Nazi-Kommandant wird Kiews neuer Polizeichef

Der Kommandeur des rechtsextremen Asow-Bataillons, das für die Kiewer Mathaber in der Ostukraine kämpft, wurde zum Polizeichef Kiews ernannt. Der ukrainische Minister ist überzeugt von der Richtigkeit seiner Wahl. Doch die Charkiwer Gruppe für Menschenrechte stuft diesen Schritt als Schlag ins Gesicht aller Euromaidan-Anhänger ein.

Das ukrainische Asow-Bataillon ist auch in westlichen Medien oftmals in Kritik geraten. „Human Rights Watch“ beklagt in mehreren Berichten die Brutalität des Vorgehens der „Freiwilligen“. Ihr Vize-Kommandeur, Vdaim Troyan, ist nun zum Polizeichef Kiews ernannt worden. Der 35-jährige Kommandeur ist in diesem Zusammenhang offizielles Mitglied der rechtsradikalen Organisation „Patriot der Ukraine“. Troyan habe „unter Konfliktbedingungen das Vertrauen der Öffentlichkeit gewonnen“, zitiert die Charkiwer Gruppe für Menschenrechte den Innenminister. Die Menschenrechtsgruppe ist ein Kooperations-Partner von Amnesty International und Human Rights Watch.

Der Innenminister hatte zuvor gesagt, dass die Ernennung Troyans im Sinne der Polizeireform sei. Doch die ukrainische Menschenrechts-Gruppe meldet, dass die Ernennung ein „Schlag ins Gesicht“ gegen all jene sei, die der Euromaidan-Bewegung angehören und sich für den europäischen Weg entschieden haben.Der Schwede Mikael Skillt, der als Söldner ebenfalls in der rechtsradikalen Asow-Bataillon kämpft, gratuliert seinem „Freund“ Troyan per Twitter zu seiner Ernennung zum Polizei-Chef Kiews. Die Ukraine hätte keine bessere Wahl treffen können, so Skillt.

Die Wechsel von Nationalistischen Kräften in den Sicherheitsrat häufen sich. So wurde beispielsweise Juri Michaltschisin, der im Jahr 2005 ein Joseph-Goebbels-Institut gegründet hatte, Berichten zufolge neuer Chef der Abteilung „Propaganda und Analyse“ des ukrainischen Geheimdienstes SBU.