in Finanzsystem

Es war heute Nachmittag schon ein bisschen unheimlich, wenn man in einer Bank war. Gegen 14:11 Uhr stürtze das komplette interne EDV-System ab. Erst gegen Abend gingen die Server wieder online.

 

Pressemitteilungen gibt es noch keine; aber eine Kurzumfrage meinerseits in Twitter ergab, dass es wohl mehrere Banken und auch Regionen betroffen hat. Im Raum Baden und Pfalz waren Sparkassen und Volksbanken betroffen. Viele User antworteten mir aus ganz Deutschland, dass ihre Geldautomaten außer Betrieb seien. Solche Blackouts sind völlig normal, dauern aber meist nur wenige Minuten. Heute war das anders; die Systeme waren für über 3 Stunden lahm gelegt. Buchtipp: „Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen“

Nach zirka einer Stunde strömten die Mitarbeiter aus ihren Büros. Mail und Internet funktionierte noch; nur das System mit Kundendaten war weg. Man trank Kaffee und wusste nicht, was man machen soll. Arbeiten kann man ja fast nichts ohne Computer. Kunden wurden weggeschickt. Viele haben angefangen zu diskutieren, aber man konnte nichts machen – es gab kein Geld und keine Kontoauszüge. Auch die Banker hatten keinen Zugriff auf Konten und andere Kundendaten. Nach zirka 2 Stunden bekam, zumindest ich, ein mulmiges Gefühl. Wie kann das sein, dass nun Millionen von Menschen nicht an ihr Geld kommen? Inzwischen stürmte eine aufgewühlte Kundin herein. Ihre Karte würde im Supermarkt nicht gehen und sie musste den vollen Einkaufswagen stehen lassen, erzählte sie panisch. Buchtipp: „Überleben, wenn Geld wertlos wird und die Geschäfte leer sind“

Irgendwann machten dann die Kollegen die ersten Zypernvergleiche und Scherze. Es wurden Verschwörungstheorien aufgestellt, dass es auf der Insel wohl auch so gewesen sein muss. Erst schaltet man die Banksysteme ab und dann kommt die Zwangsabgabe. Ein Kollege rannte sofort zur Schrankfachanlage und siehe da: Auch diese öffnete sich nicht mehr. Die Banken auf Zypern waren zwei Wochen geschlossen; unsere Banken „nur“ 3 Stunden. Aber das mulmige Gefühl war da. Ein falscher Knopfdruck und alles ist down. Nichts geht mehr. Wer diesen Knopf drückt, der hat die Macht. Es war auch interessant zu sehen, wie hilflos der Pöbel in solchen Situationen ist. Es wurde panisch geschrien, geweint und die verflucht. Und das schon in den ersten 30 Minuten des Blackouts. Ich war heute zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort und es war für mich eine tolle Erfahrung. Ein dreistündiger Banken-Blackout im Livebetrieb.

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