in Essen & Trinken

Bereits im Jahre 2009 hätte die Europäische Kommission die sogenannte Nährwertprofile mit Mindestanforderungen festlegen müssen. So sah es die Health Claims-Verordnung vor. Doch das EU-Parlament möchte jetzt die irreführende Gesundheitswerbung weiterhin erlauben.

Produkte die zu viel Fett, Salz oder Zucker enthalten sollten nicht mit gesundheits- oder nährwertbezogenen Angaben beworben werden dürfen. Doch das EU-Parlament hat sich am 12. April 2016 dafür ausgesprochen, solche Mindestanforderungen für die Nährwertzusammensetzung aus der Verordnung zu streichen. Dies bedeutet nun, dass auch weiterhin auch unausgewogene Produkte wie Süßigkeiten oder Limonade ganz legal mit Gesundheitsslogans beworben werden dürfen.

Wie eine Studie von foodwatch ergeben hat, sind in etwa 90 Prozent der Lebensmittel, die auf der Verpackung mit Vitaminen werben, in Wahrheit zu süß, zu fettig oder zu salzig. Sie entsprechen daher nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Lebensmittel.

Doch das ist laut footwatch eine systematische Verbrauchertäuschung mit Gesundheitsversprechen. Daher fordert jetzt foodwatch eine gesetzliche Regelung, so dass nur noch solche Produkte mit Gesundheitsbotschaften beworben werden dürfen, die den WHO-Kriterien für ausgewogene Lebensmittel genügen. Die Anteile von Fett, Zucker und Salz, aber auch der Kaloriengehalt oder zugefügte Süßstoffe spielen dabei eine große Rolle.

Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei der Verbraucherorganisation von foodwatch erklärte hierzu: „Das Europäische Parlament schlägt sich auf die Seite der Lebensmittellobby. Ob zuckrige Limo mit ‚wertvollen Vitaminen‘, Schokolade mit ‚Calcium‘ oder gefährliche Energydrinks mit ‚B-Vitaminen‘: Die Industrie soll weiterhin Zuckerbomben und Junkfood ganz legal mit Gesundheitsbotschaften bewerben dürfen. Wenn der zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis dieser absurden Einschätzung des Parlaments folgt, kann die Zucker-Lobby die Korken knallen lassen! Das einträgliche Geschäft mit billigen Vitaminzusätzen in profitablem Junkfood kann weiter gehen.

Die alltägliche Verbrauchertäuschung mit irreführender Gesundheitswerbung muss aufhören. Es wäre ein Leichtes das Nährwertmodell der Weltgesundheitsorganisation umzusetzen: Nur noch Produkte, die den WHO-Kriterien für ausgewogene Lebensmittel entsprechen, sollten mit Gesundheitsbotschaften werben dürfen.“

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Supermarkt-Dead-Food macht süchtig, träge und krank – wer das bis heute noch nicht begriffen hat, der braucht auch kein Etikett mehr.

  2. Jajaa so isses halt nech. :D
    Wir sollten vielleicht nach dem Sturz der Regierung direkt in den Real um die ecke und den Dicht machen. Anschließend können wir wven

  3. *eventuell billig im biomarkt / auf dem markt einkaufen weil wenn die Nachfrage stimmt stimmt hoffentlich auch der Preis und ist nicht noch um xx% zusätzlich verteuert weil Bio dransteht, damit die Reichen sich noch besser fühlen wenn sie ins Fleisch beißen während die restliche

  4. Wiedermal ein toller Fall von „Lobbyarbeit“……allerdings sollten die Leute einfach mal bewusster darauf achten was sie kaufen / essen. In Lachgummis sind laut der Werbung auch ganz tolle Vitamine drin…schaut man sich die Rückseite an sieht man auch sehr viel ganz tollen Zucker….wer so einen Abfall trotzdem kauft ist m. E. selber Schuld.