Was wir von Bismarck lernen können: Deutsch-Russische Freundschaft

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Nur der Kluge schenkt in Zeiten der Krise auch den Mahnern Gehör. Denn nicht selten lassen sich Entwicklungen erst auf den zweiten Blick erkennen. So gibt es etwa den Ausspruch, dass eine Kooperation zwischen Russland und Deutschland immer gut für Europa war, Unstimmigkeiten oder gar offene Feindschaft zwischen den beiden Staaten hat in Europa dagegen immer zum Negativen geführt.

Nun könnte man, angesichts der heutigen Krisenlage, diese Erkenntnis von sich weisen. Doch dem Geschichtskundigen wird schnell klar, dass in dieser Aussage mehr steckt, als man zunächst vermuten würde. Derjenige, von dem dieser Grundsatz stammt, hatte diese Weitsicht: Otto von Bismarck.

Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 war Europa mehr denn je ein fragiles Gebilde. Das Deutsche Reich sah sich dem Argwohn seiner europäischen Nachbarn ausgesetzt. Das in Mitteleuropa entstandene Konstrukt eines vereinigten Reiches sorgte in London, Paris und Moskau für erhebliches Kopfzerbrechen.

Otto von Bismarck, erster Kanzler des Deutschen Reiches, erkannte schon früh diese Brisanz und beeilte sich verlauten zu lassen, dass es dem Deutschen Reich nicht um weiteren räumlichen Zugewinn gehe. Aufgerieben zwischen den unterschiedlichen Interessen der Großmächte in Europa verfolgte Bismarck stets das Ziel des Ausgleichs der Mächte.
Als raffinierter Taktiker lotete er die Gemengelage aus: Wie würden Großbritannien und Russland reagieren, wenn sich das Deutsche Reich in einem Präventivkrieg dem wiedererstarkten Frankreich widmen würde? Nachdem Bismarck festgestellt hatte, dass weder aus London noch aus Moskau Akzeptanz für ein solches Vorgehen zu erwarten war, änderte der Reichskanzler seine Überlegungen.

Fortan verfolgte Bismarck eine Diplomatie des Gleichgewichts. In seinen Augen war die Lage des Deutschen Reichs in der Mitte Europas prädestiniert um in einen etwaigen europäischen Krieg hineingezogen zu werden. Die Folge war eine defensive Außenpolitik.

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Das deutsche Verhältnis zu Russland lag Bismarck besonders am Herzen: Verschiedene Abkommen mit dem Zarenreich Alexander II. (bis 1881) und dessen Sohn Alexander III. sicherten den Frieden zwischen den beiden Großmächten und mündeten 1887 im ‚Rückversicherungsvertrag‘ mit Russland, der die gegenseitige Neutralität im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich sowie zwischen Russland und Österreich-Ungarn vorsah.

Mit seiner um Ausgleich bemühten Außenpolitik sollte Bismarck den heutigen Außenbeauftragten der deutschen Bundesregierung als Vorbild dienen.
Nach dem Ende von Bismarcks Kanzlerschaft 1890 änderte sich der Ton deutscher Politik. Kaiser Wilhelm II. nahm eine aggressivere Rolle im europäischen Machtgefüge ein und trieb die europäischen Großmächte geradezu in die ‚Triple Entente‘, das Bündnis zwischen Großbritannien, Frankreich und Russland, welches die fatale Lage des Deutschen Reiches in Europa und den somit unvermeidbaren Zwei-Fronten-Krieg des Ersten Weltkriegs besiegelte. Bismarcks vorherige Weitsicht war nicht mehr gefragt.

Europa lebt heute in dem Glauben, dass nur ein geeinter Kontinent in der Lage ist, für Stabilität und Frieden zu sorgen. Ein Gedankengang, der die Menschen vordergründig beruhigt, den entscheidenden Faktor aber ausspart. Schon Bismarck war stets bemüht, Russland in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Für ihn gab es kein Europa ohne Russland. Diese diplomatische Weitsicht ist heute mehr denn je von Nöten, um Europa im Gleichgewicht zu halten. Die Rolle des deutschen Außenministers sollte unter Vorgabe der geschichtlichen Zusammenhänge klar definiert sein: Eine defensive um Ausgleich bemühte Politik, die die russische Interessenlage immer mit einbezieht. In Zeiten des Zerwürfnisses zwischen Russland und der westlichen Welt gebietet die Verantwortung, die Frank-Walter Steinmeier als deutscher Außenminister trägt, eine permanente diplomatische Offensive. Wenn nötig, in engster räumlicher Abstimmung mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Kein Weg sollte für ein diplomatisches Auskommen mit Russland zu weit sein.

Es gibt einen weiteren Aspekt, in dem Otto von Bismarck als Vorbild für heutige Würdenträger herhalten könnte: In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre gab es im Deutschen Reich einige einflussreiche Stimmen, die sich für einen Präventivkrieg gegen Russland aussprachen. Otto von Bismarck lehnte dieses Ansinnen strikt ab. Flankiert wurden Kriegsvorhaben, auch in der Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), stets von einem Teil der Presselandschaft. Bismarck prangerte dieses, in seinen Augen, verantwortungslose Verhalten der schreibenden Zunft vehement an und gab der Zeitungswelt die Schuld an kriegerischen Auseinandersetzungen sowie deren Verlängerung.

Ein derartig offenes Ansprechen der augenscheinlichen Wahrheiten in Bezug auf die heutige Medienwelt wäre nur wünschenswert.Denn auch heute wird ein Krieg geradezu herbeigeschrieben.

Bismarck dient in seiner Politik des Strebens nach Gleichgewicht als Vorbild für die heutige europäische Politikergeneration. Diese sollte sich endlich von äußeren Einflüssen emanzipieren und auf ein uneingeschränktes Miteinander mit Russland aus sein.

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