in Europa

Am Dienstag, also nicht am Wochenende, streikten mehrere zehntausend Menschen in Frankreich auf Aufforderung durch Gewerkschaften. Sie wollten Lohnerhöhungen und niedrigere Studiengebühren durchsetzen. Zudem ging es um mehr „Steuergerechtigkeit“.

30.000 Menschen in Paris

In Paris wurden nach Angaben der Gewerkschaft CGT insgesamt über 30.000 Menschen auf den Straßen gezählt. Die Polizei wiederum ging in ihren Angaben von gut 18.000 Menschen aus. Der Eiffelturm wurde für Besucher geschlossen.

Neben den von der Gewerkschaft aufgerufenen Menschen demonstrierten zusätzlich wieder Schüler für ihre Belange. Zudem wurden offenbar auch sogenannte „Gelbwesten“ gesichert. Jene bürgerliche Protestbewegung, die seit 11 Wochen in Frankreich Wochenende für Wochenende viele tausend Menschen auf die Straßen treibt. Mit ganz ähnlichen Forderungen wie die Gewerkschaft(en), die dies inzwischen auch freimütig einräumen.

Unter dem Strich steht damit inzwischen eine immer größere Protestbewegung in Frankreich. Die „Gelbwesten“ haben es inzwischen sogar zur eigenen Partei gebracht, die möglicherweise schon an den Europa-Wahlen im Mai teilnehmen kann. Finden sich Gewerkschaften und die „Gelbwesten“ zusammen, dürfte es mit der relativen Ruhe in Frankreich vorbei sein. Dann wäre der Druck auf die Regierung angesichts der fehlenden Parteiorganisation der kurz vor der Wahl gegründeten Macron-Partei immens.

Schon denkt Macron über ein Referendum, also eine Abstimmung nach. Gegenstand könnten auch die zahlreichen Reformen sein, die von Macron inzwischen gefordert werden. Wenn die bürgerlichen Proteste der „Gelbwesten“ und die professionellen Organisationen der Gewerkschaften zusammenfinden, dürfte es ohnehin ungemütlich werden. Denn die Gewerkschaften in Frankreich haben genau den Organisationsgrad, den die neue Bewegung noch benötigt.

Ausgehend von diesen Protesten also könnte es jetzt zu einer Professionalisierung kommen. Dann wird auch Deutschland sich eingestehen müssen, dass es bald zu mehr Protesten innerhalb der EU kommen könnte, als lediglich die Dieselfahrzeuge und -verbote in die öffentliche Wahrnehmung rücken zu wollen. Das Thema trägt mit hoher Sicherheit nicht über Wochen oder gar Monate.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar