in Umwelt

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Sollte es die menschliche Geschichte irgendwie in eine ferne Zukunft schaffen, werden zwei wesentliche Ereignisse in den Analen zu finden sein. Erstens die Beherrschung des Feuers und zweitens die Spaltung des Atoms, was gleichzeitig das schleichende Ende der Menschheit einläutete.

Das Feuer katapultierte den Menschen vom Mittelfeld an die Spitze der Nahrungskette. Als sich noch der Verstand einklinkte, war der menschliche Schaffensgeist nicht mehr zu bremsen. Die Erfolgsgeschichte könnte endlos weitergehen, hätte der Homo Sapiens nicht Zauberlehrling gespielt. Er fing an Atome zu spalten. Die „Geister“, die er damit rief, ist er bis heute nicht losgeworden. Sie strahlen munter vor sich hin und kontaminieren/vergiften alles, was ihren Weg kreuzt.

Angefangen hatte die Tragödie kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Otto Hahn und seinem Assistenten Fritz Straßmann gelang am 17. Dezember 1938, im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie der Beweis einer induzierten Kernspaltung von Uran. Schnell schwabbte das Wissen geheimdienstlich nach Amerika und wurde von Enrico Fermi erfolgreich umgesetzt. Im Chicago Pile (CP-1) stand der weltweit erste von Menschen gebaute Kernreaktor, in dem 1942 die erste kontrollierte kritische Kernspaltungs-Kettenreaktion stattfand. CP-1 war Teil des Manhattan-Projektes, das den Bau einer Atombombe zum Ziel hatte. Der Physiker Robert Oppenheimer und General Leslie R. Groves leiteten das Projekt und krönten ihre Arbeit mit dem ersten erfolgreichen Atombombentest namens „Trinity“ 1945. Von da an ging alles sehr schnell. Nur drei Wochen später fiel „Little Boy“ auf Hiroshima. Mit einer Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT, tötete die Bombe 90’000 Menschen in kürzester Zeit.

So wie es die Geschichtsbücher wiedergeben, war die Kernphysik von Anfang an für militärische Zwecke gedacht. Das erste zivile Kernkraftwerk der Welt wurde 1954 im russischen Obninsk erfolgreich in Betrieb genommen. Also erst neun Jahre nach der Bombe. Seit dem wurden auf der ganzen Welt ca. 446 Atomkraftwerke errichtet. Obwohl mittlerweile die Kernspaltung meist zum Heizen und nicht zum Zerstören benutzt wird, hat die ganze Uranbenutzung einen gravierenden Nachteil, der die eigentliche Katastrophe ausmacht. Die Strahlung.

Entstehung von Strahlung

Instabile Atomkerne, sogenannte Nuklide, haben die Tendenz zu zerfallen/umzuwandeln.  Die durch diesen Prozess freigesetzte Energie wird  Alpha- Beta- und/oder Gamma-Strahlung genannt. Hohe Dosen dieser Strahlung sind für den Menschen schädlich bis tödlich. Nebst der Strahlendosis ist die Strahlungsart massgebend. Die drei Typen und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus  lassen sich am einfachsten wie folgt umschreiben:

Alpha:                  wirkt auf der Haut

Beta:                     wirkt in der Haut

Gamma:              wirkt unter der Haut und tiefer

Radioaktive Strahlung ist extrem tückisch. Bei einem stark kontaminiertes Objekt mit hoher Strahlung, kann sie der Mensch mit keinem seiner fünf Sinne wahrnehmen. Gluthitze, also Wärmestrahlung sieht man als Luftflimmern, radioaktive Strahlung dagegen ist unsichtbar. Das Objekt sieht normal aus, riecht nicht, leuchtet nicht, glüht nicht und behält seine ursprüngliche Form. Das menschliche Auge ist nicht in der Lage, die radioaktiven Mikropartikel zu erkennen. Und wenn man es kann (Fall-Out)ist die Strahlungsdosis so hoch, dass man kaum noch Zeit hat zu überlegen, womit man da in Kontakt gekommen ist.

Nuklide

Beschreibt die physische Beschaffenheit eines Atoms. Es gibt stabile und instabile, sogenannte Radionuklide. Jedes Radionuklid hat seine charakteristischen Zerfallseigenschaften wie Halbwertszeit, Zerfallsart(en) und Zerfallsenergie. Beim Zerfall entsteht meist Alpha- oder Betastrahlung und/oder Gammastrahlung. Die „Geschwindigkeit“ dieses Zerfalls wird durch die Halbwertszeit  beschrieben. Nach einer Halbwertszeit ist die Hälfte aller anfangs vorhandenen Atome noch nicht zerfallen, nach zwei Halbwertszeiten nur noch ein Viertel usw.

Isotop

Beschreibt die Zugehörigkeit eines Elementes aus dem Periodensystem. In der Regel besitzt jedes natürlich vorkommende Element ein oder wenige stabile Isotope, während seine übrigen Isotope radioaktiv (das heißt instabil) sind und früher oder später zerfallen. Es gibt jedoch auch Elemente, bei denen alle Isotope instabil sind.

Sievert (Sv)

Es dient zur Bestimmung der Strahlenbelastung biologischer Organismen und wird bei der Analyse des Strahlenrisikos verwendet. Die zulässige Strahlenbelastung in Deutschland ist zurzeit 1 mSv/a (1 Millisievert pro Jahr). Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan vom 11. März 2011 wurde dort beschlossen, dass für die Schulkinder in der Region Fukushima eine Jahresbelastung von bis zu 20 mSv als unbedenklich einzustufen ist. 20 mSv entsprechen der Dosis einer Ganzkörper-Computertomographie und der nach deutschem Recht maximal zulässigen Strahlenbelastung für beruflich strahlenexponierte Personen pro Kalenderjahr.  Für Mitarbeiter des von Tepco betriebenen Atomkraftwerks wurde nach dem Vorfall die zumutbare jährliche Äquivalentdosis von 100 mSv auf 250 mSv erhöht. Symptome der Strahlenkrankheit sind ab 150 mSv/a möglich. Die Tepco-Mitarbeiter sind demzufolge alle verstrahlt und werden zukünftig mit gesundheitlichen Problemen zu rechnen haben. Dazu noch ein paar Vergleichszahlen, veröffentlicht von Tepco am 26. März 2011. Block 1 mit 1000 mSv/h und Block 4 mit 4750 mSv/h. Hochgerechnet sind das über 41’000 Sv pro Jahr im Block 4. Ab einer Dosis von über 80 Sv fällt der Mensch nach ein paar Minuten tot um.

Bequerel (Bq)

Gibt  die mittlere Anzahl der Atomkerne an, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen. Das heisst ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde. Wenn man die radioaktiven Mengen in Fukushima anschaut, Tepco schätzt die Zahl auf 81 Millionen Terabecquerel, reicht die restliche Lebensspanne der Erde nicht aus, um den radioaktiven Zerfall abzuschliessen.

Halbwertzeiten

Beim radioaktiven Zerfall ist die Halbwertszeit die Zeitspanne, in der die Menge und damit auch die Aktivität eines gegebenen Radionuklids durch den Zerfall auf die Hälfte gesunken ist. Das heisst, 50 % der Atomkerne haben sich unter Aussendung von ionisierender Strahlung in ein anderes Nuklid umgewandelt; dieses kann seinerseits ebenfalls radioaktiv sein oder nicht. Die Halbwertszeiten variieren zwischen den einzelnen radioaktiven Stoffen erheblich. Das Element Jod 131 halbiert seine Strahlung bereits nach 8 Tagen. Thorium 232 hingegen benötigt dazu über 14 Milliarden Jahre. Das Universum ist nach heutigem Wissensstand etwas über 16 Milliarden Jahre alt. Es gibt demnach radioaktive Stoffe, die nicht nach ein paar Jahren verschwunden sind, sondern ewige Begleiter der Erde werden.

