in Wirtschaft

Kommentar – Es braucht keine „Propagandaposts“, um die gesellschaftlichen Gräben, die sich in Deutschland aufgetan haben, zu vertiefen. Lidl schafft dies ach mit einem Marketing-Deaster. Für das Zerfallen des gesellschaftlichen Zusammenhalts sorgen sonst die Akteure der verschiedenen Lager durch ihre zunehmend aggressiven Auftritte.

Ob Pegida, AFD oder Antifa, SPD und Linksunten.Indymedia z.B., Politker, Redenschreiber und Autoren vergreifen sich zunehmend im Ton. „Und willst Du nicht mein Follower sein, so schlage ich Dir verbal den Schädel ein“. Es wundert nicht, dass sich immer mehr Bürger angewidert von den politischen Gruppierungen, die angeblich links oder rechts politisch stehen wollen, abwenden.

Nicht weniger irritierend verhalten sich aber auch jene, die glauben, es allen, oder besser gesagt, allen Randgruppen und Minderheiten recht machen zu müssen. Gut gemeint und dumm gemacht ist nicht selten das Resultat einer nunmehr 70 jährigen Erziehung zur Demokratie, die zuweilen Formen einer Gehirnwäsche annimmt.

Ja, es ist unbestreitbar, auch das III. Reich gehört zu den dunkelsten Punkten in der Geschichte der Menschheit, neben der Ausrottung indigener Völker, die bis heute andauert. Es reicht ein Aufruf in den Medien, und hunderte besorgte Bürger strömen zusammen, um gegen (Neo)Nazis zu demonstrieren. Würden die selben Angstbürger auch auf die Straße gehen um gegen Armut, Ausbeutung, Obdachlosigkeit, Rüstungswahnsinn zu demonstrieren, wäre die Welt wahrscheinlich ein wenig besser.

Was sich jetzt die Marketingabteilung der Supermarktkette „Lidl“ geleistet hat, zeigt, dass auch akademische Abschlüsse keine Garantie für Intelligenz oder das Beherrschen des publizisitschen Handwerks sind. Es ist vielmehr ein Indiz dafür, dass das Denken vieler Mitbürger zunehmend von einer politischen Hysterie geprägt wird.

Was war passiert? Zum Sortiment der Supermarktkette Lidl gehören Produkte aus Griechenland, die Lidl unter der Eigenmarke „Eridanous“ vertreibt. Die Produktverpackungen zeichnen sich insbesondere durch Fotos von typischen Griechischen Urlaubsmotiven aus, wie den Kirchen auf Santorin. Lidl hatte auf den Verpackungen die Kreuze der Kirchen auf diesen Verpackungen entfernen lassen. (1)

Waren hier etwa Mitarbeiter mit muslimischen Hintergrund am Werk? Oder hatte Lidl Angst, muslimische Kunden könnten beim Anblick der Kreuze sich spontan radikalisieren? Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Zu Fragen bleibt auf jeden Fall, was in den Köpfen der Marketing- „Experten“ vorgeht, die für Lidl die Realitätsverfälschung vorgenommen haben.

Bedauerlich ist auf jeden Fall, dass dieser Vorgang, der einen internationalen „Shitstorm“ ausgelöst hat, auch als ein Angriff auf die Griechische Kultur verstanden wird und dass gleichzeitig die muslimischen Mitbürger in ein noch schlechteres Licht geraten.

Was auch immer die Marketingabteilung von Lidl vorhatte, das Resultat ist, in der jetzt ohnehin angespannten politischen Situation, katastrophal. Profitieren könnten vielleicht wieder die kleinen griechischen Läden in unseren Städten, wenn die Kunden ihren angekündigten Boykott von Lidl wahrmachen und stattdessen das Angebot der kleinen Importeure dem der marktbeherrschenden Riesen vorziehen.

Für die Marketing Industrie sollte auch aufgrund dieses Beispiel eines inernational beachteten Marketing-Desasters ein Umdenken in den Strategien stattfinden. Insbesondere in der Personalpolitik. Man(n)/Frau kann schon mit Ende Zwanzig mehrere Akademische Titel in der Publizistik, im Marketing usw. besitzen. Das bedeutet noch nicht, dass der/die Mitarbeiterin tatsächlich etwas von Marketing/PR versteht. Gutes Marketing beruht auch auf Lebenserfahrung – und vor allem, auf sozialer Kompetenz.

(1)
Lidl Österreich erklärte auf Facebook hierzu:
4. September um 00:34 ·
Liebe Community. Wir möchten uns an dieser Stelle zu den Vorwürfen äußern, die aktuell im Netz kursieren: Keine Frage, hier ist ein Fehler passiert, das tut uns leid. Die Ausstattungen unserer griechischen Eridanous-Produkte werden nicht hier von Lidl Österreich entworfen, sondern von einem internationalen Team – wir haben darauf leider keinen Einfluss. Wir können euren Ärger aber verstehen und stehen mit den zuständigen Kollegen in Kontakt. Wir entschuldigen uns bei allen, die sich durch die Gestaltung verärgert fühlen.

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Dein Kommentar

Kommentar

    • Erbärmliche Geschäftsleitung! Man muss ja kein Marketingfachmann sein um zu erkennen, dass sowas keine Freigabe bekommen darf..

      Gibt es irgendeine Branche, die noch nicht komplett am Zeiger dreht? 😳

  1. #tommie darko :
    dir ist scheißegal, wie die Verpackung aussieht? du würdes also auch Sachen kaufen, wenn auf der Verpackung ein Hakenkreuz ist???

  2. Ich frage mich, wie man sich mit solchen Dingen beschäftigen kann! Es ist doch des Unternehmens Angelegenheit was sie wo aufdrucken. Und wenn es keine Kirche dartsellen sollte? Ja, da stehen die Kritiker und die Mitläufer mit heruntergelassen Hosen da und schauen dumm daher … Man-o-Man

  3. Wie kommt man denn überhaupt auf die Idee, vor Flüchtlingen, die ja wieder mal nach Hause gehen sollen, dermaßen auf dem Bauch zu kriechen!!!
    Wenn denen hier was nicht passt, können sie gern den Urlaub in ihren Heimatländern auf Ewig ausdenen.