigroup, Willem Buiter, ist ein dezidierter Befürworter der Bargeldabschaffung. Buiter sieht aber, dass Bargeld vor allem von Ärmeren und Älteren genutzt wird. Um die nicht ganz zu verprellen, schlägt er vor, nur noch Scheine mit kleinem Nennwert bis zu Fünf-Dollar auszugeben – immerhin.

Aus den – durchaus einflussreichen – Forderungen wird nun teilweise Realität. Den Anfang macht Frankreich mit einer eher minimalen Einschränkung im vermeintlichen Kampf gegen den Terrorismus.  Von September an dürfen nur noch maximal 1.000 Euro in barer Münze bezahlt werden. Das kündigte der französische Finanzminister Michel Sapin vor einigen Wochen an. „Große Geldflüsse“ sollten systematisch überwacht werden, sagte Sapin der Zeitung „Le Parisien“. Dafür sollen Banken sämtliche auffälligen Geldbewegungen bei den zuständigen Stellen melden.Auch Griechenland plant offenbar Bargeldzahlungen einzuschränken. Transaktionen über 70 Euro sollen nur noch mit Karte erfolgen dürfen. Begründet wird das mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung. Die JPMorgan Chase will in den Schließfächern und Tresoren ihrer Kunden kein Bargeld mehr akzeptieren. Außerdem müssen Tankstellen, Restaurants und kleine Läden in Dänemark bald kein Bargeld mehr annehmen. Die Notenbank Dänemarks hat bereits angekündigt, dass sie von Ende 2016 an mangels Nachfrage keine neuen Banknoten mehr drucken will.

Griechenland als Kickstart

Wie zu erkennen ist, gibt es also bereits Schritte und Forderungen, die in diese Richtung deuten. Ein wirkliches Verbot auf europäischer Ebene gibt es aber noch nicht, geschweigedenn in Deutschland, wo die Menschen stark am physischen Geld hängen. Ist eine solche Abschaffung also überhaupt denkbar?

Wer die Griechenland-Krise der vergangenen Monate mitverfolgt hat, kommt zu dem Schluss: Ja, und wie! Denn als die griechische Syriza-Regierung de facto über keine Liquidität mehr verfügte, weil die Hilfspaket-Verhandlungen mit den Euro-Ländern stockten, musste in Griechenland der Finanzverkehr drastisch eingeschränkt werden. Banken wurden geschlossen. Überweisungen ins Ausland waren nur noch bedingt möglich. Aber vor allem: Die Bargeldauszahlung wurde stark begrenz. Zeitweise auf wenige Euro. Der Grund liegt nahe: Die griechischen banken verfügten nicht über genügend Geldreserven um alle Spareinlagen auszuzahlen. Wäre es nicht zu einer europäisch-griechischen Einigung gekommen, wäre der Bankensektor wohl vollkommen zusammengebrochen.

Mit einer Pleite Griechenlands, die ja immer noch im Raum steht, und auch über die nächsten Jahre nicht an Wahrscheinlichkeit verlieren wird, würde auch der europäische Bankensektor ins Rudern kommen. Auf den Finanzmärkten würde wieder großes Misstrauen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung ausbrechen und auch in Deutschland würde ein „Bank-Run“ stattfinden. Aber auch hier wären die Spareinlagen nicht vollkommen auszuzahlen und der Bargeldverkehr müsste beschränkt werden. Um dann einerseits Negativzinsen durchzusetzen und andererseits die deutschen und europäischen Banken nicht ins Wanken zu bringen, würde ein Bargeldverbot an Popularität in den herrschenden politischen Kreisen gewinnen – und eine Begründung hätte man, im Gegensatz zur aktuellen Situation, auch.

