in Umwelt

Es gibt kaum noch einen Ort ohne WLAN. Doch überwiegt der Nutzen den Schaden? Dieser Artikel verrät, wie schädlich WLAN ist, wie hoch das Risiko ist, wie die Strahlung im Körper wirkt und welche Alternativen es gibt.

Experimente bestätigen Verdacht

Vor allem ein Experiment sorgte in den letzten Jahren für Aufsehen. Dänische Schülerinnen untersuchten die Gefährlichkeit von WLAN – Strahlung auf Gartenkresse-Samen. Die Räume indem  sich die Kresse befand waren identisch, bis auf den WLAN-Router, der sich nur in einem Raum befand. Die Schülerinnen achteten penibel darauf, dass die Pflanzen dasselbe Licht abbekamen und mit derselben Menge an Wasser gegossen wurden.

Das Ergebnis war erschreckend. Nach 12 Tagen waren die Samen in dem Raum ohne Router in sattem Grün gediehen. Die Kresse in dem Raum mit Router war hingegen kaum gewachsen, braun und teilweise sogar mutiert. Die Schülerinnen wiederholten das Experiment – mit demselben Ergebnis.

Es gibt unzählige Studien über den Zusammenhang von Tumoren und hochfrequenter Strahlung durch WLAN-Router. Im Jahr 2015 wurden 100 dieser Studien in einer Übersichtsarbeit des Institute of Experimental Pathology, Oncology and Radiobiology of NAS ausgewertet. Die ukrainischen Forscher stellten dabei fest, dass in 93 Studien das erhöhte Krebsrisiko durch WLAN Geräte nachgewiesen werden konnte.

Wie hoch ist das Risiko für Menschen?

Das Bundesamt für Strahlenschutz hält WLAN-Strahlung grundsätzlich für ungefährlich. Die Strahlung würde vorgegebene Grenzwerte nicht überschreiten. Die Pressesprecherin fügte allerdings an: „Dennoch können Langzeitfolgen, wie zum Beispiel Gehirntumore, nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden“.

Außerdem lässt die Herangehensweise des Bundesamtes für Strahlenschutz Zweifel aufkommen. Strahlenbiologe Prof. Dr. med. Edmund Lengfelder kritisiert, dass bei der Zulassung von Geräten mit elektromagnetischen Feldern nur die Erwärmung des Körpers als Maßstab genutzt wird. Ob die Strahlung in einem anderen Maß auf den Körper wirkt kann so überhaupt nicht festgestellt werden.

So wirkt WLAN-Strahlung im Körper

WLAN-Strahlung ist hochfrequente elektromagnetische Strahlung. Sie ist dabei nicht mit ionisierender Strahlung zu vergleichen, die z.B. in Röntgengeräten vorkommt. WLAN-Strahlung ist somit deutlich schwächer als ionisierende Strahlung und hat auch nicht die Kraft, Moleküle zu verändern. So ist es theoretisch unmöglich, dass WLAN-Strahlung physikalische Veränderungen am Erbgut verursachen kann. Dennoch kann es über andere Prozesse zu einer Mutation kommen.

WLAN – Strahlung führt im Körper zu oxidativen Prozessen, wodurch freie Radikale freigesetzt werden. Sind mehr freie Radikale im Körper vorhanden sind als Antioxidantien, kann es zu einer schweren Zellschädigung kommen. Abhängig davon, wie stark die Strahlung ist und wie oft man ihr ausgesetzt ist, kann dies zu systemischen Schäden führen. Eine Folge wäre zum Beispiel ein Hirntumor.

Dabei ist zu beachten, dass der WLAN-Router sowie der Chip im PC oder in Smartphones ständig senden. Unabhängig davon, ob jemand das Internet nutzt oder nicht. Ein WLAN-Router kann dabei bis zu 300m weit senden und das durch alle Wände hindurch.

Auch Parkinson und Alzheimer als Folge von WLAN-Strahlung

Nicht nur Krebs kann eine Folge von WLAN-Strahlung sein. Da die Strahlung, direkt in den Zellen wirkt, ist der ganze Körper betroffen. Dementsprechend kann WLAN auch eine Vielzahl von Krankheiten verursachen. Dr. Igor Yakymenko, ein Forscher am Kiewer Institut für experimentelle Pathologie, Onkologie und Radiobiologie sieht WLAN auch als Ursache für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson an. Der Grund dafür: Man vermutet schon lange, dass freie Radikale der Grund für unser Altern sind. Wird dieser Prozess durch Strahlung verstärkt, bauen sich Nervenzellen noch schneller ab und verlieren irgendwann ihre Funktion. Die Folge sind Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.

Auch weitere neurogene Erkrankungen stehen im Verdacht, durch WLAN-Strahlung verursacht zu werden. Der Ärztearbeitskreis Digitale Medien Stuttgart schreibt dazu: „Weit unterhalb der Grenzwerte, bei Belastungen im Normalbetrieb, liegen Erkenntnisse aus mehr als 40 in seriösen Fachzeitschriften veröffentlichten Arbeiten vor, die nachweisen, dass die Belastung zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, ADHS, Spermienschädigungen bis hin zu DNA-Strangbrüchen und damit zu Krebs führen kann“.