Gift

Einige Radionuklide haben ein Giftpotential, das Seinesgleichen sucht. Plutonium ist wie die meisten anderen Schwermetalle giftig und schädigt besonders die Nieren. Es bindet ebenfalls an Proteine im Blutplasma und lagert sich unter anderem in den Knochen und der Leber ab. Die für einen Menschen tödliche Dosis liegt wahrscheinlich im zweistelligen Milligramm Bereich. Ähnlich verheerend ist Uran. In jüngster Zeit wurden mehrere tausend Tonnen Uranmunition überwiegend in indisch-pakistanischen Grenzkonflikten, in Tschetschenien, während der sowjetischen Intervention in Afghanistan, im Bosnien-Krieg, im Kosovo-Krieg, im Zweiten Golfkrieg und im Irakkrieg eingesetzt. Alleine während eines dreiwöchigen Einsatzes im Irakkrieg 2003 wurden von der Koalition der Willigen zwischen 1000 und 2000 Tonnen Uranmunition eingesetzt. Das US-Energieministerium, unter dessen Beaufsichtigung sich derzeit rund 740.000 Tonnen abgereicherten Urans (DU) befinden, das in Puducah (Kentucky), Oak Ridge (Tennessee) und Portsmouth (Ohio) in speziellen Stahlzylindern gelagert wird, stellt den US-Streitkräften das DU fast kostenlos zur Verfügung und entsorgt damit einen Teil der nuklearen Abfälle des Landes.  Schon dieser Umstand ist ein Skandal, da so massenhaft radioaktive Substanzen durch das Militär unkontrolliert verbreitet werden. Insgesamt wurden im Irak, in Bosnien und in Jugoslawien rund eine Million Schuß uranhaltiger Munition bzw. knapp 340 Tonnen Uran-238 verschossen. Legt man zugrunde, dass davon durchschnittlich rund 40% zu inhalierbarem, toxischem Uranoxid zerstäubt wird, so ergibt das ca. 136 Tonnen tödlichen Staubes, der die ehemaligen Kriegsgebiete für die nächsten 4,5 Milliarden Jahre eingepudert hat.

Abfall

Hier liegt das eigentliche Problem der Atomindustrie. Seit dem ersten Reaktor weiss kein Mensch, was man mit den radioaktiven Abfällen machen soll. Die Halbwertszeiten übersteigen in den meisten Fällen das Zeitverständnis der Verantwortlichen. Diese Tatsache wird vermutlich das Schicksal der Menschheit bestimmen. Es wird berichtet, dass sämtliche Atommüll produzierenden Länder in weniger als 50 Jahren mehr als 100.000 Tonnen radioaktiven Abfall im Meer versenkt haben. Die Briten haben hierbei mit 80 % den größten Anteil beigesteuert, gefolgt von der Schweiz. Dazu kommen ca. 300’000 Tonnen mit hochradioaktivem Abfall, der irgendwo vergraben ist. Jährlich kommen 12’000 Tonnen dazu.  Die USA haben gegenüber der Internationalen Atomenergieorganisation eingeräumt, von 1946 bis 1970 über 90.000 Container mit radioaktivem Abfall vor ihren Küsten versenkt zu haben. Aus Deutschland wurden einige hundert Tonnen Atommüll im Meer entsorgt. Im Oktober 2009 wurde durch die Berichterstattung um den Film „Albtraum Atommüll“ öffentlich bekannt, dass Frankreich seit den 1990er Jahren heimlich einen nicht unerheblichen Teil seines Atommülls nach Sibirien transportiert. In der Stadt Sewersk, in der mehr als 100.000 Menschen leben, lagern knapp 13 Prozent des französischen radioaktiven Abfalls in Containern unter freiem Himmel auf einem Parkplatz. Die kirgisische Stadt Mailuussuu ist umgeben von 36 nicht gesicherten Lagern von Uranabfällen und zählt zu den zehn am schlimmsten verseuchten Gegenden der Erde.

Nebst der einfachen Entsorgung irgendwo in der Wildnis, gibt es dubiose Institutionen, die sich mit der „Entsorgung“ von radioaktivem Müll eine goldene Nase verdienen. Im September 2009 wurde 28 Kilometer vor der Küste Süditaliens das Wrack eines 110 Meter langen Frachters mit 120 Behältern Atommüll an Bord entdeckt. Damit wurde der seit Jahrzehnten bestehende Verdacht bestätigt, dass die italienische Mafia Giftmüll im Mittelmeer entsorgt. Mindestens 32 Schiffe mit Gift- und Atommüll sollen auf diese Weise in der Adria, dem Tyrrhenischen Meer und vor den Küsten Afrikas versenkt worden sein. Die Herkunft des radioaktiven Materials ist bislang nicht geklärt. Es soll nicht nur die Ndrangheta beteiligt gewesen sein, sondern auch der Geheimdienst und die Politik – manche damaligen Ermittler dürfen „aus institutionellen Gründen“ nicht über die Vorfälle sprechen. Es gibt ungeklärte Todesfälle, die mit diesen Fällen in Zusammenhang gebracht werden.

Bis jetzt wurden nur die Abfälle erwähnt. Als weitere strahlende Konsequenz sind alle Atomreaktoren, die irgendwann ausgeschaltet werden müssen, bevor sie einem um die Ohren fliegen. Diese Atomruinen kann man nicht einfach in Fässer packen und verbuddeln. Die anfallenden Mengen sind zu gross. Dasselbe gilt für die tausenden von Atomraketen, Satelliten mit Atomantrieb, die irgendwann wieder runterkommen, wie die atomgetriebenen RORSAT-Satelliten, bei denen mehrere Reaktorkerne zurück auf die Erde fielen und beispielsweise im Falle Kosmos 954 eine Fläche von 124.000 Quadratkilometern der kanadischen Nordwest-Territorien mit Atommüll kontaminiert wurde.

steigende Radioaktivität

Bislang wurden weltweit etwa 2000 atmosphärische Kernwaffentests durchgeführt (davon 1030 durch die USA, 715 durch die Sowjetunion), wobei eine Sprengkraft von etwa 34.000 Hiroshima-Bomben freigesetzt wurde. Durch den von diesen Tests verursachten radioaktiven Niederschlag gab und gibt es heute im Umfeld dieser Gebiete bei der dort lebenden Bevölkerung hohe Raten an Krebserkrankungen und Fehlbildungen. Die Strahlenbelastung ist weltweit höher als vor den ersten Nuklearwaffentests. Auch europäische Böden und Gewässer enthalten – nebst dem Tschernobyl-Fallout – auch heute noch Rückstands-Nuklide dieser oberirdischen Tests. Um die Sache abzurunden kommt jetzt noch Fukushima dazu. Die weltweite Verseuchung lässt sich nicht abschätzen, geschweige den die Folgekosten.

Am 23. März 2011 erreichten die ersten radioaktiven Partikel aus Fukushima – transportiert über einen transatlantischen Jetstream – Europa bei Island und Norwegen. Messungen der CTBTO, die ein weltweites Messsystem (International Monitoring System – Radionuclide Network) betreibt und damit künstliche Radionuklide von natürlicher Strahlung unterscheiden kann, bestätigten dies. Die Konzentration der radioaktiven Substanzen sei jedoch zu gering, um eine Wirkung auf Menschen zu haben. Am 29. März waren radioaktive Partikel aus Fukushima an fast allen CTBTO-Messstationen nachweisbar.

Somit kann eines mit Sicherheit gesagt werden: Die Radioaktivität wird weltweit weiterhin zunehmen. Allein die Mengen, die in Fukushima noch in den nächsten Millionen von Jahren freigesetzt werden reichen, um den ganzen Planeten unbewohnbar zu machen. Es ist eine Lüge und schlichtweg unmöglich, die Verseuchung von Fukushima unter Kontrolle zu bringen. Die Strahlung in den einzelnen Blöcken ist so stark, dass sogar technische Hilfsmittel wie Roboter ihren Geist, aufgrund der hohen Strahlung, aufgeben.

Informationspolitik

Seit Jahren predigen die Medien über die AKW-Betreiber, wie sauber Atom-Energie ist. Der Irrglaube, sie sei umweltverträglich, wurde erfolgreich von den Atomlobbyisten in die Köpfe der Menschen geimpft. Die umweltschädigenden Konsequenzen durch Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung von spaltbaren Materialien wird entweder totgeschwiegen oder schöngeredet. Fakt ist, der Uranabbau führt bei Mensch und Umwelt zu Schäden, da durch den Uranbergbau Uran und radioaktive Folgeprodukte (z. B. das radioaktive Edelgas Radon) freigesetzt und aus dem Untergrund an die Oberfläche geholt werden.

Den Betreibern, allen voran Tepco, ist bewusst, dass sie die Bevölkerung nicht über die wahren Tatsachen informieren darf. Es würde Panik ausbrechen und halb Japan müsste evakuiert werden. Die gleiche Desinformation passiert im Rest der Welt. Ab April 2014 trifft die erhöhte Radioaktivität  des Pazifiks auf die westliche Küste der USA. Im 2013 wurde die strahlende Welle angekündigt, aber seither schweigen die Medien. Man findet keine Messwerte oder sonstigen Angaben über die Zunahme der Verstrahlung. Einzig die Meldung, dass die USA 14 Millionen Jod-Tabletten an der Westküste verteilen ist irgendwie durchgesickert. Ansonsten kann sich die amerikanische Bevölkerung nur anhand der millionenfach angeschwemmten, toten Meereslebewesen ein vages Bild der eigentlichen Katastrophe machen.

Wenn man die Möglichkeit hat, sich ein Strahlenmessgerät zu beschaffen, sollte man dies tun. Im Gegensatz zu den veröffentlichten Zahlen, werden die selber gemachten Messergebnisse das wahre Ausmass der atomaren Verseuchung aufzeigen.

In den Medien werden die Gefahren der Atomindustrie generell runtergespielt. Ebenso die Lagerung der radioaktiven Abfälle. Man spricht immer noch von „sauberer Energie“. Die Politiker instrumentalisierten die Katastrophe von Fukushima zu ihren eigenen Nutzen, sammelten Gönnerpunkte mit der Aussage, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen. Aber sobald sich die öffentliche Meinung ein bisschen beruhigt hatte, war die Erinnerung an den Ausstieg wie weggeblasen. Japan hatte nach Fukushima ein Ende der atomaren Energiegewinnung angekündigt, jetzt schalten sie ihre Atomreaktoren wieder ein. Egal, in welchen Zustand sie sich befinden. Um ja keine oppositionellen Kräfte aufkommen zu lassen, wurde die Atomgeschichte kurzerhand zum Staatsgeheimnis gemacht. Seit dem sind unabhängige Meldungen über die Lage dort so selten wie ein Goldnugget im heimischen Garten. Zuwiderhandlungen werden als Landesverrat angesehen und dementsprechend geahndet.  Die gleiche Entwicklung ist in der westlichen Welt zu beobachten und wird langfristig gleich enden. Man wird nichts mehrt über Unfälle, Transporte und Opposition hören.

Notfallplan

Kein einziger AKW-Betreiber kann die Folgen eines Atomunfalls abschätzen, geschweige denn entsprechende Massnahmen ergreifen und die Folgekosten tragen. Wenn, zum Beispiel in der Schweiz das antiquierte AKW Mühleberg (Baujahr 1972) in die Luft fliegt, stehen die Eidgenossen von einem Moment zum anderen ohne bewohnbare Heimat da. Was machen sie dann? Die Atomlobby verspricht auch hier das Blaue vom Himmel, hat aber nicht einmal einen Einsatzplan, was in einem grossen Störfall zu machen ist. Dasselbe gilt in den anderen Ballungszentren wie Deutschland, Frankreich, Italien  und so weiter.

Kosten

Aufgrund der grossflächigen Kontaminierung, der aufwändigen Aufräumarbeiten, der Entsorgung und den Gesundheitsschädigungen von betroffenen Personen, entwickeln sich die Folgekosten einer Reaktorkatastrophe ins Unermessliche. Würde sich  in Frankreich ein ähnlicher Unfall wie in Fukushima ereignen, kämen auf den Staat Kosten in der Höhe von 430 Milliarden Euro zusammen. Dass diese Summe sehr positiv gerechnet ist zeigt die Erhebung der Folgekosten nach dem Unfall in Tschernobyl. Dort werden sie mittlerweile auf sagenhafte 5,467 Billiarden Euro geschätzt und ein Ende ist nicht in Sicht.

In Fukushima sind die Zahlen eigentlich noch höher, aber die Medien und Verantwortlichen präsentieren die verschiedensten Angaben zur Augenwischerei. So muss man sich selber fragen: was kostet ein verseuchter Pazifik, wie teuer ist ganz Japan, wie viel kostet die Behandlung von Millionen von Strahlenopfern, wie hoch wird der finanzielle Aufwand sein, wenn man die ganze Erde dekontaminieren muss?

