in Technik

Der Vorstandsvorsitzende der Google-Mutter Alphabet arbeitet nun nebenbei als Berater für das US-Verteidigungsministerium. Die guten Beziehungen zwischen Staat und Internet-Konzernen, die massenweise sensible Nutzerdaten besitzen, können für die Freiheit der Bürger nichts gutes bedeuten.

Die Marke „Google“ gehört zu den wertvollsten der Welt. Kein Wunder, immerhin bearbeitet das Unternehmen mittlerweile über 70% aller weltweiten Suchanfragen im Internet. Mit einem Umsatz von über 66 Milliarden US-Dollar ist es zudem eines der bedeutendsten und einflussreichsten globalen Konzerne, dessen Email-Dienst „Gmail“ allein über von über 1 Milliarde Menschen genutzt wird. Zusammen mit den riesigen Datenmengen aus dem hauseigenen Cloud-, Kalender- und „Google plus“-Diensten, ist es wohl neben Apple und Microsoft die größte Datenkrake der Welt.

Umso erschreckender ist es, wenn sich zeigt, wie nahe sich Konzernführung und Staatsapparat stehen. Der Vorstandsvorsitzende von Googles Mutterkonzern Alphabet, Eric Schmidt, wird künftig Leiter des Defense Innovation Advisory Board im Pentagon – dem US-Verteidigungsministerium. Schmidt soll dieses neue Beratungsgremium aufbauen, um Denkweisen und Technik aus Kalifornien nach Washington zu bringen. Bereits 2009 war er einmal in dem Beraterteam von Präsident Barack Obama. Er verfügte schon über Regierungswebsites und half gegen „Terrorismus und Propaganda“. Die „ZEIT“ konstatiert deswegen: „Schmidt sitzt mit am Tisch, wenn die Regierung Internetnachhilfe braucht.“

Da scheint der Überwachungsstaat nicht weit. Schmidts Sichtweise über derartige Gefahren ist fast schon legendär. In einem Interview mit „CNBC“ sagte er einmal: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“ Vor allem seit dem NSA-Skandal rund um Edward Snowden sind derartige geheimdienstliche Kooperationen zur Ausspähung der Bürger sowieso keine Verschwörungstheorie mehr, sondern Verschwörungspraxis.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Damit hervorragender Überblick und kurze Entscheidungswege

    Außerdem werden undichte Stellen vermieden

    Hervorragendes Management. Ein Träumsche

  2. Scheinbar gibt es nur ein unendliches Kommen des Überwachungsstaats. Wenn man denkt, nun ist er da, ist er doch noch nicht da?

    Wahrscheinlich ist der nur ein Phantom und unsere Sorgenfalten sind unnötig.

  3. Die Masse klammert am Internet wie der Klammeraffe. Daß es keine kritischen Blogs gibt, die das Netz abschaffen wollen, ist ein Zeichen geistiger Schwäche. Die Interessen haben sich eingeengt auf die Sucht. Das neue Bewußtsein ist eingetrübt im delirium tremens.
    Der User zuhause ist nur noch Abklatsch seiner Digitalpersönlichkeit. Das Netz ist ein Round Table, ein Borgkubus. Der Transhuman schon weit fortgeschritten. Selbst das Wissen darum ändert nichts an der Einstellung. Manche finden das sogar lustig. Das ist wie beim Alkoholiker, dem nichts mehr heilig ist.
    Die Monster-, Tier- und Superheldgestaltigen mit den häßlichen Fratzen und grotesken Frisuren sind Koksphantasien und vollkommen vermarktet. Die kamen aus dem Unterbewußtsein…

    • Und heute laufen die auf der Straße – das Unterbewußtsein hat die globale Kontrolle. Was ist mit dem Öl im Golf von Mexiko? Probleme werden gelöst, indem man nicht mehr drüber spricht.
      Vor uns steht ein GAU, der alles in den Schatten stellt, ein Fukushima so stark wie eine Sonneneruption. Ein Alkoholschock, der uns unsere Krankheit aufzeigen wird und dabei so radikal ernüchtert, danach wird niemand mehr sein, was er war.

  4. Also zweifellos ist der Überwachungsstaat schon längst Realität, allerdings können wir uns an dieser Stelle überhaupt nicht mit den USA vergleichen. Dort ist man ja wirklich ein gläserner Mensch.

  5. Ich kann die USA wirklich langsam nicht mehr ernst nehmen. Wie wollen diese ein entwickeltes Land sein, wenn der Google Chef gleichzeitig im Pentagon tätig ist? Also das ist einfach mal sowas von null seriös!