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Sechs Jahre Haft lautet das Urteil gegen den Australier George Pell wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Der ehemalige Kardinal und Finanzchef des Vatikans galt als enger Vertrauter des Papstes.

6 Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger

77 Jahre ist Kardinal George Pell, als das Urteil im australischen Melbourne durch Richter Peter Kidd fällt. Der Geistliche und enge Vertraute des Papstes, war wegen Missbrauch Minderjähriger angeklagt. Der Richter urteilte, dass George Pell für sechs Jahre ins Gefängnis muss. 3 Jahre und 8 Monate muss es davon in jedem Fall absitzen, ehe über einen Antrag uf vorzeitige Entlassung entschieden werden könnte.

In Australien gab es dabei unzählige Fälle von sexuellem Missbrauch in Einrichtungen der Kirche. Doch im Fall Pell sieht das Gericht in Melbourne besonders schweren Missbrauch von Macht. „Meiner Meinung nach wiegt das Vergehen erheblich schwerer durch die Begleitumstände: Nämlich den Bruch des Vertrauens und den Missbrauch von Macht“, sagte Richter Kidd in der Urteilsbegründung.

Meiner Ansicht nach war Ihr Verhalten von erschütternder Arroganz durchdrungen.

Das Gericht merkte aber auch an, dass das Alter des Angeklagten und die ansonsten reine Vorstrafenweste strafmildernde Wirkungen hatten. Bis zu 50 Jahre wären dem Richter als Höchststrafe offen gewesen. Da aber auch eine Wiederholungstat ausgeschlossen sei, wären 6 Jahre Haft tat- und schuldangemessen.

Kardinal Pell galt als enger Vertrauter des Papstes

George Pell wurde also für schuldig befunden und verurteilt. Damit wäre er bisher ranghöchste Geistliche der katholischen Kirche vom Hammer des Gesetzes getroffen worden. Pell galt als enger Vertrauter des Papstes und war lange Zeit Schatzmeister des Vatikans. Bisher hat Letzterer nicht reagiert. Es hieß aus dem Vatikan lediglich, dass die Verurteilung von Kardinal Pell eine „schmerzhafte Nachricht“ sei, der Vatikan aber den Geistlichen nicht seiner Ämter entheben werde. Zumindest vorerst nicht.

Denn Kardinal George Pell will in Berufung gehen. Zwar wurde er des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger für schuldig befunden. Doch sein Anwalt legte bereits wenige Minuten nach der Urteilsverkündung Berufung ein. Der Berufungsprozess wird für Juni dieses Jahres erwartet. Er weist die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an zwei Sängerknaben der Saint Patrick’s Kathedrale in Melbourne in den 90er Jahren zurück.

Laut Anklage soll Pell die damals 13-jährigen Jungen unsittlich berührt und zum Oralsex gezwungen haben. An einem der beiden Jungen soll er sich ein Jahr später erneut vergriffen haben. Die Fälle datieren zurück ins Jahr 1996 und 1997. Vor einer Kommission für Missbrauch in Australien gab Pell lediglich Fehler im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Priester in den 70er Jahren zu. Ob den Geistlichen das vor einer erneuten Verurteilung im Berufungsverfahren schützen wird, bleibt abzuwarten.

Autor: Thomas Schmied 

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