Spahn: „Erwarten 100 Millionen Impfdosen für Deutschland“

Bundespharmalobbyist Jens Spahn erwartet nach Zulassung des Corona-Impfstoffs von der Mainzer Firma BioNTech, dass bis zu 100 Millionen Impfdosen für Deutschland zur Verfügung stehen werden. Spahn glaubt an einen „schnellen Vertragsabschluss der EU-Kommission mit BioNTech und seinem Partner Pfizer“. Spahn sagte: „Seien Sie versichert, wir werden das jetzt zügig zu einem Abschluss bringen.“

Die EU-Kommission hat seit Monaten mit BioNTech und Pfizer verhandelt und will bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen von den beiden Herstellern beziehen. Beide BioTech-Konzerne gaben am Montag bekannt, dass ihr Impfstoff einen „mehr als 90-prozentigen“ Schutz vor Covid-19 biete“. Die Zulassung in den USA werde kommende Woche beantragt.

Die Nachricht versetzte Politiker und Medien in Euphorie, da der langersehnte Impfstoff nun in Reichweite ist. Bundeskanzlerin Merkel sagte jüngst in einer Pressekonferenz, dass es keinen Impfzwang geben werde. Fraglich ist allerdings, wie glaubwürdig die Aussage der Kanzlerin ist.

Spahn erklärte, dass er auf die „freiwillige Impfbereitschaft“ der Bevölkerung vertraue: „Mit einer freiwilligen Impfung von etwa 60 Prozent der Bürger sei die Herdenimmunität erreicht“, sagte Spahn im September. Offenbar sieht der „Gesundheitsminister“ die Bevölkerung als „tierisch“ an, wenn er von „Herden“ spricht. Merkel sagte, dass „mindestens 60 bis 70 Prozent aller Bundesbürger geimpft werden müssten“, damit die „Pandemie“ bekämpft werden könne und eine Immunität in der Bevölkerung erreicht werde.

Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA zufolge ist jedoch nicht einmal jeder zweite Deutsche bereit, sich sofort impfen zulassen, wenn ein Corona-Impfstoff vorliegt. Wenn der Impfstoff nicht die erwartete „Abnehmerzahl“ erfährt und in den Lagern herumliegt, dürfte der Zwang zumindest durch eine entsprechende Impfpropaganda erfolgen – ein sozialer Zwang sozusagen, bei dem jeder, der sich nicht impfen lässt, als „asozial“ und „Gefährder“ hingestellt werden könnte. Denkbar ist, dass auch der „Gesundheitspass“ kommt. Wer den nicht vorweisen kann, dem könnte dann künftig die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verwehrt werden, Reisen und schlimmstenfalls auch eine Weiterbeschäftigung beim Arbeitgeber.

Der Vollständigkeithalber sei noch bemerkt, dass Bill Gates mindestens 50 Millionen Dollar in das Mainzer Unternehmen BioNTech/Pfizer investiert hat. Der Milliardär hat über seine Stiftung „Bill & Melinda Gates Foundation“ zudem noch in Astra Zeneca, Sanofi, Johnson & Johson und Merk investiert. Wir arbeiten den Fall auf.