Es liegt auf der Hand, dass kein einziger Atomkonzern die Folgekosten einer nuklearen Katastrophe dieser Grössenordnung bezahlen kann. Das übersteigt sogar die finanziellen Mittel eines Staates. Wenn man’s genau nimmt, kann niemand mehr die Kosten decken, auch nicht bei einer globalen Sammelaktion. Zudem ist es eigentlich sinnlos, so viel Geld für die Dekontaminierung aufzuwenden. Die Strahlung ist immer noch da, sie wurde nur verschoben, verbuddelt oder versenkt.

Atomindustrie

Die Atomkonzerne gehören zu den mächtigsten Institutionen auf der Welt. Die Verflechtungen mit Politik, Medien, Finanzwirtschaft  und kriminellen Organisationen ist in den letzten Jahrzehnten derart undurchsichtig geworden, dass es keine Kraft auf der Welt gibt, welche diesen Machtgebilden das Wasser abgraben kann. So gesehen sind sie allmächtig. Ausser bei der Beseitigung ihres strahlenden Erbes. Dort zeigen sie sich unfähiger wie ein Erstklässler, der das Schreiben lernt. Sie verwenden aber enorme Energie dafür, kritische Stimmen mundtot zu machen. Das geht über Blog-Einträge im Internet bis hin zum Auftragsmord. In Japan werden Oppositionelle und Alte kurzerhand zu Aufräumarbeiten in Fukushima gezwungen. Mit unzureichender Ausrüstung haben sie nicht mehr genügend Lebenszeit, um noch reklamieren zu können. In Europa wird es ähnlich passieren. Hier werden einfach die Grenzwerte laufend erhöht, bis sich die Leute fragen, warum an der Bürste mehr Haare sind als auf dem Kopf.

Zukunft

Einfach gesagt: Es gibt keine, zumindest nicht für den Menschen und alle Lebewesen, die atomare Strahlung nicht verkraften können. Die Menge an radioaktivem Material ist mittlerweile weltweit so hoch (Millionen von Tonnen), dass eine Entsorgung gar nicht mehr möglich ist. Die verkappten Abfälle im Meer, der vergrabene Atommüll und die wilden Deponien rund um den Globus haben das Schicksal der Menschheit längst besiegelt. Solange das Zeug auf der Erde verweilt, gibt es keine Zukunft. Einzig die Entsorgung ins All könnte eine Lösung sein. Aber wenn man die Kosten von 10’000 Dollar pro Kilo Fracht ansieht, sprengen auch diese Zahlen jegliche Möglichkeit. Dabei sind kontaminierte Böden und Wasser noch gar nicht eingerechnet. Tepco kann bis heute nicht sagen, wie sie die hundert tausenden von Tonnen verstrahlten Wassers reinigen kann. Bei einigen Radionukliden ist das gar nicht mehr möglich. Nun gehen sie wieder den einfachsten und billigsten Weg. Sie schütten die ganze Plörre einfach ins Meer.

Es ist sicher, dass Japan wieder ein schweres Erdbeben erleben wird und sich die Katastrophe von Fukushima wiederholt, vermutlich sogar mehrfach. Ebenso in anderen Ländern. Es hat schon immer Atomunfälle gegeben mit horrenden Konsequenzen und es wird sie weiter geben. Seit 1940 sind 34 dokumentierte Störfälle verzeichnet worden. Die Dunkelziffer dürfte einiges höher liegen. Bei der rasanten Zunahme von Reaktoren, Waffen und Abfällen wird sich die Zahl exponentiell erhöhen. Das Resultat wird immer das Gleiche sein. Verstrahlte Menschen, die kurz darauf sterben und kontaminierte Böden, welche für sehr lange Zeit unbewohnbar sind.

Auswege

So wie sich die Politiker und die Energiekonzerne verhalten, gibt es keinen Ausweg aus dem Atomdesaster. Auch wenn alle AKW’s auf der Welt abgestellt werden würden, hätte die Menschheit mit der Radioaktivität zu kämpfen und das noch Millionen von Jahren. Solange die globale Energieverschwendung anhält, wird sich nichts ändern. Die Atomindustrie verweist auf das Energiebedürfnis der Menschheit und legitimiert so ihr unverantwortliches Handeln. Bleibt eigentlich nur ein Ausweg. Jeder einzelne sollte seinen Energieverbrauch derart senken, dass eine Strom-Überproduktion entsteht. Erst wenn die Konzerne ihren Strom nicht mehr verkaufen können, werden unrentable Kraftwerke geschlossen, vorher nicht.

