in Europa

50 Milliarden Euro – soviel will Griechenland mit dem neu beschlossenen Privatisierungsprogramm einnehmen. Natürlich auf Geheiß der Euro-Geberländer, allen voran Deutschland. Doch darunter sind nicht nur marode Staatsbetriebe, sondern höchst profitable Unternehmen, die der Staatskasse jährlich Millionen einbringen. Von den billigen Privatisierungspreisen jener Institutionen profitieren nun wiederum die Geberländer.

Wie Monitor berichtet, sind vor allem Flughäfen auf den vielen begehrten griechischen Urlaubsinseln im Fokus deutscher, französischer und anderer europäischer Staatsunternehmen. „So auch der Flughafen von Korfu. Er ist Teil eines riesigen Privatisierungsprogramms. Staatsbesitz für 50 Milliarden Euro soll auf Druck der Gläubiger verkauft werden, über diesen Fonds.

Unter den Hammer kommt alles, was ein Staatswesen so ausmacht: Die Post, Wasserwerke und Autobahnen, Gas- und Stromversorgung, Häfen und Flughäfen. Mit dabei die Flughäfen auf den beliebtesten Touristeninseln, unter anderem Mykonos, Santorini und Kos – und eben Korfu. Gerade die Flughäfen also, die am meisten vom krisensichersten Wirtschaftszweig Griechenlands profitieren – dem Tourismus. Das lukrativste Flughafengeschäft soll ausgerechnet eine deutsche Firma machen.

Das Frankfurter Unternehmen Fraport hat sich bei einem Bieterverfahren durchgesetzt. Für einmalig 1,23 Milliarden Euro und eine jährliche Gebühr von 22,9 Millionen Euro dürfte Fraport zusammen mit einem griechischen Partner 14 griechische Flughäfen für mindestens 40 Jahre übernehmen. In Athen treffen wir den griechischen Infrastrukturminister. Er soll die Privatisierung der Flughäfen zügig umsetzen, obwohl er große Nachteile für den griechischen Staat befürchtet.“ so Monitor.

Christos Spirtzis, Infrastrukturminister Griechenland warnt deswegen: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen und die anderen über 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, bleiben beim griechischen Staat. Das ist ein Modell, das so noch nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie als zu einem EU-Mitgliedsland.“

Sind die Privatisierungen in mitten der Schuldenkrise also nichts weiter als Verschleuderung von Volkseigentum zugunsten europäischer Großkonzerne und Staatsunternehmen? Einiges spricht dafür, denn der Fraport-Deal ist nur einer unter vielen. Einige werden auch noch folgen.

„Alexander S. Kritikos, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung hat hierzu eine klare Meinung: „Wenn es tatsächlich dazu kommt, dass diese staatlichen Unternehmen schnell verhökert werden, dann wird man sich darüber tatsächlich ärgern. Denn derzeit sind sie nicht zu ihrem wirklichen Wert verkaufbar und wir werden in der Tat sehen, dass die nächsten Regierungen sich darüber sehr ärgern werden, dass sie konzeptionslos in die Privatisierung reingegangen ist.“ Das Pikante an dem Deal: Bei der Fraport AG handelt es sich um ein deutsches Staatsunternehmen, denn die Mehrheit der Fraport-Aktien halten die Stadt Frankfurt und das Land Hessen. Ist das mit Privatisierung gemeint?

Prof. Rudolf Hickel von der Universität Bremen sagt hierzu: „Da findet ein Eigentumswechsel von einem griechischem Staatsunternehmen in Richtung sozusagen deutschem Staatsunternehmen statt. Und am Ende geht es darum, dass die Profits, die Gewinne, die da gemacht werden in diesen 14 Flughäfen, dass die abgezweigt werden nach Deutschland in die Öffentlichen Kassen.““

Der ganze Bericht von Monitor:

https://www.youtube.com/watch?v=GfZoAu-9sgw

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12 Kommentare

  1. ich schäme mich, für A. Merkel besonders für Wolfgang Schäuble und Alle die so etwas durchsetzten, ohne jemals Alternativen in Betracht gezogen zu haben. Skrupellos und widerlich!

  2. Die westlichen Werte kommen zum tragen ,ein ganzes Land wird systematisch ausgeplündert zu Gunsten der Konzerne und der Banken .
    Nicht nur ,das sie durch ihre perfide Raffsucht und Geldgier den griechischen Schuldenberg ins endlose getrieben haben ,jetzt kommt der Endspurt ,bis das griechische Volk die Armutsgrenze wie die Balkanstaaten erreicht hat .
    Hurra ,Herr Schäuble Hurra !!
    Der Zuchtmeister hat sein Werk vollbracht .
    Wenn das Europa ist ,dann empfinde ich nur noch Ekel vor diesen Deutschen und Brüsseler Geldgeiern !
    Aber nicht alle Bürger sind so träge wie der Michel ,die Zeit des Aufstandes kommt ,langsam aber sicher .
    Die EU Bürger kommunizieren mit einander und der Hass gegen soviel Verlogenheit und Heuchelei wird
    größer…

  3. Ob Gewinne für deutsche Unternehmen auch tatsächlich zu Gewinnen für den deutschen Staat werden, halte ich angesichts der Erfahrungen in den letzten Jahren für recht zweifelhaft.
    Im Zweifelsfall gründet man doch lieber eine eigene Betreibergesellschaft mit Sitz in Steuerparadiesen wie Luxemburg oder Liechtenstein.
    Zumindest bisher war das Motto doch immer: Profite für die Wirtschaft zu Lasten des Staates.

  4. Hierzu vermerkt ›Inter Info Linz‹ in seiner Ausgabe Nr. 424 vom April 2014: »Seit 2010 erhielt das Land – vor allem die Banken – 240 Mrd. €, darf aber die riesigen Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Ägäis nicht fördern. Die internationale Hochfinanz und deren Konzerne warten, bis Griechenland diese Vorkommen billig ›privatisieren‹ muß.« Bekanntlich ist die Privatisierung von Staatseigentum eine vor allem vom IWF geforderte Auflage, um weitere Finanzhilfen zu erhalten. http://politonline.ch/index.cfm?content=news&newsid=2428

  5. die können doch ihre geschäfte machen , wie und wo ist deren sache , nur eins müssen sie dabei verstehen , es geht nicht das andere , sprich die steuerzahler , für ihre geschäfte gerade zu stehen haben . das genau ist der punkt . mit welcher dickefälligkeit und aroganz sich die leute regieren lassen , das verwundert doch sehr . das in europa noch keine flächendeckende revolution ausgebrochen ist , eben so . was die politisch verantwortlchen machen ist hochgradig kriminell .

  6. DAs war doch von anfang an geplant. UNd das wird sich in zukunft auch wiederholen. DIe unendliche Gier der Banken und der Regierung kann und will sich nicht mit nur einem ausgefressenen, ruinierten land zufrieden geben. Sobald der Monströse unersättliche Kapitalistenkraken mit seinem Mahl in Griechenland fertig ist hat er doch schon lange seine Augen auf das nächste land gerichtet.

    Man kann nur mutmaßen wie lange das gut geht bis die Völker endgültig genug haben.