in Europa

Eines vorweg: Meine Anteilnahme und mein Mitgefühl gilt den Opfern und Angehörigen des Anschlags am vergangenen Freitag.

Wieder einmal mussten unschuldige Menschen für eine Politik sterben, die sie nicht zu verantworten haben, die sie maximal durch den Versuch des Protests hätten ändern können. Wieder einmal müssen unschuldige Menschen leiden, die von den Politdarstellern in die erste Reihe gestellt wurden, während sie sich selbst hinter Schutzmauern und ganzen Bodyguard-Trupps verschanzen – wohlwissend dass sie nie die Opfer ihrer eigenen menschenverachtenden Politik sein werden.

Bei Ereignissen wie den Anschlägen in Paris ist die erste Frage, die von Politdarstellern und Hochleistungspresse gleichermaßen gestellt wird, die Frage nach den Tätern. Wie bei anderen Vorfällen auch wussten beide Gruppen sofort wer die Täter waren. Im konkreten Fall der Islamische Staat. (Fast) Nie wird – insbesondere in der Hochleistungspresse – die Frage nach dem Cui bono gestellt oder dem einst klassischen investigativen Ansatz ‚Folge dem Geld‘ nachgegangen.

Ob Paris ein weiterer Fall einer False Flag Operation ist bzw. bewusst zugelassen wurde (woran ich persönlich eher glaube, ggf. inklusive Unterstützung durch westliche Geheimdienste – aber das ist nur meine persönliche Einschätzung; „Let It Happen on Purpose“), mag jeder ob nachfolgender Informationen (und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen was zu Irritation führen muss, ob der offiziellen Berichterstattung), die wir im Mainstream nicht so sehen, selbst entscheiden:

Doch zurück zur Frage nach dem Cui bono

Der Islamische Staat als Geschöpf des Westens war Teil des US-geplanten Regime Change in Syrien. Nicht nur, dass IS durch die Proxies Saudi-Arabien und Katar finanziert wurde, so gab auch der ehemalige Chef des US-Geheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA) Michael Flynn zu, dass die USA die Entstehung des IS bewusst zugelassen haben, um IS gegen Assad in Stellung zu bringen.

Nachdem Russland in kurzer Zeit das erreichte, was die USA – nun mag jeder selbst entscheiden, ob bewusst oder aufgrund von Unfähigkeit – in über einem Jahr nicht „hinbekam“, nämlich die gezielte Schwächung des Islamischen Staates, durften in Washington die Alarmglocken angegangen sein. Wie kann man das eigene „Baby“ IS vor den Luftangriffen Russlands schützen? Zumal man im Gegensatz zu Moskau keinerlei Mandat der syrischen Regierung hat, auf dem hoheitlichen Gebiet Syriens aktiv zu werden. Keine 48 Stunden nach den Anschlägen von Paris liess die französische Regierung das Gebiet um Al-Rakka angreifen, das als IS-Hochburg gilt. Jenes Al-Rakka, das jedoch bereits vor über einer Woche von russischen Militärjets schwer getroffen wurde (und somit wohl eher leere IS-Gebäude usw. durch Frankreich bombardiert wurden), so dass sich die IS selbst in Al-Rakka nicht mehr so frei wie zuvor bewegen kann:

Früher befanden sich im Zentrum von Al-Rakka und um die Stadt herum ständige Kontrollpunkte des IS. Doch vor zwei Tagen haben die Dschihadisten sie abgebaut. Die Kämpfer können sich jetzt nicht mehr ruhig durch das Stadtzentrum mit Waffen bewegen. Sie sind gezwungen, Schleier anzulegen und die Waffen in deren Falten zu verstecken, damit sie nicht identifiziert werden.