Sinnlose Standby-Geräte ganz ausschalten, am Abend vermehrt Kerzen anstatt Stromlampen verwenden, Schaufenster-, Strassen-, und Festtagsbeleuchtungen abschalten oder zumindest stark reduzieren und öfters etwas von Hand machen, als immer gleich ein elektrisches Gerät verwenden.

Aber wie gesagt, auch wenn der Mensch sich aus seiner Dekadenz erheben sollte, bleibt das strahlende Erbe erhalten. Also kommt es nicht mehr darauf an, ob man Energie spart oder nicht. Die Büchse der Pandora hat er vor knapp 70 Jahren geöffnet und sie lässt sich seitdem nicht mehr schliessen.

Die Forschung sollte alles daran setzen Möglichkeiten zu finden, wie man Radioaktivität loswird, respektive neutralisieren kann. Dies müsste oberste Priorität haben und mit allen Mitteln der Welt unterstützt werden. Ob so eine Rettung der Erde und somit der Menschheit gelingt, bleibt fraglich. Viele Radionuklide können nicht mehr extrahiert werden und verbleiben für immer im Wasser,  Boden oder in der Luft, zumindest bis der Zerfall soweit fortgeschritten ist, bis die Reststrahlung unbedenklich für biologische Organismen ist. Aber das dauert länger, als der Mensch noch Zeit  hat auf dieser Welt.

Schlusswort

Über 90% des Artikelinhaltes kann auf Wikipedia nachgelesen werden. Es wurden nur die „Fakten“ von dort zusammengetragen. Einige Einträge in der Datenbank sind vermutlich  geschönt und haben mit realen Werten wenig zu tun. Trotzdem lässt sich anhand der vorhandenen Zahlen, Berichte und Ergebnisse ein Bild zeichnen, dass alles andere als rosig für die Menschheit ist. Radioaktive Strahlung kann medial noch so zurechtzensiert werden, die reale Gefahr bleibt bestehen. Die Menschheit wird sich erst dann der atomaren Bedrohung bewusst, wenn sie direkt davon betroffen ist. So wie die Menschen rund um das Atomkraftwerk Fukushima und Tschernobyl. Alle anderen dürfen an die heile Welt glauben und mit den Worten von Holger Strohm „friedlich in die Katastrophe“ eintauchen, bis sie als nächstes Strahlenopfer an der Reihe sind.

Quellen:

http://www.antimilitarismus-information.de/ausgaben/2001/2-01_3.pdf

http://www.sonnenseite.com/Umwelt,28+Belege+dafuer-+dass+die+ganze+Westkueste+der+USA+durch+radioaktiven+Fallout+aus+Fukushima+belastet+ist,16,a27095.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/04/fukushima-welle-us-regierung-bestellt-14-millionen-jod-tabletten/

http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktivit%C3%A4t

http://www.welt.de/wirtschaft/article113436014/Fukushima-wuerde-Frankreich-430-Milliarden-kosten.html

http://www.stromtip.de/rubrik2/20200/Super-GAU-koennte-Billiarden-kosten.html

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Da möchte ich doch bei der Recherche gern ein wenig behilflich sei. Im Meer befinden sich natürlicher Weise ca. 4,5 Milliarden (!) Tonnen Uran

    http://www.newscientist.com/article/dn22201-record-haul-of-uranium-harvested-from-seawater.html#.U1AJBqK_zDM

    In der iranischen Stadt Ramsar liegt die natürliche Hintergrundstrahlung bei 260 mSv/y

    http://www.probeinternational.org/Ramsar.pdf

    Merkwürdiger Weise verteilt man in den USA Jodtropfen, was nach 3 Jahren völlig unsinnig ist, verliert aber kein Wort über Zeolit

    http://www.steine-und-minerale.de/artikel.php?f=4&topic=4&ID=141&titel=Zeolithe

    Man sieht es nicht, riecht es nicht, aber es ist gefährlich. Vielleicht auch nur ein weiteres Geschäftsmodell, den Leuten in die Taschen…