Eine dänische Untersuchung kam zum selben Ergebnis. Unter den 13.000 Siebenjährigen waren öfter die verhaltensauffällig, die selbst oft mobil telefonierten. Verstärkt war dieses Verhalten zu beobachten, wenn schon die Mutter in der Schwangerschaft oft telefonierte.

Gibt es Alternativen?

Heute erscheint es nahezu unmöglich, auf drahtlose Netzwerke zu verzichten. Die meisten Menschen verbringen einen Großteil des Tages im Internet. Könntest du dir vorstellen, dein Handy erst mit einem LAN-Kabel verbinden zu müssen, um ins Internet zu gehen? Ich auch nicht. Und trotzdem ist die Gesundheit den meisten Menschen wichtiger, als ein freies WLAN-Netzwerk. Einen Weg gibt es, um die Strahlenbelastung effektiv zu reduzieren, ohne komplett auf WLAN verzichten zu müssen.

Um die Strahlenbelastung zu reduzieren, sollte der WLAN-Router niemals im Schlaf – oder Kinderzimmer stehen. Erstrecht nicht am Kopfende des Bettes. Wenn man die Wahl zwischen Festnetz oder Handy hat, sollte man auf das Erste zurückgreifen. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass nicht nur der Router einen Sender hat sondern auch der PC oder das Handy. Das heißt, man sollte den PC nicht direkt auf den Schoß legen. Zudem kann man die meisten Router so einstellen, dass sie sich nachts ausstellen.

Wenn man sich doch entscheidet, auf LAN-Kabel zurückzugreifen, gibt es mittlerweile Technologien, die einem das anstrengende Verlegen von Kabelschlitzen ersparen. Die sogenannten Powerline-Adapter. Diese nutzen die Stromleitung um darüber Daten zu transportieren. Das heißt überall, wo man eine Steckdose hat, steht einem ein sicherer LAN- Zugang zur Verfügung.

Vor allem sollte man sich aber fragen, ob das was man den ganzen Tag im Netz treibt wirklich notwendig ist.  Ist es das wert, seine Gesundheit zu riskieren? Man hört es nicht gerne, aber es gab tatsächlich eine Zeit, in der Menschen ohne WLAN überlebt haben. Die Zeit besser, sinnvoller und anders zu nutzen dürfte der effektivste Weg sein, um die Strahlenbelastung zu reduzieren. Es gibt unendlich viele Dinge außerhalb des Internets, die wir mittlerweile tatsächlich zu vergessen haben scheinen.

Quellen

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article160308200/Wie-schaedlich-ist-WLAN-Strahlung-fuer-den-Menschen.html

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/wifi-wlan-krebserregend-ia.html

https://www.onmeda.de/forum/krebserkrankungen/178826-wlan-elektrosmog-krebsgefahr

https://www.welt.de/gesundheit/article137612666/Bundesamt-warnt-Schulen-vor-WLAN-Netzen.html

http://www.chip.de/artikel/WLAN-Alternative-Powerline-Adapter-fuer-Ihr-Heimnetzwerk_71028003.html

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Auch Prof. Meyl von der Uni Furtwangen warnt vor den gesundheitsschädlichen Wirkungen von WLan und Handy-Strahlung, Mikrowelle dito.

    WLan läßt sich im Router ausstellen.

    Dazu geht man in das Kontroll-Menu des Routers und schaltet es dort ab.

    Die Kabelverbindung ist einfach sinnvoller.

  2. Etwas übertrieben die Tatsachen, aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken. WLAN-Sendeleistung ist auf 100mW im 2,4GHz-Band begrenzt. Wenn die WLAN-Strahlung keine Kraft haben sollte, die Moleküle zu verändern, wie kann sie dann das Erbgut schädigen? Powerline-Adapter ist allerdings die Pest statt Cholera, da diese einen Hochfrequenz-Datenstrom ins Hausnetz modulieren, was wiederum auch eine elektromagnetische Strahlung generiert und diese zusätzlich gleichmäßig übers ganz Haus verteilt – prima. Der Vorschlag zur Verwendung von Festnetz-Telefonen ist auch nur sinnvoll, wenn wirklich FESTNETZ-Telefone benutzt werden, nicht aber mobile Festnetz-Geräte, deren Strahlungsleistung mit bis zu 500mW sogar noch höher ist, als WLAN-Equipment.

    • WLAN Strhalung ist nicht direkt in der Lage Moleküle in zu verändern, oder aktiv das Erbgut zu schädigen. Aber eben sehr wohl passiv!! Und das führt eventuell zur Erbgutschädigung, und was dann kommt, ist oftmals Krebs.
      Was Sie in Sachen Festnetz sagen, ist sehr gut….man sollte natürlich nicht den drahtlosen Apparat nutzen…dann kann man besser sein Handy mit Freisprechtaste nutzen. Sowieso telefoniere ich beinahe nie mit Handy am Ohr, sondern eben Freisprech bzw. Lautsprecherfunktion.
      Was mich total ankotzt, ist dass wir kein Einfluss haben….schau, mein WLAN steht immer aus, aber was bringt mir das, wenn ich trotzdem gut 15 Netzwerke um mich herum sehe (Nachbarn).
      Technologie wird uns aufgezwungen weil neu = besser. FALSCH