Die Folgen

Ein solches Verbot hätte massive Auswirkungen auf die Freiheit der Bürger Konkret wäre die Bevölkerung vollkommen gläsern gegenüber Banken, zu denen er fortan zwangsweise gehen müsste, und auch gegenüber Behörden. Außerdem wäre eine Enteignung mittels negativ Zinsen leicht durchzusetzen. Desweiteren wäre die Möglichkeit eines Bank-Run, der mittlerweile den Generalstreik als wirkungsvollstes Massenprotestmittel abgelöst hat, völlig unmöglich. Lesen Sie hier mehr über die Folgen eines Bargeldverbots: „NEOPresse: Das Bargeldverbot droht

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Kommentar

17 Kommentare

  1. nicht so schnell, eine Begrenzung der Barzahlung auf 1000 Euro wie in Italien wird das System nicht retten, ein Totalverbot des Bargelds bedeutet für die Banken ein Selbstmord, bei Negativzinsen bleibt auf den Konten nichts,die Sparer werden in Immobilien, Gold, Anleihen, Kunst und Aktien flüchten, das heisst es gibt nur weitere Blasen die dann platzen werden und das System noch mehr destabilisiern, Renten- und Sozialsysteme kollabieren da die Steuereinnahmen enorm, dank dem Schwarzmarkt, sinken werden. Meiner Meinung nach schwätzen über das Bargeldverbot nur Idioten in der Politik, die keine Ahnung haben, was es bedeutet. Wahrscheinlicher ist eine Enteignung zum Beispiel 30% wie auf Zypern vorgemacht, das ist aber politischer Selbstmord.

  2. Alleine
    dass ein Bargeldverbot , das (privaten) Banken
    den Zugriff auf das Vermögen der Menschen erzwingt ,
    nicht nur angedacht wird sondern in Salamitaktik bereits auch umgesetzt ,
    zeigt wie die westliche Welt sich auf einem katastrophalen und faschistuiden Weg befindet .

  3. Immobilienkrise, Bankenkrise, Euro-Krise, Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise – egal –, Dollar, Euro oder Rubel rollen stets in warmen Strömen. Wer diesen globusumfassenden Wahnsinn finanziert, ist uns allen nur zu gut bewusst, denn das können wir den regelmäßig steigenden Abrechnungen über unsere Abgaben entnehmen. Nur, wer sind die wirklichen Profiteure?

  4. Hinter der Aktiengesellschaft ›ORS‹ steht die ›Equistone Partners Europe‹ (EPE). Wer sind aber die 30 Anleger und wer ist die ›Barclays Bank‹, die die EPE kontrollieren? Es handelt sich um globale Player der Hochfinanz, die Fäden laufen bei der Bankiersfamilie Rothschild zusammen

  5. Ein weiterer Schritt in die totalkontrollierte virtuelle Welt, in der es nichts Greifbares mehr geben soll. Unsere Daten liegen in der Cloud und Guthaben existiert nur noch per Mausklick. Und mit nur einem Klick ist alles weg…

    Aber ist ja nicht schlimm, wir haben ja facebook und andere sog. soziale Netzwerke – unser Leben der Zukunft… wer braucht da schon etwas Greifbares…

    Monsanto diktiert und verteilt das Essen an die, die kräftig genug sind, das System am Laufen zu halten. Alle anderen werden per moderner Euthanasie systematisch und schleichend ausgerottet. So sieht sie aus, unsere neue Welt.

    Selbstverständlich alles nur zu unserer Sicherheit, also brav weiter zur sog. Wahl gehen und die Stimme in einer Urne versenken…

  6. @Sven: Nichtwählen löst das Problem nicht, es ermuntert die Eliten so weiterzumachen, wie bisher.
    Meines Erachten „löst“ es das Problem nur, wenn die „Mainstream-Parteien“ keine oder nur noch wenige Wahlstimmen erhalten und die „kleinen“ Parteien dafür massiv zulauf.
    „Die Revolution muss von unten kommen !“
    Mit dem Mainstream ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen.
    Zeit, eine neue „Bürger“-Partei zu etablieren, a la „PMB – Partei mündiger Bürger“ !
    „Normalbürger“, die diesen Wahnsinn nicht mehr mitmachen wollen, daß die „wichtigsten“ Themen IMMER im Geheimen ohne Bürgerbeteiligung beschlossen werden und die Demokratie immer mehr auf der Strecke bleibt. (s. TTIP/CETA/TISA, Bargeldverbot, NSA-Skandal, Asyl- und…

