in Europa

Die Leiterin der Europaabteilung im US-Außenministerium Victoria Nuland ist laut einer Meldung der Presseagentur dpa nach Griechenland gereist. Nuland, bekannt geworden durch ihr geleaktes „Fuck the EU“-Telefonat, war mehrfach in der Ukraine aktiv um dort Einfluss auf innenpolitische Entscheidungen zu nehmen. Nun spricht sie in Athen bei inoffiziellen Treffen mit Beamten und Regierungsvertretern, da ein Ausscheidens Griechenland aus der Euro-Zone „schwerwiegende Folgen für die Südostflanke der NATO haben“ könnte.

Die USA schalten sich immer mehr in die griechische Finanzkrise ein. Die Leiterin der Europaabteilung im US-Außenministerium, Victoria Nuland, ist am Dienstag zu einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Athen eingetroffen. Sie sollte nach Angaben des Büros den griechischen Premiers Tsipras am Abend treffen. Erklärungen werde es nicht geben, hieß es. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, machen sich die USA Sorgen wegen der Finanzkrise in Griechenland. Washington wünsche eine schnelle Lösung des Problems. Sollte Griechenland aus dem Euroland ausscheiden, könne dies schwerwiegende Folgen für die Südostflanke der NATO haben, hieß es vom Pressesprecher[1].

Der Finanzexperte Dirk Müller hat jedoch noch eine weitere Theorie für die Einmischung der USA in die Angelegenheiten Griechenlands, es geht um gigantische Ölvorkommen und einen Destabilisierungskampagne. Aber alles von Anfang an.

Bereits in den 70er-Jahren waren Experten überzeugt davon, dass vor den griechischen Küsten große Öl- und Gasvorkommen schlummern. Nur ging man der Sache nie richtig auf den Grund, im wahrsten Sinne des Wortes. Tatsächlich sollen die Rohstoffvorkommen des notorisch bankrotten Landes riesig sein. Neue Nahrung dafür gab es im Juni dieses Jahres: Der Geologe Antonis Foscolos, emeritierter Professor der Technischen Universität Kreta, und zwei Kollegen präsentierten Griechenlands Premier Antonis Samaras eine Studie. Ergebnis: Die Öl- und vor allem Gasvorkommen könnten dem Staat über 25 Jahren hinweg insgesamt rund 600 Milliarden Dollar (465 Milliarden Euro) einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.[2]

„Auf diesen in der öffentlichen Debatte unbeachteten Aspekt weist „Börsen-Guru“ Dirk Müller in seinem aktuellen Buch „Showdown“ hin. Denn „Mr. Dax“ hat es nicht nur gewagt, auf die riesigen Gasvorkommen zu verweisen, sondern darüber hinaus den Wertumfang und die geostrategische Bedeutung dieses „neuen Persischen Golfes“ als „wesentlichen Treiber der Entwicklungen in Griechenland und Zypern“ identifiziert. Er weist zudem auf das starke Interesse auch der US-Amerikaner hin, die sich bereits Förderrechte zypriotischen Gases sichern konnten. Er erinnert diesbezüglich an den Beschluss der EU, „den Vergabeprozess der Gasexplorations- und Förderrechte für Zypern an den amerikanischen Konzern Noble Energy von den ansonsten üblichen Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge zu befreien. Die Förderrechte können also ohne Ausschreibungen im stillen Kämmerlein an Noble Energie vergeben werden.“[3]

Eine gezielte Destabilisierung nennt er auch klar beim Namen. In 2008/2009 gab es gezielte Versuche „eines westlichen Geheimdienstes“ Griechenland zu destabilisieren und den Sturz des amtierenden Präsidenten Karamanlis zu betreiben. Die Hintergründe und Zusammenhänge sind im Buch ausführlich geschildert und beziehen sich unter anderem auf einen Bericht des russischen Geheimdienstes FSB über diese Aktivitäten. Nachdem die griechische Staatsanwaltschaft 2012 nach umfangreichen Voruntersuchungen genügend Anhaltspunkte gesehen hatte, um in diesem Zusammenhang Anklage wegen Hochverrat, versuchtem Staatsstreich und Mordversuch an Karamanlis zu erheben, bekam der Fall höchste Brisanz. Mehrere Medien berichteten darüber, unter anderem „The Guardian“.[4]

Karamanlis war tatsächlich ernsthaft bedroht worden.

Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Griechenland 2009 sind an einem Freitagabend am Rande einer Wahlkampfveranstaltung des ehemaligen Regierungschefs Konstantinos Karamanlis in Athen zwei kleine Bomben explodiert. Die Sprengsätze waren in einem Mülleimer rund 200 Meter von der Stelle entfernt, wo Karamanlis wenige Minuten später zu seinen Anhängern sprechen wollte. Vor der Detonation ging ein anonymer Warnanruf bei einer Zeitung ein[5].

Es ist also durchaus möglich, dass US-Aktivitäten in Griechenland aufgrund des gigantischen Öl- und Gasvorkommens im geheimen zur Destabilisierung beitragen. Die Reise der Außenbeauftragten Victoria Nuland in die griechische Hauptstadt könnte Teil dieser Kapmagne sein. Bereits während der Maidan-Proteste in Kiew 2014, zeigte sich Nuland als eine Art „Einmischungs-Beauftragte“ der US-Administration.

Am 4. Februar 2014 wurde ein abgehörtes Telefongespräch Nulands mit dem US-Botschafter für die Ukraine, Geoffrey R. Pyatt, auf der Video-Plattform YouTube unter dem Titel Die Marionetten des Maidan (Марионетки Майдана) veröffentlicht. Die beiden Diplomaten diskutieren darin die aktuelle Krise in der Ukraine. Besprochen wird unter anderem, welche Politiker der Opposition der nächsten Regierung in Kiew angehören sollen.

Nuland äußert ihren Unwillen darüber, dass „Klitsch“ (Vitali Klitschko) in die ukrainische Regierung eintreten solle. Sie favorisiere „Jats“ (Arseni Jazenjuk), dem sie sogar das Ministerpräsidentenamt zutraut. Pyatt seinerseits erklärt Nuland, er sei froh, dass sie Jazenjuk da platziert habe, wo dieser am besten in das Szenario passe. („And I’m glad you sort of put him on the spot on where he fits in this scenario.“) Um die Neubesetzung der Regierung voranzutreiben und die Rolle der EU zu unterminieren, habe sie – so Nuland – den stellvertretenden UN-Generalsekretär für politische AngelegenheitenJeffrey Feltman gebeten, dass der Nahost-Beauftragte Ban Ki-moons, Robert Serry, intervenieren möge: „Ich denke das wäre sehr gut, um zu helfen, die Sache festzumachen und auch, dass die UN dabei helfen, sie festzumachen, und Du weißt schon… Scheiß auf die EU.“ („Fuck the EU“), woraufhin Pyatt erwiderte: „Oh, genau, und ich denke wir müssen etwas machen …“ („Oh, exactly, and I think we’ve got to do something …“).[6]

Trotz allem wird man wohl nur wenig über die Details des Besuches erfahren.

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

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24 Kommentare

  1. Victoria Nuland, Madeleine Albright, Hillary Clinton , Flinten Uschi, Dalia Grybauskaitė, Julia Timoschenko, Marieluise Beck, Katrin Göring-Eckardt, Claudia Roth, usw. usw. …. die Konstruktionspläne des lieben Gott für einige Unmenschen sind manchmal doch recht sonderbar.

    Wenn sich da in absehbarer Zeit nicht etwas bessert, endet die Menschheit bald doch noch in der Tonne :-(

  2. Die Menschheit wird nicht in der Tonne landen, sie brauchen Kosumenten! In der Tonne landen „nur“ die Rechte der Menschen !

    Griechenland hat einen Teil der ÖL-Gasvorkommen der östlichen Mittelmeeres,das schon 2002 auf 5 Billionen € geschätzt wurde! Griechenland hat sogar aus Norwegen und auch Russland faire Angebote bekommen !

    Türkey hat mit Krieg gedroht,falls Griechenland anfängt zu bohren! Weil die auch was abhaben wollen, dann wird Pipeline Nabuku uninteressant.
    (EU Konsortium incl.Briten).
    Wenn die Griechen sich in Verhandlungen mit den Türken einigen würden, könnte Russland anfangen zu bohren. Und nicht wie jetzt Israelische und US Firmen (u.a. Clinton Clan-Noble Oil)dort ansahnen ! Für Nothing oder die fiktiv kontruierten…

    • Vermutlich werden die usa versuchen, die Türkei zu manipulieren, dass sie sich möglichst nicht mit den Griechen einigen. Dürfte auch nicht so schwer sein, da sich diese Nationen traditionell hassen.

      Was Griechenland braucht wäre also ein Militärapparat, der die eigenen Gasfelder bei Erschließung schützt. Russischer Militärbeistand wäre da wünschenswert, die Frage ist allerdings, ob sich Rußland in einen solchen Konflikt hineinziehen lassen will.

