in Europa

Die Terroranschläge von Brüssel sind noch nicht lange her und doch haben die meisten Europäer sie schon fast aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Nach Wochen der Aufklärung und Fahndung bezüglich der Attentäter kommen immer weitere Details ans Licht. So hatten die Terroristen von Brüssel zum Beispiel Überwachungskameras am Haus des obersten, für die Sicherheit der belgischen Atomkraftwerke verantwortlichen Beamten installiert und es lagen anscheinend detaillierte Pläne für einen Anschlag auf eines der belgischen Kraftwerke vor. Die Gefährdung wird von Seiten der belgischen Behörden wohl immer noch als sehr hoch eingestuft, denn anders ist die Verteilung von Jod-Tabletten an die Bevölkerung nicht zu erklären. Jod-Tabletten sollen das Ausmaß von Schädigungen bei erhöhter radioaktiver Strahlungsbelastung eingrenzen.

Zunächst war vom belgischen Gesundheitsministerium die Ausgabe der Jod-Tabletten für einen Personenkreis mit Wohnort im Umkreis von 20 Kilometern der Kernreaktoren Tihange und Doel angewiesen worden. Der Radius wurde kurze Zeit später durch eine Empfehlung des belgischen Gesundheitsrates auf 100 Kilometer erweitert, bis die belgische Gesundheitsministerin Maggie de Block vor wenigen Tagen mitteilte, dass alle Belgier (etwa 11 Millionen Menschen) kostenlos Jod-Tabletten erhalten würden.
Die belgischen Behörden nahmen hierbei keinen Bezug auf eine mögliche terroristische Gefährdung, sondern sprachen von den „Lehren aus dem japanischen Fukushima“, wo die Nuklearkatastrophe gezeigt hätte, dass ein größerer Absicherungsbereich nötig sei, um die Bevölkerung besser zu schützen. Interessant, dass die belgischen Verantwortlichen für die Umsetzung dieser Erkenntnisse mehr als 5 Jahre gebraucht haben und die Verteilung der Jod-Tabletten erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll.

Ein möglicher Grund des nun erfolgten Handelns der belgischen Behörden ist auch eine Serie von Pannen und technischen Defiziten bei den veralteten belgischen Kernreaktoren, die zuletzt auch Kritik aus dem Ausland, vor allem von deutscher Seite, hat aufkommen lassen. So forderte die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks sogar eine vorübergehende Abschaltung der Reaktoren Doel 3 und Tihange 2, bis offene Sicherheitsfragen abschließend geklärt wären. Auch Luxembourg forderte die belgische Regierung auf, die beiden Atommeiler vom Netz zu nehmen. Tihange liegt rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze bei Aachen entfernt und Doel 130 Kilometer entfernt, im Norden Belgiens. Die belgische Seite versicherte, dass die Kraftwerke den höchsten Sicherheitsanforderungen entsprächen und wies eine vorläufige Stilllegung zurück.

Nach den Terroranschlägen von Brüssel wurden die beiden belgischen Kraftwerke großen Teils evakuiert. In den Anlagen arbeiten normalerweise jeweils rund 1000 Menschen und offenbar war man sich nach den Anschlägen bei den belgischen Behörden nicht ganz sicher, ob sich in den Reihen der Mitarbeiter nicht doch „terroristische Schläfer“ befinden. Diese Auffassung teilt auch Gerd Rosenkranz vom Berliner Expertengremium „Agora Energiewende“.

„Die Evakuierung der Atomkraftwerke in Belgien hat gezeigt, wie dramatisch hoch die Bedrohung terroristischer Anschläge inzwischen ist. Während Terroranschläge früher so vorbereitet wurden, dass die Täter auf jeden Fall entkommen konnten, so ist die heutige Lage durch die Selbstmordattentäter völlig unkalkulierbar geworden“, so Rosenkranz.

Im Zuge der Fahndungserfolge nach den Brüsseler Anschlägen gelangten die Ermittler an Videomaterial der mutmaßlichen Attentäter, das Aufnahmen der Wohnung vom Leiter des Zentrums für Nuklearenergie in der flämischen Stadt Mol zeigt und belegt, dass dieser über einen längeren Zeitraum hinweg gefilmt wurde. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen lagen den Sicherheitsbehörden konkrete Beweise über terroristische Planungen vor, die zum Ziel hatten mit gezielten Anschlägen einen atomaren Zwischenfall auszulösen. Diese Zielsetzungen des islamistischen Terrors sind nichts neues. Schon Mohammed Atta, einer der Attentäter und Todespiloten vom 11. September hatte während der Anschlagsplanungen zunächst erwogen seine Maschine in ein Kernkraftwerk bei New York stürzen zu lassen.

Gerd Rosenkranz und viele andere Experten sind sich einig, dass die zuständigen belgischen Behörden durchaus Angst vor einem konkreten Anschlag auf die Kraftwerke hatten und eventuell auch noch haben. Die Betreiber der Kraftwerke würden vermutlich immer behaupten, dass bei einem Anschlag von Selbstmordattentätern der Betrieb nicht außer Kontrolle geraten könnte. Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, der Volkswirtschaften bedrohen kann. Die Attentäter haben zwar oft einen Migrationshintergrund, sind aber meist in Europa geboren und kennen die Reaktionen der hier lebenden Menschen nur zu gut. Ein solcher Anschlag würde eine sofortige Debatte zur Folge haben, alle Atomkraftwerke unverzüglich zu schließen, mit unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft und die Versorgung. Ein solcher Akt hätte dann nicht nur symbolische Tragkraft, sondern ganz reale Auswirkungen auf zahlreiche Staaten.

Ein weiteres Szenario sind sogenannte „Cyber-Attacken“, deren Häufigkeit, auch in Deutschland, in letzter Zeit erheblich zugenommen hat. Längst verfügen extremistische Gruppen über das nötige Know-How und die Möglichkeiten solche digitalen Angriffe auf computergesteuerte Anlagen und Systeme durchzuführen. Im bayerischen Gundremmingen wurde Ende April ein Computervirus im System der Brennelementelademaschine entdeckt, welches aber laut Betreibergesellschaft keinen Einfluss auf die Steuerung der Anlage hatte. Es steht zu befürchten, dass gerade diese Problematik in Zukunft die Sicherheitsbehörden und zuständigen Spezialisten noch mehr beschäftigen wird.

Quellen: Zeit.de, N-TV, tagesschau.de, Tageblatt, Zerohedge, Welt.de, Focus-online, Wikipedia

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Kommentar

  1. Der failing state Belgien ist eine ungeheure Gefahr für Europa, ein Brückenkopf für die Geostrategen uns zu übernehmen. Hier kann man alle möglichen Schweinerreien unternehmen ohne dafür in Rechenschaft gezogen zu werden: Terrobrutstätte, marode Atomkraftwerke, die auch ohne Terroristen eine tötliche Gefahr für halb Europa sind, Nato-Hauptquartier, EU/Brüssel. Man kann sagen, alles Schlechte kommt aus Belgien. Das Land ist de facto unregierbar, der Gegensatz zwischen Flamen und Walonen! Beste Voraussetzungen für alle Schweinehunde dieser Welt, diese schöne Land zu mißbrauchen. Man spricht schon von der Belgirisierung Europas! Mein Mitgefühl gilt den sympathischen Belgiern, die verraten und verkauft wurden!