in Essen & Trinken

Gute Sache: nicht verkaufte Lebensmittel müssen von Frankreichs Supermärkten an Bedürftige verschenkt werden

Frankreich verpflichtet per Gesetz Supermärkte, nicht verkaufte Lebensmittel und solche mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum an Hilfsorganisationen und Tafeln zu spenden. Wie in Deutschland ist auch in Frankreich die außerstaatliche Versorgung Bedürftiger ein großes Thema. Bereits vor zwei Jahren trat das „Gesetz gegen die Verschwendung von Lebensmitteln“ in Kraft. Supermärkte mit einer Fläche größer als 400 Quadratmeter dürfen keine noch essbare Nahrungsmittel wegwerfen. Tun sie es dennoch, drohen ihnen Straften bis knapp 4.000 Euro pro Verstoß.

Durch das Gesetz konnten wohltätige Vereine mehr als zehn Millionen Essen pro Jahr an Bedürftige verteilen. Seitdem ist die Anzahl von Lebensmittelspenden nach Angaben der „Welt“ von Supermärkten an die Hilfsorganisationen 22 % höher als zuvor. Einer der Gründer des „Gesetzes zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung“ aus Paris plädiert nun dafür, dass das Gesetz europaweit eingeführt wird. Dafür haben bereits mehr als 1,06 Millionen Menschen eine Petition unterzeichnet.

Eine von Ipsos für Comerso durchgeführte Umfrage zeigte, dass die Supermärkte das Gesetz gut umsetzen. Comerso verteilt die nicht abgesetzten Güter aus Supermärkten und aus landwirtschaftlichen Betrieben sowie aus der industriellen Produktion an die genanntenn Hilfsorganisationen. Auch die Supermärkte sollen so noch Aufwendungen sparen. Denn die Verteilung bringt in Frankreich Steuervorteile, anders als in Deutschland. Zudem entfallen Aufwendungen für die Vernichtung.

Nach Angaben aus der Welt haben „63 Prozent der befragten Supermärkte (…) bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes“ ihre nicht verkauften  Lebensmittel gespendet und selbst die Initiative dafür getroffen, dass diese nicht mehr in dem bisherigen Maß verschwendet würden. Dennoch seien dem Bericht nach die Lebensmittelspenden jetzt viel strukturierter und besser organisiert. Die Spenden könnten jetzt zurückverfolgt werden und auch die Kühlkette werde genau eingehalten, so die Resonanz. Auch die französischen Tafeln freuen sich über das Gesetz. Denn dadurch haben sich sowohl Menge und Qualität der Spenden erhöht. Es gebe jetzt mehr frische Lebensmittel, bei denen das Haltbarkeitsdatum noch immer nicht überschritten ist.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Hier kann man in den verschiedensten Supermärkten leicht feststellen, was an Überproduktion und leicht verderblichem Gut bis kurz vor knapp noch unters „Volk“ gejubelt wird.

    In Frankreich stellt keine Supermarktkette den Produkten einen Persilschein aus, wenn das Verfallsdatum minimum 3 Tage zuvor liegt. In Deutschland leider bis zum letzten Tag!!

    Wer’s nicht glauben mag, sollte sich die Szenerie gffl. bei den allgegenwürtigen Milch- und Molkereiprodukten umsehen. Von Fleisch und Wurst, erst gar nicht zu sprechen.

    Im Grunde genommen bleibt es ein Frevel bei Massproduktion die Preise hoch zu halten. Wer es nicht glaubt, sollte sich in einer vorzüglichen Apfelecke Deutschlands mal umsehen und gleichzeitig bei den Obst- und Gemüsebauern.