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Mercosur Freihandelsabkommen: EU macht den Weg frei für Billigfleisch in Massen

Das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien steht kurz vor dem Abschluss. Mit ihm werden Massen an billigem Hormonfleisch nach Europa kommen. Die Öffentlichkeit erfährt davon wieder einmal nichts. Für die EU ist der Zeitpunkt günstig, denn die USA haben sich derzeit von Freihandelsabkommen mit der EU zurückgezogen.

Das klassische Freihandelsabkommen sieht vor, Einfuhrzölle und Handelsschranken abzubauen sowie die Importquoten der Parteien auszubauen. Beispielsweise will die EU mehr Autos nach Südamerika exportieren. Zudem will sie eine Verschärfung des Patentrechts für Medikamente für die Pharmaindustrie der EU. Dies dürfte für die Mercosur-Staaten zu Preissteigerungen für Medikamente führen und die übliche Medikamenten-Herstellung wäre damit in Südamerika in Frage gestellt.

Der Treiber für die Verhandlungen des Freihandelsabkommens ist die EU, vor allem aber Deutschland. Die EU will vor allem ihre Industrieexporte steigern, während die Mercosur Staaten dazu festgelegt werden sollen, hauptsächlich Agrarprodukte zu exportieren. Damit dürfte der Auf- und Ausbau einer eigenen Industrie erschwert werden. In Brasilien und Argentinien sind jetzt allerdings neoliberale Parteien an der Regierung, weshalb dem Abschluss des Freihandelsabkommens nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Der Mercosur-Handelsvertrag soll Agrarimporte nach Europa massiv steigern. Gegen die geplanten Importe von Agrarprodukten aus Südamerika ist allerdings mit einem Sturm der europäischen Landwirte zu rechnen. Denn gegen die billigeren Monokulturen aus Südamerika können diese kaum konkurrieren. Viele müssten ihren Betrieb schließen. Statt Fleisch vom Bauernhof aus der Region gäbe es mehr Ware von der globalen Agrarindustrie. Dagegen könnten nur industrielle Betriebe mit Massentierhaltung bestehen.

Umweltschützer und Menschenrechtler sehen ebenfalls große Probleme auf die EU-Staaten zukommen. Denn die Landwirtschaft der südlichen Mercosur-Staaten setzt vor allem auf Gentechnik und den großflächigen Einsatz von Glyphosat. Zudem werden zugunsten von Weideflächen für die Rinderzucht Wälder im großen Stil abgeholzt. Kleinbauern und Ureinwohner werden gewaltsam vertrieben. Das Freihandelsabkommen würde dem Import von gentechnisch verändertem und durch Pestizide verseuchten Lebensmitteln sowie Hormon- und Gammelfleisch Tür und Tor in die EU öffnen.

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Kommentar

  1. Dieses Freihandelsabkommen dient nicht zur Sicherung der Versorgung. Die Bevölkerung dieser manipulierten Agrarwirtschaft ins besondere in Südamerika wird vertrieben bzw. bei den Hungerlöhnen sterben sie aus. In Europa gibt es billig Fleisch, unsere Landwirtschaft muß aufgegeben,dann werden hier auch riesige billige Mastanlagen, in denen die Beschäftigten ebenfalls für Hungerlöhne schuften müssen, entstehen. Von den gesundheitlichen Problemen, die zwansläufigt beim Verzehr von genmanipulierten Produkten auftreten, wird die Rasse „Mensch“ vernichtet. Bei diesen wichtigen Entscheidungen sollte das Volk mit entscheiden.

  2. Natürlich geht es den Staaten keine Sekunde um die Bekämpfung von Armut, sondern um die Absicherung des eigenen Reichtums. Der von ihnen initiierte freie Welthandel nützt nun einmal vor allem den Starken und schadet den Schwachen. Stattdessen der Verweis auf private Investitionen, natürlich der Reichen, für die diese nur neue Möglichkeiten der eigenen Bereicherung eröffnen. Wie viel „Beratungsgelder“ da wieder geflossen sind, lässt sich nur erahnen…

  3. Trotz des allgegenwärtigen Veggie-Hypes sind Grillpartys beliebter denn je. Das abends wie ausgeplünderte Grillfleisch-Angebot in den Supermärkten zeigt, was alles auf den Grill gelegt wird. Besonders junge Leute, die sich jetzt im Sommer nur zu gern zum Barbecue verabreden, wird die zu erwartende Schwemme von Billig-Fleisch sicher begrüßt. Die Profiteure des Abkommens wird es freuen.

    • das problem b. grill-partys ist alluminium-geschirr. schon in supermärkten massiv angeboten als „muss“. und sammelt sich in hirn……

Webmentions

  • Mercosur Freihandelsabkommen – Die Welt 18. Juli 2018

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