Abgeordneter im EU-Parlament setzt Zeichen mit Tshirt: „Keine Sanktionen gegen Russland“

Der Italienische Abgeordnete des Europäischen Parlaments hat in einer Debatte bezüglich der westlichen Sanktionen gegen die Russische Förderation ein klares Zeichen gesetzt. Auf einem markanten Tshirt trägt MdEP Gianluca Buonanno die Aufschrift „NO sanzioni alla Russia“ (zu Deutsch: „Keine Sanktionen gegen Russland“.

„Keine Sanktionen!“

Der Angeordnete Gianluca Buonanno gehört einem eher pro-amerikanischen Bündnis an. Seine Partei unterstützt den US-amerikanischen „War on Terror“ im Nahen Osten und Afrika. Bezüglich der EU-Sanktionen gegen Russland scheint seine Meinung jedoch abzuweichen. Buoanno fordert einen sofortigen Stopp der Sanktionsspirale und einen Abbau der politischen Handelshemmnisse. Die Aufschrift auf seinem Tshirt unterstützt seine Forderung. Mehrere Parteikollegen unterstützten die Aktion und beteiligten sich.

Die Sanktionen wurden zuletzt von der westlichen Staatengemeinschaft verschärft. Die Initiative ging diesmal jedoch von der Europäischen Union aus. Im EU-Parlament gibt es jedoch wenig Widerstand. Lediglich die sozialistischen Fraktionen und einige fraktionslose Bündnisse lehnten die Beschlüsse ab.

„Legal Nord“

MdEP Buanno ist Mitglied der italienischen Partei „Legal Nord“.  Diese gilt als eine rechtspopulistische Partei. Sie ist hauptsächlich im Norden, mittlerweile aber auch in anderen Gegenden Italiens aktiv und tritt für die Föderalisierung des Landes und die Übertragung von Kompetenzen des Zentralstaates auf die Regionen („Devolution“) ein. Zeitweilig forderte die Partei die Abspaltung des wohlhabenderen Norditalien von Süditalien. Aufgrund der zahlreichen Umwälzungen des politischen Systems und der vielen Neugründungen innerhalb sämtlicher politischer Lager ist die Lega Nord Italiens älteste noch aktive Großpartei.

Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung des italienischen Zentralstaates und seiner Symbole (Hymne, Flagge etc.). Parteimitglieder singen die Nationalhymne Fratelli d’Italia nicht mit, auf Kundgebungen wird sie sogar ausgepfiffen. Bei Veranstaltungen der Lega Nord wird hingegen der bekannte Freiheitschor Va pensiero, sull’ali dorate aus Verdis Nabucco gesungen. Zudem haben Bossis Äußerungen über die italienische Tricolore für große Empörung gesorgt.

Des Weiteren betrachtet sich die Lega als unabhängige, freiheitliche und vor allem regionalistisch-norditalienische („padanische“, abgeleitet vom Po, lateinisch padanus, der die Region durchfließt) Kraft, die großen zentralistischen (Staats-)Gebilden bzw. Organisationen prinzipiell kritisch gegenübersteht, was weltumspannende eher „geheime“ Organisationen, die großen politischen Einfluss besitzen, mit einschließt. So gehört die Lega Nord zu den wenigen italienischen Parteien, die Freimaurern den Eintritt in die Partei verwehrt. Sie ist der Auffassung, dass nur kleine und tendenziell sozial bzw. ethnisch homogene Gebilde überlebensfähig seien und als Identitätsbezug bestehen können. Aufgrund ihres regionalistisch-autonomistischen Selbstverständnisses solidarisiert sich die Lega mit Autonomie- bzw. Sezessionsbestrebungen auf der ganzen Welt, wie z. B. jener Tibets vom chinesischen Zentralstaat, die vom Vlaams Belang propagierte und im flämischen Teil Belgiens bestehende Abspaltung Flanderns sowie die korsischen Unabhängigkeitsbestrebungen von Frankreich.

QUELLEN:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lega_Nord