in Europa

Die Wirtschaftskrise in Euroland hat den Kern erreicht. Neben Frankreich schwächeln auch die Niederlande, Finnland und Belgien. Selbst Deutschland dürfte 2013 nur ein Mini-Wachstum von 0,4 Prozent schaffen, heißt es in der Frühjahrs-Prognose der EU-Kommission. Dabei war Brüssel bisher immer zu optimistisch…

Wir haben uns angewöhnt, die Eurokrise in Südeuropa anzusiedeln. Der Kern im Norden sei solide, heißt es immer wieder. Das war zwar schon lange falsch – Irland gehört auch zu den Krisenländern.

Doch nun trifft die Krise auch den Kern. Am schlechtesten stehen die Niederlande da: dort soll die Wirtschaft 2013 um 0,8Prozent schrumpfen. Danach kommen Frankreich und Belgien, mit -0,1 bzw. 0,0 Prozent Wachstum.

Doch auch Deutschland und Finnland, die lange als unverwüstlich galten, schwächeln. Finnland wächst gerade mal um 0,3 Prozent, Deutschland um schlappe 0,4. Vielleicht aber auch weniger – bisher war Brüssel immer zu optimistisch.

Entsprechen düster sieht es am Arbeitsmarkt aus. Währungskommissar Rehn rechnet mit sinkenden Beschäftigungszahlen in Holland und Finnland und mit Stagnation in Belgien und Frankreich. Deutschland steht mit plus 0,5 Prozent etwas besser da.

Beim Budgetdefizit sticht Frankreich hervor, weil es 2013 und 2014 die 3-Prozent-Grenze verletzt. Rehn will Paris deshalb sogar zwei Jahre Aufschub zum Erreichen des Sparziels geben. Dasselbe gilt aber für die Niederlande -die Heimat von Eurogruppenchef Dijsselbloem.

Auch Den Haag reißt 2013 und 2014 die 3-Prozent-Latte. Frankreichs Präsident Hollande wird sich also auf Dijsselbloem berufen können, wenn er mehr Geduld beim Abbau der Defizite fordert…

Demgegenüber dürfte es Merkel schwerer fallen, sich auf Holland und Finnland zu stützen. Sie sind keine Musterschüler mehr; die bisher in der Eurogruppe übliche Kungelei hat – sieht man vom AAA-Rating ab – keine Grundlage mehr.

Die Krise trifft den Kern, echte Vorbilder gibt es nun keine mehr. Denn auch Deutschland sündigt: seine Leistungsbilanz-Überschuss dürfte 2014 zum dritten Mal in Folge über die EU-Grenze von 6 Prozent liegen.

Von einem Abbau der Ungleichgewichte in Euroland kann also keine Rede sein – genauso wenig wie von einer wirtschaftlichen Erholung oder einer fiskalischen Konsolidierung. Im Gegenteil: Rehn musste fast alle Schätzungen nach unten revidieren…

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Die Einschläge kommen näher .
    Ich kann die Beschwichtigungsfloskeln der Eurokraten nicht mehr hören !
    Die Leute ,welche die Zukunft Europas vor die Säue geworfen haben ,werden nicht müde , uns ihre Zukunftsaussichten aufzutischen , an die sie ja selber nicht mehr glauben !
    Frankreich taumelt bereits und ich frage mich , wie weit es unsere Politiker noch treiben wollen .
    Bald ist Zahltag !!
    Und was dann ,Frau Merkel ?