Verdeckte Inflation steigt

Die Geldmenge für die bedeutendste Währung der Welt steigt weiter – den Dollar. Die renommierte Seite shadowstats.com, die eine andere Methodik als die Fed zugrunde legt, geht für den Februar 2021 nun von einer Geldmengensteigerung in Höhe von 69,6 % p.a. aus. Die Aussage bezieht sich auf die am engsten definierte Geldmenge m1.

Die Geldmenge M2 ist um 27,1 % gestiegen, nachdem es zuvor 25,9 % p.a. waren. Auch die Inflationsdaten spiegeln die Entwicklung inzwischen wider. Dies ist eine interessante Betrachtungsweise, da die Zahlen hier – anders als bei der Fed – auf den Werten von 1990 basieren, die nicht permanent angepasst werden.

Auf Basis dieser Bewertung ist die Inflationsrate in den USA zuletzt auf einen Wert von gut 5 % p.a. gestiegen. Die offizielle Inflationsrate, bei der es jeweils Anpassungen gibt, liegt bei etwas weniger als 2 %. Die auf den Zahlen von 1980 (Ausgangsdaten werden nicht verändert, es werden jeweils nur die Preisänderungen festgehalten) gemessene inoffizielle Inflationsrate errechnet sich diesen Daten nach auf annähernd 10 %.

Die Entwicklung hat noch Luft nach oben

In der Praxis spielt es für die Haushalte und Unternehmen keine Rolle, welche statistische Größe zugrunde gelegt wird. In beiden Berechnungsvarianten (bzw. inklusive der offiziellen Inflationsraten) zeigt sich noch Luft nach oben. Zur Finanzkrise lag die inoffizielle Inflationsrate (1990 Ausgangspunkt) bei etwa 8,8 % p.a., 1980 als Ausgangspunkt bei gut 13 %), während die offizielle Inflationsrate gut 5,5 % p.a. überschritt.

Da inzwischen die Geldmenge Rekordhöhen erreicht, ist ein kräftiger Anstieg der Preise wie zu Zeiten der Finanzkrise eine recht naheliegende Möglichkeit. Dies betrifft in der Folge auch die Euro-Zone, die EU und Deutschland. Volkswirte sprechen von einer importierten Inflation. Steigen die Preise für Importe wie Rohstoffe, Waren etc., steigt auch das Preisniveau hierzulande.

Dies wird den vorliegenden Schätzungen nach relativ rasch eintreten können.