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In Frankreich wurde jetzt bekannt, dass der Agrochemie-Konzern und Glyphosat-Hersteller Monsanto geheime Listen von kritischen Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten angelegt hat. Das Führen der Listen ist allerdings illegal. Jetzt ermitteln die französischen Justizbehörden gegen die Bayer-Tochter Monsanto.

Rund zweihundert Namen soll Monsanto auf seiner „schwarzen Liste“ geführt haben. Namen von Politikern, Beamten, Journalisten, Wissenschaftlern und öffentlichen Organisationen, die sich kritisch gegenüber Monsanto geäußert haben. Penibelst genau wurden die Listen mit Identitäten, Meinungen zu Glyphosat, Pestiziden und GVO geführt und in ausführlichen Tabellen dargestellt. Der französischen Tageszeitung „Le Monde“ und dem französischen Sender „France 2“ waren USB-Sticks mit diesen Listen zugespielt worden.

Die Namen und Daten wurden von der PR- und Lobbyagentur „Fleishman-Hillard“ gesammelt, die von Monsanto dazu beauftragt worden war, um sie bei der Verteidigung von Glyphosat zu unterstützen. Die Persönlichkeiten wurden dabei sogar in verschiedene Kategorien unterteilt, etwa als „potenzielle Verbündete – zu rekrutieren“ oder „Stakeholder – muss erzogen werden“ und „zu überwachen“. Auch Angaben über Hobbies wurden gespeichert.

In Frankreich sind solche Listen allerdings verboten, weshalb „Le Monde“ und „France 2“ Anzeige erstatteten – denn auch eigene Journalisten standen auf dieser Liste. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Nicht nur in den USA wächst der Gegenwind gegen den Glyphosat-Konzern Monsanto, der von Bayer aufgekauft wurde. In den USA sollen inzwischen mehr als 12.000 Klagen gegen Monsanto bei Gerichten eingegangen sein. Auch in Frankreich haben bereits über 2.000 Bürger den Konzern verklagt, weil er ihr Leben in Gefahr gebracht habe.

Bayer hat jetzt auf die Ermittlungen in Frankreich reagiert und öffentlich um Entschuldigung gebeten. Bayer kündigte am Sonntag an, eine externe Kanzlei mit einer Untersuchung zu den geheimen Listen zu beauftragen. Bayer nahm wie folgt Stellung zu den Vorwürfen: „Französische Medien haben Ende dieser Woche Vorwürfe erhoben, dass Listen mit Unterstützern und Kritikern, die 2016 im Auftrag von Monsanto erstellt wurden, gegen ethische Grundsätze, möglicherweise aber auch gegen gesetzliche Regelungen verstoßen haben könnten. Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde. Wir bitten daher um Entschuldigung.“

Mit der Übernahme von Monsanto hat sich Bayer ein schweres Erbe erkauft. Seitdem ein kalifornisches Gericht urteilte, dass Glyphosat krebserregend ist, ist die Zahl der Klagen sprunghaft angestiegen. Gleichzeitig sind die Aktienkurse von Bayer abgestürzt. Jüngst kündigte Bayer an, weltweit 12.000 Mitarbeiter zu entlassen. Zum großen Teil ist die deutsche Niederlassung in Leverkusen mit 4.500 Angestellten betroffen. Was steckt hinter dem Kauf des destruktiven Konzerns? Wir gehen dem Glyphosat-Problem und der Bayer-Geschichte nach. Sehen Sie selbst. 

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Kommentar

  1. Die Regierungen haben mit Netzüberwachungsgesetzen und einhergehenden Maßnahmen und vorgelegt.
    So einer großen Firma wird abverlangt den Deppen zu spielen.
    Gleichbehandlung wo bleibst du?

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  • Monsantos heimliche Überwachungslisten von Politikern und Journalisten - Leserbriefe 16. Mai 2019

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