in Europa

Man hört es Land auf Land ab. Geschrieben und gesprochen, bebildert und ohne Worte:

‚Vorsicht Radikalität‘

Nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei in Griechenland ist Europa wieder einmal versunken im Meer der Mahner: Vorsicht! Radikales Gedankengut.
Das Schlimmste was Europa passiere könne, sei ein Abdriften in eine neue Radikalität…

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-krise-eurolaender-lehnen-schuldenschnitt-ab-a-1018773.html

Das Trompeten und Posaunen, Getute und Getrommel kommt daher, wie ein langbewährter renditebringender Impfstoff.
Das radikale Gedankengut nimmt dabei den Platz der Grippeerkrankung ein.
Fortan werden die Folgen einer verpassten Impfung beschworen. Den Menschen wird Angst gemacht.
Das Konzept hat sich bewährt. Die Wirkung ist bekannt.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131147824.html

Der Bürger stimmt nur allzu gerne ein, in das Loblied der Gefahr. Übernimmt kurzerhand die ihm vertraute Mehrheitsmeinung und bemerkt dabei gar nicht, dass er sich längst in den Fängen der Radikalität befindet…
Einer Radikalität, die ihn tagtäglich umgibt, sein Leben bestimmt und seine Zukunft gestaltet.
Eine subtile Radikalität, die ‚Normalität‘ vorgaukelt und den schwarzen Peter stets denjenigen zuschiebt, die mit alternativen Gedanken versuchen die Menschen zu ‚verwirren‘.
Gefangen in einer Radikalität, die Freiheit, Werte und Demokratie hervorhebt und doch dem Bürger alles abspricht, was auch nur im Entferntesten mit diesen Grundsätzen zu tun hat.

Eine Radikalität der Bankenrettung und Finanzsanierung

Der griechische Rentner und die slowakische Putzfrau zählen in dieser Radikalität höchstens zum Treibstoff der Empfindungslosigkeit. Leidgebeugt und hoffnungslos.
Radikal wird ihnen erklärt, dass es ein übergeordnetes System gibt, das es zu retten gilt.

Doch langsam setzt die Dämmerung ein. Der griechische Rentner übernimmt eine Rolle, die ihm nicht zugedacht ist: Er denkt selbst. Er trifft eine für Europa und die Finanzwelt unangenehme Wahlentscheidung.
Mit den Füßen strampelnd versucht er sich verzweifelt über Wasser zu halten. Doch die Hand, die ihm zur Rettung gereicht wird, schlägt er aus.
Er kennt diese Hand. Es ist die Hand der jahrzehntelangen Korruption und Oligarchie. Die Hand, die seit Jahren der internationalen Finanztroika die Tür aufhält und der Bevölkerung gleichzeitig ins Gesicht schlägt.
Der griechische Rentner entscheidet sich zu schwimmen. Das Meer ist weit, die Wellen schlagen hoch. Kein Land in Sicht. Vielleicht beginnt er zu zweifeln, doch sein Blick geht nicht zurück.
Dabei bedarf es nur ein paar Schwimmstößen und er wäre wieder im sicheren Hafen…
Er fühlt sich wie ein Flüchtling, der sein letztes Hemd gibt, um nach Europa zu gelangen. Doch er schwimmt in die entgegengesetzte Richtung.
Nur weg, von einem Europa, das seine Bürger knechtet, die Finanzelite hofiert und Wahlergebnisse nur akzeptiert, wenn sie den Mandatsträgern genehm sind.

https://www.youtube.com/watch?v=pzsjOF6U8sc

Absurdes Geschwafel von Freiheit

Derweil reibt sich der Rest Europas die Augen. Das bis dato unnahbare Brüssel scheint angezählt. Der stete Reflex des Griechen-Bashings funktioniert nicht mehr uneingeschränkt.
Europas Politiker stoßen in der eigenen Bevölkerung auf Widerstände. Noch versuchen die Parteioberen das unterschwellige Rumoren kleinzureden. Wenn nötig auch, in dem man es der Lächerlichkeit preis gibt, ein bewährtes und an politischer Radikalität nicht zu übertreffendes Konzept.
Dabei war Freiheit doch immer die Freiheit der Andersdenkenden…

Doch je mehr sich die Schlinge zuzieht, je mehr Europas Bürger ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, desto weniger Toleranz wird ihnen entgegengebracht, von denjenigen, die ein Finanz- und Wirtschaftssystem verteidigen, das in den letzten Zügen liegt.

http://www.fr-online.de/tv-kritik/-maybrit-illner–athen-gegen-alle—zdf-soeders-krawall-bei-illner,1473344,29911370.html

Spätestens an diesem Punkt gehört auch die Definition von Freiheit auf den Prüfstein.
Vielleicht haben Europas Bürger bereits begriffen, dass sie es sind, die dem griechischen Rentner die Hand entgegenstrecken müssen.

Das wäre dann eine ganz besondere Form von Freiheit…

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