in Europa

Italien wird nach Meinung verschiedener Beobachter die Eurozone noch in Schwierigkeiten bringen. Die Vorzeichen für einen Auflösung der Eurozone stehen besser denn je – oder ungünstiger, je nach Lesart -, wir gerade zum Wochenanfang etwa in einem Interview mit dem renommierten Commerzbank-Volkswirt Krämer deutlich wurde. Nun wird auch noch der frühere Chef der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem verdächtigt, einen Finanzstaatsstreich in Italien zu fordern. Ein Sprengmeister der Eurozone?

Disselbloems Aussagen verdreht….

Demgegenüber verweist etwa der „Spiegel“ darauf, die tatsächlichen Aussagen des Finanzpolitikers würden hier verdreht worden sein. Der Niederländer hatte seine Äußerungen dem US-Nachrichtensender CNN gegenüber getätigt. Mit anderen Worten: Es geht hier um eine Übersetzung, die geprüft werden kann. Der Holländer hätte nicht, wie der Spiegel richtigstellt, verlangt, dass die Märkte Italien für deren Schuldenpolitik bestrafen sollten. Vielmehr warne er vor einem Zinsanstieg.

Diese steigenden Zinsen könne sich Italien „nicht erlauben“, und diese Aussage ist nachvollziehbar. Tatsächlich kann Italien nicht mehr Geld für die eigenen Verbindlichkeiten aufwenden als ohnehin schon veranschlagt. Die sogenannten „Spreads“, die Risikoaufschläge, steigen aber schon. Insofern ist die Warnung Teil einer Beschreibung des laufenden Geschäftes.

Dijsselbloem allerdings warnt auch vor einer „Implosion“, die es in Italien geben könne. Sie würde indes in der Hauptsache in der italienischen Wirtschaft implodieren. Es würde eher eine Implosion als eine Explosion sein.

Das, so auch diese Redaktion, ist mit Sicherheit falsch. Wenn Italien im schlimmsten Fall keine neuen Verbindlichkeiten mehr finanzieren kann, dann geht dies zu Lasten der schon vorhandenen Gläubiger. Denn die sind darauf angewiesen, dass die Regierung die bisherigen Schuldpapiere fortlaufend durch neue Kredite ablösen kann. Kommt es deshalb zu Hilfszahlungen der Eurogruppe oder aber zu einem Staatsbankrott Italiens, dann trifft dies die Steuerzahler, die Banken, die Versicherungen und andere Großinvestoren, die investiert sind.

Dies würde zudem das Vertrauen massiv zerstören – in ganz Europa. Damit kommt es im Falle des Falles definitiv eher zu einer Explosion als zu einer Implosion.

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