      Man hätte dann im Handumdrehen einen zweiten Stellvertreterkonflikt in der Ägäis.

      Doch die Linken in Griechenland leugnen bis heute die Existenz des Gases. Offenbar wollen sie die Bevölkerung diesbezüglich betrügen. Von daher wird da wohl nichts laufen.

      • IN GANZE HABEN SIE RECHT! DIE RUSSEN KÖNNEN DIE GRIECHEN BESCHÜTZEN!ABER ;MIT DEM NATO WIRD VORBEI! MIT DER LINKEN IST ES FALSCH! WER DAS VERSCHWIEGEN WAR; DIE KONSERWATIVE PARTEIEN!

        • Tun sie allen auf dieser seite einen gefallen und regen sie sich ab, schreiben sie vernünftige sätze und achten sie auf Ihre Rechtschreibung. Und hören sie auf ausschließlich Capslock zu benutzen, so nimmt sie nämlich keiner ernst

      • Richard, die wären ja blöd, über die Gasvorkommen was rauszuposaunen, solang sie die Schulden nicht los sind. Die Russen hätten auch kaum Freude mit neuer Konkurrenz, die USA wohl auch nicht, wo viele Firmen wegen der gefallenen Preise vor der Pleite stehen.

        Derzeit würde da eh keiner hingreifen.

        • @Tictac

          Sie glauben, die taktieren? Nun, die Existenz der Gasvorkommen ist der EU ja bekannt. Da kann man ja nichts mehr geheim halten, sogar Dirk Müller schrieb darüber ein Buch.

          Man könnte an dieser Stelle auch eine andere Frage aufwerfen:

          Wenn die EU ihr Geld zurück haben will – warum hilft sie nicht einfach Griechenland die Gasfelder zu erschließen, dann ist Griechenland fein raus und die EU bekommt ihr Geld zurück.

          An der Stelle drängt sich die Vermutung auf, dass man Griechenland nur um dieser Gasvorkommen an die Wand drückt. Es geht um eine feindliche Übernahme durch Energy Nobel. Und die EU ist dämlich genug, sich vor den Karren der Amis spannen zu lassen.

  3. Im 40 – Punkte Manifest der Syriza ist u.a. ein Nato – Austritt, Ende der Zusammenarbeit mit Israel, und eine verstaatlichung der Banken vorgesehen.
    Ist natürlich gut möglich, dass das nur Schreckschüsse sind.
    Die EZB hat berechnet, dass die Griechen – Bonds bei einem Grexit bis zu 95% an Wert verlieren. Damit wären sie feiin raus.

    Gut möglich, dass Varoufakis bei dem Geld-aus-nix Kasperltheater grundsätzlich nicht mitspielt. Orban soll ja auch die Zentralbank entmachtet haben, nur hört man da wenig.

    Man sagt, die Griechen sind korrupt. Das ist das Fiatgeld – Feudalsystem aber in sich, vielleicht haben die Griechen die Realität bloß besser erkannt.

  4. Ich rechne fest damit, dass Mekel und Schäuble sehr bald klein beigeben und jegliche Hilfe für Griechenland mittragen werden, weil es von Obama verlangt werden wird.

    Amerika braucht kein Europa, das so stark ist, dass es es sich auch gegen seine Politik wenden könnte. Wenn dann noch Öl aus griechischen Gewässsern und das Öl aus den russichen Tiefenbohrungen in der Ukraine (abiotisches Erdöl) ins Spiel kommen, treten europäische Interessen so weit zurück, dass man sie nicht einmal mehr mit dem Fernglas sehen kann!

    Wir sind nichts als Satellitenstaaten der USA ohne die Möglichkeit, unseren Interessen frei zu bestimmen und ihnen nachzugehen!

  5. Durchaus möglich, dass diese „Geschäftsreisende“ einen Putsch vorbereiten hilft, schließlich hat sie in dieser Hinsicht Erfahrung. In Griechenland wird es genug Finanz-Oligarchen, Reaktionäre und Militärs geben, die einen autoritäreren Regierungsstil präferieren. Figuren wie Nuland sind da gern gesehene „Berater“, die auch mal nach der Machtergreifung länger im Land stationiert bleiben dürfen und dann bei der Plünderung der Ressourcen helfen.

  6. Griechenland hat gerade erst die Bieterfrist für griechische Kohlenwasserstoffvorkommen verlängert, damit Russland mitbieten kann. Dies könnte der Grund für ihren Besuch sein.