Paris selbst sieht in den den Anschlägen vom vergangenen Freitag den Rechtfertigungsgrund nun in Syrien militärisch vorgehen zu dürfen. Auch ein Großteil der Bevölkerung Frankreichs, wie auch wohl in den meisten anderen westlichen Ländern, dürfte damit d’accord gehen.  Ein (zwar falscher, aber nichtsdestotrotz für viele „annehmbarer“) Legitimationsgrund, der bislang dem Angriffsbündnis NATO fehlte. Mit den Pariser Anschlägen scheint einmal mehr die Stimmung in Richtung Pro-Krieg bzw. Pro-Kriegsbeteiligung in Syrien gekippt zu sein.

Wieder einmal scheint niemand die Zusammenhänge erkennen zu wollen, die doch so offensichtlich sind. Syrien schien aufgrund der Unterstützung Russlands drauf und dran zu sein den IS massiv zu schwächen bzw. zurückzudrängen. Den NATO-Mitgliedern fehlte ein Grund, um selbst in Syrien aktiv zu werden und somit Russlands zunehmendes Gewicht in der Region wieder auf ein ihnen genehmes „Normalmass“ zurecht zu stutzen. Mit den Anschlägen scheint dieser in den Augen der westlichen Regierungen und der NATO gegeben zu sein. Die NATO erhielt damit quasi den Vorwand, um in Syrien eingreifen zu können. Etwas, das selbst die Giftgasangriffe, die man seitens des Westens Assads in die Schuhe schieben wollte und doch von der eigenen Seite durchgeführt wurden, nicht erreichten.

Mit dem direkten Eingreifen Frankreichs und der USA (und wohl in Kürze auch anderer Länder wie England oder Belgien) hat der – und dies fällt mir wahrlich nicht leicht zu schreiben – Dritte Weltkrieg begonnen. Analog zu 9/11 bzw. dem Angriffskrieg gegen Afghanistan wird ein Land ohne Kriegserklärung angegriffen, obwohl die Täter nicht aus dem angegriffenen Land stammen (9/11 Afghanistan, Paris Belgien). Doch diesesmal ist Russland nicht auf der Seite der NATO/USA, sondern verfolgt konträre eigene Interessen. Ein Aufeinanderprallen dieser unterschiedlichen Interessen in Form einer direkten Konfrontation ist nur noch eine Frage der Zeit. Zusätzlich sollte man nicht vergessen, dass – ebenfalls analog zu 9/11 – die Pariser Anschläge als Auslöser für den Bündnisfall gewertet werden können. Artikel 5 des NATO-Vertrags besagt:

Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.

Von jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegenmaßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen. Die Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten.

– Der Nordatlantikvertrag: Washington DC, 4. April 1949

Jetzt, da sowohl Franzosen und US-Amerikaner ihr „Mandat“ für Syrien bekommen haben, dürfte der Luftraum über Syrien „ziemlich eng werden“. Ein Luftraum, den bislang Russland beherrscht und den die NATO den Russen streitig machen muss, wenn sie ihr eigenen Geschöpf der IS am „Leben erhalten will“ und somit ihre eigenen Interessen in der Region. Dank der emotionalen Geschehnisse in Paris hat der Westen wieder „den Stiefel in der syrischen Tür“. Liegt hierin etwa die Beantwortung nach dem Cui bono?

Schlussbemerkung: Ich bin mir bewusst, dass meine Schlussfolgerungen und Aussagen zu einer kontroversen Diskussion führen werden. Das sollen sie auch. Denn die uns von der Hochleistungspresse vorgekauten Analysen, Meinungen und Abläufe bedürfen genauso des Hinterfragens, wie die meinigen. Ich freue mich auf einen angeregten Diskurs.

Quellen:
The Paris Terror Attacks: An Open Source Investigation
US ex-intelligence chief on ISIS rise: It was ‚a willful Washington decision‘
The “State Sponsors” of ISIS, Saudi Arabia, Qatar, Turkey: Why are they No Subject to Sanctions?
America’s Allies Are Funding ISIS
Frankreich bombardiert IS-Hochburg in Syrien
French jets drop 20 bombs in massive anti-ISIS raid in Syria
Der IS ist in Panik: Kontrollpunkte in AL-Rakka abgebaut
Wikipedia – Bündnisfall

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Kommentar

21 Kommentare

  1. Da gibt es nicht so viel zu diskutieren. Aus meiner Sicht sind wir bereits seit dem 9/11 im dritten Weltkrieg.
    Er steht nur jetzt erst vor unserer Tür.