    • Wenn Wahlen etwas bewirken koennten , waeren sie verboten. Ist zwar nicht von mir-stimmt aber.
      Wir leben in einer virtuellen Theater-demokratie mit gutbezahlten Politdarstellern.
      Regieren tun seit mehr als 200 Jahren Andere aus dem Dunkeln heraus.
      Ihre Willensvollstrecker sind die Bilderberger der GFR und viele andere NGO’s.

  7. Den „gläsernen Menschen“ gibt es ja heute schon, da kann man nicht mehr viel zerstören.

    Richtig ist aber, das das wenige vertrauen in Papiergeld, das Ah und Oh einer Währung, massiv geschädigt wird.

    Die Flucht in Sachwerte, sprich z.B. Edelmetalle, wird die Folge sein, mit dem Ergebnis, das der Staat die Kontrolle total verlert.

    Schon heute bei den Minizinsen, kann man mit Erspartem kein Gewinn machen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Bargeld der Bürger heute bereits unter dem Kopfkissen hortet.

    Griechenland ist da ein schönes Beispiel. Trotz massiver Bargeldeinschränkung waren die Gaststätten voll. Im TV liefen aber nur Bilder, wo Rentner stundenland wegen 30 Euro anstanden.

  8. @Der-Querulant | Ich habe den Glauben längst abgelegt, dass wir mit dem Austausch von Parteien die Problemelösen können. Denn wir tauschen lediglich aus. Gesetze werden schon heute größtenteils von Konzernen gesteuert und diktiert. Und ob das Konzern-Sprachrohr namens Politik nun gelb oder schwarz oder grün ist, macht keinen Unterschied. Jede Partei wird früher oder später ihre Rolle kennenlernen. Natürlich sind die „kleinen Parteien“ jetzt noch hoffnungsvoll. Sobald sie jedoch einmal regieren sollten, wird ihnen von den wirklichen Chefs schnell gezeigt, was Sache ist.

    Anstatt ich also die Zeit in einem Wahllokal verbringe, lerne ich, wie man Salat anbaut und grabe einen Brunnen. Denn das ist die einzige Sicherheit, die wir wählen…

  9. Ersteinmal haben wir gar kein Bargeld sondern den Euro, dessen Abschaffung mehr als überfällig wäre. Und abschaffen von Geld darf zur Zeit keiner derjenigen, die immer darüber reden und das fordern.
    Ob wir ein Bankhaus mit Aufgaben betrauen ist unsere freie Entscheidung. Weder Politiker noch Banker haben hier irgendetwas zu bestimmen.
    Die EU – VERORDNUNGEN haben keinerlei Gültigkeit Nirgendwo – also warum haltet IHR Euch daran??!!

  10. Das akzeptierte Zinseszins Schuldgeldsystem genannt auch Fiatmony, hier der Euro, ist von Beginn an, ein geduldetes Betrugs System.
    Die Geschaeftsbanken praktizieren die Geldschoepfung per Kredit bis zur Stunde Geld aus L U F T.

    Es ist zum Spott fuer jeden denkenden Menschen, dass z. B. Luftgeld, als Hilfspaket an Griechenland der griechischen Volkswirtschaft als zusaetzliche Schuld auferlegt ist und wird, obwohl dies Geldbetraege als Nummern in den Bankcomputern an die internationalen Glaeubiger weiter transferiert sind und werden.
    Wie lange lassen sich die europaeischen Voelker diesen Raubzug der Baenkster noch gefallen?

