Ukraine als Opfer transatlantischer Strategen

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Das aktuelle Gerangel um die Vorherrschaft in der Ukraine ist das Ergebnis des zähen Ringens zwischen den angelsächsisch dominierten transatlantischen Kräften und den Verfechtern der transkontinentalen Idee mit Russland als führender Nation. Die Europäer setzen wieder einmal aufs falsche Pferd.

Mit der Unterstützung der Maidan-Putschisten, welche die Ukraine an den Westen – sprich: EU und NATO – binden wollen, verfolgen die Transatlantiker weiterhin das paneuropäische Ziel Coudenhove-Kalergis. Von Wladiwostok bis San Francisco soll der zukünftige Superstaat der Nordhalbkugel reichen. Um dieses Ziel zu erreichen ist den Strategen jedes Mittel recht. Wen interessiert es schon, wenn hunderttausende Menschen in der Ukraine zu Opfern ethnischer und politischer Verfolgung werden, wenn dafür der Westen sein militärisches Terrorregime unter der Nordstern-Flagge als drohende Klammer um Russland legen kann?

Mit dem notorischen Säufer Jelzin, der Russland beinahe in den Ruin getrieben und an die westliche Finanzoligarchie verscherbelt hätte, erlitten die Transatlantiker zum Glück einen gewaltigen Fehlschlag. Sein Nachfolger Putin als glühender Verfechter der transkontinentalen Idee bügelte dessen Fehler weitestgehend aus, und erschuf ein neues Bollwerk gegen die internationale Plutokratie. Die Westmedien mögen ihn als „Autokraten“ bezeichnen, weil er im Gegensatz zu seinen westlichen Gegenstücken nicht mit dieser Hinterlist und Tücke vorgeht, doch in Wirklichkeit ist Putin ein Befreier der Völker.

Für die Transatlantiker geht es nämlich bei all den Unionen und Freihandelsabkommen um die Stärkung der Finanzeliten. Jene „oberen 5%“ sind es, die schlussendlich wirklich von EU, NAFTA, TAFTA, TPP & Co profitieren, während die breite Masse der Bevölkerung höchstens noch als Konsumenten und Stimmvieh herhalten dürfen. Ersteres zur Festigung der ökonomischen Macht der weniger Megakonzerne, Letzteres um sich einen alibidemokratischen Anstrich zu geben. Hauptsache, die internationale Finanzoligarchie erhält neue Vasallen.

Putin mag sein Land vielleicht mit strenger Hand führen, doch angesichts der nach wie vor existenten korrupten Strukturen und der schier unermesslichen Weite des Landes bleibt ihm keine andere Wahl. Trotz der vorhandenen rechtsstaatlichen Defizite – die wir hier im Westen genauso haben – versucht Vladimir Putin die wirtschaftliche Situation für die Menschen in seinem Land deutlich zu verbessern, während unsere Politiker sich so manche Gesetze von Lobbyvertretern vorfertigen lassen.

So steht die Ukraine nun vor einer Zerreißprobe deren Ausgang ungewiss ist. Zwar sollen im Mai Wahlen abgehalten werden, in denen die Ukrainer über die Zusammensetzung der Rada und ihren zukünftigen Präsidenten abstimmen können, doch bis dahin fließt noch viel Wasser den Don hinunter. Angesichts der politischen Verfolgung von Mitgliedern und Anhängern der gestürzten Regierungsparteien, von denen viele in Russland um Asyl baten, sowie dem drohenden Verbot dieser Parteien auf Drängen der Nationalisten, darf man jedoch kaum von einem objektiven Ergebnis ausgehen. Darunter leiden darf wie immer die Bevölkerung, während es immer ein paar „Krisengewinner“ im Land gibt, die die Gunst der Stunde zu ihrem Vorteil nutzen.