    Wer bis jetzt nicht hinschauen wollte, bekommt nun die 3D Version.

  2. Cui bono? Ich versuchs mal, einfach gestrickt: Israel ist umzingelt von Millionen Moslems, und solang die beschäftigt sind, sich gegenseitig zu meucheln, wird man das nicht ungern sehen. Und das klappt ja auch überall, wo ein „Diktator“ durch „Demokratie“ ersetzt wurde.

    Europa ist grad ein wenig unwillig, Israel muss künftig Obst, Gemüse und Kosmetikprodukte, die von Juden im Westjordanland oder in Ostjerusalem hergestellt worden sind, eigens gekennzeichnen. Spanien hat gar einen Haftbefehl für Netanjahu und ein paar Ex – Minister erlassen.

    Nun hat Russland sich der syrischen Sache angenommen, die Amis allein können nicht wie sie wollten, also muss das unwillige Europa ran.

    • Fortsetzung

      Assad wurde voriges Jahr mit 88% wiedergewählt, die Flüchtlinge konnten an den Grenzen teilnehmen, die Wahl war gut besucht und war lt. einer dt. Korrespondentin auch fair. Damit hatte man wohl nicht gerechnet, die wehrfähigen Männer mussten weg, und die Merkel hat ihr Herz geöffnet. Jetzt sind sie da, und es braucht nur ein paar Ereignisse, und die Moslems sind das rote Tuch, und bei der Gelegenheit kann man ein paar Gesetze aus dem Ärmel schütteln wg. Sicherheit und militärisch und so.
      Kommt mir manchmal alles wie ein Film vor.

  3. Ein Artikel mit interessanten Fragen und Antworten!

    Meine Einschätzung ist, dass die USA für’s erste ihre Primärziele in Syrien ruhen und die von Russland geführte Koalition machen lässt.
    Nicht ganz freiwillig, denn die Supermacht ist gezwungen den Fokus in Richtung EU zu verschieben – mit Blick auf Deutschland.
    Eine erwünschte Reaktion auf die Anschläge könnte deshalb sein, dass die EU nun endlich die Grenze dicht macht – womit den grossen Protestbewegungen die Grundlage entzogen würde.

    Deutschland ist DER europäische Eckstein im transatlantischen Büdnissystem. Dem Risko eines Sympathieumschwungs in Richtung Moskau und einem Erwachen nationalen Bewusstseins in der Bevölkerung gilt es offenbar mit allen Mitteln entgegenzutreten.

  4. Je mehr hintergrundwissen man bekommt desto misstrauischer wird man und das ist gut so finde ich. Jeden tag kommen neue wahrheiten ans licht und man merkt wie vertrauensseelig und gutgläubig wir alle waren aber haben auch die tatsachen der welt ignoriert denn uns ging und geht es ja gut im gegensatz zu vielen anderen in der welt. Ich denke den politikern passt das überhaupt nicht . Nun sehen wir das ausmass ihrer ausbeutungen anderer länder … das ausmass der waffenlieferungen und merken jeden tag wie belogen und betrogen wir wurden. Wer weiss was noch alles ans tageslicht gelangt aber genau davor haben sie angst und wollen uns nun einschüchtern einen maulkorb verpassen und uns angst machen . Nun liegt es an uns … lassen wir uns angst machen oder kämpfen wir für recht und gerechtigkeit für unser land und alle anderen länder ?

    • Frau Peters,
      bevor man in den Kampf zieht, muss man überlegen, ob man ihn gewinnen kann.
      Wenn sie als Frau fünf Kinder haben, und kommen drauf, ihr Mann ist ein Hurenbock, wäre es nicht sehr schlau, ihn ob der Erkenntnis sofort ins Schienbein zu treten, er wird einfach ganz ins Puff abhauen, und sie stehen da.
      (ist jetzt nur bildlich, ließe sich umgekehrt gendermäßig auch ein Beispiel finden)
      Sicher kennt jeder den Spruch: ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
      Diesen Weg sollten wir ihnen nicht planieren, denk ich mir.