    Wir duerfen die Baenkster und Politikdarsteller nicht mit einem Bargeldverbot entlasten. Das StGB hat…

  11. Da die Politdarsteller die „Euro Laender“ alle privatisiert und globalisiert haben, und alle staatlichen Einrichtungen zu Firmen degeneriert ( Firmenregierungen) bleibt der Weg offen, nach UCC ( Universal Comercial Code), diese nach internationalen Handelrecht in die rechtlichen Schranken zu weisen. Hier greift die Privathaftung gegen jeden Politdarsteller. Und wenn die Haftungssumme sein Privatvermoegen uebersteigt, wird auch deren Schmerzgrenze erreicht.
    Hier liegen die rechtlichen Bausteine, um den kriminellen Politbanden den Spass zu verderben….

    Auch der Papst Erlass vom 11.7.2013 wird immer noch von den Medien ignoriert! (Ein Motu proprio)
    welcher die Immunitaet fuer „Schauspieler“aufhebt!

  12. @Hartmut Lau

    UCC und wie willst Du das durchsetzen?

    Beispiel:
    Pfändungs-Einziehungsverfügung der Sparkasse Betrag x von deinem Geldkonto
    alleinige Begründung §840 ZPO. Die gibt es seit 2006 nichtmehr ebenso OWIG STPO usw.
    Die private Kommune hat die Sparkasse beauftragt aus einem nichtigen Abgabenbescheid heraus §15 sächs. Verwvollstreckungsgesetz das ist aber nicht in Kraft gesetzt und kann es auch nicht von einer selbsternannten Privatregierung §30
    der nichtige Bescheid wird von Knöllchendame auch noch beglaubigt.
    Zwangsvollstreckungen sind seit 2006 Bundesbereinigungsgesetze verboten.
    Also Betrug Diebstahl Raub Urkundsbetrug Nötigung Beglaubigungsbetrug Amtsanmaßung usw. usf. oder GEZ . Immer daselbe Betrugsmuster. Und…

  13. dann die Privatrichter die ihre Urteile nicht unterschreiben , um der Privathaftung(die eigentlich von keinem Richter vollzogen würde) zu entgehen.

    Da kannst du zur Mahnwache torkeln oder auch nicht.

    Der Wessi demonstriert schon seit 1945 und kriegt den Gummiknüppel aufs Maul und feixt wenn es gegen den DDR Bürger gegangen ist. Das Gequatsche bringt gar nichts. Währungsunionen – reformen- Jedesmahls wurde Lebensarbeitszeit gestohlen. usw. usf.
    Mal nachdenken wenn es noch geht.

  14. Und wählen gehen ohne in Krsft gesetzte Wahlgesetze.

    Die wählen sich seit Jahren alleine bzw werden von den Bilderbergern eingesetzt..

    Und diejenigen(in Zeitungen und anderen die am lautesten schreien sind hochbezahlte Kollaborateure

    also lubenreine Demokraten

  15. Wie weit weg sind Politik & Experten von der Realität? Ohne Bargeld ruiniert sich jeder Staat in kurzer Zeit. Ein Tauschsystem entsteht: die Privat-Wirtschaft arbeitet, zahlt aber keine Steuern: »Du reparierst mein Auto – ich streich‘ Deine Bude an«. Nicht kontrollierbare Internetbörsen entstehen.
    & 1: Bargeldlosigkeit funktioniert nur, wenn *alle* Staaten mit machen.
    Das Gros kann das rein technisch nicht – für viele gar eine Marktlücke? Dann zahle ich hier eben nicht mit Euro, sondern mit Franken, Rubel … Ein Grund für die »DDR«-Pleite: wer hatte, zahlte mit West-DM, und die »DDR« nahm keine Steuern ein.
    & 2: Wie zahlen dann die neunmal klugen Herrschaften große Schmiergelder? (Schäubles 100.000?!) In Gold? Viel zu schwer.