in Wissenschaft

Trotz der andauernden Sanktionen gegen Russland wird die Kooperation im Raumfahrtprogramm zwischen der NASA (USA), der ESA (Europa) und ROSCOSMOS (Russische Föderation) fortgesetzt.

Am 12.September macht sich die neue Crew auf den sechstündigen Weg zur ISS (International Space Station). Zur neuen Crew der 53./54. Expedition gehören Flugingenieure Mark Vande Hei und Joe Acaba von NASA und Alexander Misurkin von Roscosmos. Gestartet wird die Expedition vom Kosmodrome in Baikonour/Kasachstan und wird dabei wieder eine der bewährten Sojus MS Raumschiffe nutzen. Seit 2016 werden von Roscosmos die weiterentickelten Raumschiffe der „Serie MS“ genutzt, die unter anderem einen vestärketen Schutz gegen Mikrometorien besitzen und somit den Astro-/Kosmonauten mehr Sicherheit bieten. An Bord der ISS wird die neue Crew von Commander Randy Bresnik (NASA) und Flugingenieure Sergey Ryazanskiy (Roscosmos) und Paolo Nespoli (ESA) erwartet.

Da die NASA nach Beendigung des Space Shuttle Programms im Jahre 2011 derzeit über keine eigenen einsazbereiten Raumtransporter verfügt, nutzen sowohl Astronauten der US- amerikanischen NASA als auch der europäischen ESA die Sojuz- Raumtransporter. Der neue Raumtransporter „Orion“ der NASA soll 2019 zum ersten mal eine Crew ins All bringen, geplant ist dabei jedoch eine Mondumrundung, ein Andocken an die ISS ist bisher nicht vorgesehen. Der von SpaceX in Entwicklung befindliche Raumtransporter Dragon 2/ Crew-Dragon hat große Chancen, in Zukunft die Aufgabe zu übernehmen, Crews zur ISS und von der ISS zurück zur Erde zu transportieren.

Dabei ist für die Raumfahrt insbesondere interessant, das SpaceX erfolgreich die Trägerrakete Falcon 9 testet, die in der Lage ist, nach einem Einsatz im Weltraum auf einer Rampe wieder aufrecht zu landen. Somit wäre die Falcon 9 oder ihre Nachfolgemodelle der erste Schritt in Richtung von Raumfahrzeugen, die nach kurzem Auftanken und Beladen wieder in den Weltraum starten können. Das Sojus Programm, dessen Raumtransporter und Trägerraketen ebenfalls beständig weiterentwickelt werden, wird wohl nicht nur als Backup-System zur Verfügung stehen. Absehbar ist, dass der Verkehr zwischen Erde und Weltraum in Zukunft eher zunehmen wird, ähnlich dem Luftverkehr.

Wie die Kooperation zwischen der NASA, ROSCOSMOS und der ESA in Zukunft aussehen wird, hängt auch von den politischen Verhältnissen ab. Bisher jedoch funktionierte die internationale Kooperation zwichen den Betreibern der ISS, zu denen auch CSA/ASC (Kanada) sowie JAXA (Japan) – trotz der angespannten politschen Verhältnisse auf der Erde – sehr gut. Das ISS-Raumfahrt-Programm liefert somit nicht nur wissenchaftliche Ergebnisse, sondern ermöglich auch die Zusammenarbeit an großen Projekten der Menschheit, ist somit ein Beispiel dafür, wie eine globale Zukunft aussehen könnte.

Es ist noch nicht eine „Föderation der Planeten“, wie sie „Star Trek“ Erfinder Gene Roddenberry erdachte, aber die Idee einer kleinen „Weltraum-Föderation“, die von rund 1,1 Milliarden Menschen getragen wird.
Immerhin ein Anfang.

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