in Europa

EU-Subventionen: Millionen nach Spanien und Italien für Obst und Gemüse TROTZ mieser Arbeitsbedingungen

Ist die EU wie von vielen Kritikern behauptet der Antrieb für die Ausbeutung? Ein neuer Fall scheint wieder einmal genau diesen Verdacht zu bestätigen. Die Europäische Union schiebt derzeit viele Millionen Euro nach Spanien und nach Italien, auch wenn dort die Vorschriften zum Arbeits- und Lohnschutz schlicht ignoriert werden. Einem Bericht der „Tagesschau“ zufolge will die EU daran auch nichts ändern. Es würde keinen Handlungsbedarf geben, heißt es.

Gift und Ausbeutung

Der bayrische Rundfunk etwa beschreibt einen Gemüsehersteller aus Almeria, einer Provinz im spanischen Andalusien. Der habe in den zurückliegenden drei Jahren insgesamt Subventionen in Höhe von 3,4 Millionen Euro bekommen. Das Geld floß, obwohl der gegen die geltenden Lohn- sowie auch die Arbeitsschutzregelungen agierte. Die dort eingesetzten Erntehelfer jedenfalls beschrieben, dass „giftige Spritzmittel“ eingesetzt worden seine, ohne dass sie entsprechende Schutzkleidung bekommen hätten.

Zudem seien die Löhne „viel zu niedrig“, wobei hier keine konkreten Angaben dazu vorliegen. Brisant: Der Hersteller produziert auch noch ausgerechnet „Bio-Tomaten“. Die Tomaten können Sie auch in deutschen Supermärkten beziehen, Discounter liefern die Ware ebenfalls aus.

Doch dies soll kein Einzelfall sein. In der Region würden noch mehrere Firmen solche Subventionen beziehen und dabei die genannten Vorschriften nicht einhalten. Lohndumping, Sozialabgaben-Betrug sowie die genannten Umgehungen der Vorschriften zum Arbeitsschutz sind dort offenbar gang und gäbe.

Der eigentliche Skandal bezieht sich auf die Vergabepraxis: Von annähernd 60 Milliarden Euro, die für die Agrarwirtschaft jährlich an Subventionen aufgewendet werden, würden gut 70 % an die landwirtschaftlichen Betriebe direkt gezahlt. Werde die arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften noch soziale Standards würden dabei in irgendeiner Form beachtet, heißt es.

Die EU-Kommission allerdings sieht, wie eingangs berichtet, keinen Handlungsbedarf.

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