  5. Heil Hollande. Dummheit folgt dir. Diesmal alle. De Maiziere macht die Stimmung und Übung. 3. Weltkrieg. Ein Wort für Dumme. Es ist alle gegen alle. Das Zerlegen von Gemeinschaften. Das Zerlegen von Glaubensbrüdern. Syrien als neuer Mittelpunkt leer gemacht. Jeder gegen jeden und abhängig von Geld. http://dummheit.org

  6. Die BRD ist ein alliiertes Kriegsgefangenlager mit integrierter Staatssimulation.

    Die Wehrmacht hat am 8.5.1945 kapituliert, das Deutsche  Reich nicht. Das Bundesverfassungsgericht urteilte am 31.7.1973, dass das Deutsche Reich nicht untergegangen ist und die BRD nicht Rechtsnachfolger des Reichs sei. Das Reich hat den Zusammenbruch 1945 und die alliierte Besatzung überdauert.

    Deutschland hat auch keine Verfassung.
    Carlo Schmid, Vater des Grundgesetzes:
    „Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands zu machen.
    Wir haben keinen Staat zu errichten.“

    Laut Haager Landkriegsordnung ist ein Grundgesetz ein Gesetz zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung in einem militärisch besetzten Gebiet.

    Art. 146 Grundgesetz:
    Dieses…

  7. endlich mal klartext… viel interessanter als einzelheiten über terroristen und tathergang, die jetzt in den medien rauf- und runtergebetet werden, ist doch, welchen großmächten das ganze in die karten spielt, welche interessen diese vertreten und wie sie sich nun darauf bezug nehmend (pseudo-legitimiert?) verhalten werden (können). da wird einem ganz anders, wenn man ahnt, dass eben nicht nur einzelne unmenschlich handelnde terroristen (‚monster‘?), sondern besonders eine ‚gewisse großmacht‘ (die europa politisch/wirtschaftlich/kulturell nicht gerade fern steht und beeinflusst bis beherrscht) auch im nahen osten möglichst unbemerkt ihre finger im spiel hat und evtl. aus machtkalkül über unzählige leichen gehen würde.

  8. Ohne den Artikel kritisieren zu wollen — zu zaghaft; die Parallelen zu den Lügen von 9/11, Reichstagsbrand, vor allem aber auch „GLADIO“ müssen auf den Tisch. Es muss hier knallhart aufgezeigt werden, dass der Westen nicht nur Unmenschlichkeit als politisches Fundament kultiviert hat, sondern niemals Probleme damit hatte die eigenen Leute über den Jordan zu schicken, um im Grunde nicht-zu-legitimierende Ziele legitimieren zu können.
    Das war ein „false-flag“, ganz klar. Und dieser ewige Schwachsinn mit den zufällig gefundenen Pässen müsste euch doch mittlerweile auffallen. Vetraut euch doch selbst, jeder kann selbst denken.
    Fazit: Artikel klasse, aber zu harmlos. „Anschläge von Piazza Fontana“/“Bologna“ sind ein muss

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  • Paris Had Ample Warning of an Attack – Did They Want to Be Hit? | Aldiplomasy 18. November 2015

    […] Originally appeared in German atNEOPresse. Translated by Boris Jaruselski,20/11/2015 […]

  • Paris Had Ample Warning of an Attack – Did They Want to Be Hit? – Michael Lehner | Timber Exec 18. November 2015

    […] Originally appeared in German at NEOPresse. Translated by Boris Jaruselski […]

  • Ukraine – “KIEW” -“Klitschko” – “OSZE”/ “SYRIEN” – “ISRAEL” – “PARIS” | kein Blatt vorm Mund 18. November 2015

    […] http://www.neopresse.com/europa/pariser-anschlaege-die-frage-nach-dem-cui-bono/ […]