in Satire

Die Welt braucht den großen Theaterdonner. Und die größten Psychopathen dieses Planeten brauchen, Liebe, Sicherheit und fürchterlich viel Anerkennung. Was liegt da näher, als dass jene sich bezüglich ihrer Befindlichkeiten einmal direkt austauschen, statt ewig nur über Twitter und Staatspropaganda-Medien in die Fresse zu geben. So soll Donald Trump, bei seinem Besuch in Südkorea, eine Pause im offiziellen Protokoll dazu benutzt haben, sich für einen kleinen Abstecher nach Norden aus dem Staube gemacht zu haben.

Der kleine Dicke war offensichtlich bestens vorbereitet. Er hat den Trump sogleich, nach seinen Möglichkeiten, herzlichst mit militärischen Ehren empfangen. Diese Gelegenheit nutzte er, um Trump ein bisschen von seinem Kriegsspiel- und Folterwerkzeug vorzuführen. Um die Situation nicht gänzlich zu überdrehen, soll Donald darauf verzichtet haben, dass bei dieser außerplanmäßigen Stippvisite und der gemeinsamen Staatskarrossen-Kutschfahrt amerikanische Wimpel zu sehen waren.

So wurden die herbeibefohlenen nordkoreanischen Zaun- und Jubelgäste nicht unnötig verwirrt. Von den Schwenkern der Winkelemente kennt niemand den Trump, den Staatsfeind Nummer Eins, nicht einmal vom Ansehen. Schließlich gibt es dort aus verständlichen Gründen bis heute kein Süd-Fernsehen.

Wie uns unsere geheimen Quellen weiter zusammenfabulierten, hat es zwischen den “beiden Irren” erstaunlich viel Übereinstimmung gegeben. Man möchte meinen, die beiden seien ein Herz und eine Seele, geradezu geistige Zwillinge bei der Brandstiftung der Welt. Zentraler Punkt dieser Einigkeit war vor allem, dass man das Donnertheater rund um die Atombomben und Langstreckenraketen weiterhin für die Weltöffentlichkeit aufführt. Womöglich gar noch etwas angestrengter und härter als zuvor, um keinesfalls an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Schließlich ist das gut für die weltweite Rüstungsindustrie. Das schafft und erhält dort Arbeitsplätze, vor allem aber sichert es die Profite einer kleinen, investierenden Minderheit.

Undankbare Perspektiven

Nachdem bereits heute feststeht, dass weder Kim Jong-un noch Donald Trump jemals einen Friedensnobelpreis erhalten werden, ist nicht davon auszugehen, dass sie sich für den Weltfrieden verwenden. Immerhin hatte Trump schon mal zugesagt mit dem Dritten Weltkrieg bis nach der Bundestagswahl warten zu wollen. Ganz Gegenteil, durch ihr Verhalten hätten die beiden erheblich mehr Aussicht auf einen Kriegsnobelpreis. Donald Trump soll es besonders gut in Nordkorea gefallen haben. Der Trip, zusammen mit dem Kim Jong-un in dessen Staats-Jubel-Karosse, sei auf jeden Fall besser, als eine Rundfahrt mit einem klapprigen Golf-Cart, wie in Japan erlebt. Ob Donald Trump ihn dafür im Gegenzug mal in seiner Hair-Force-One mitfliegen lässt, das bleibt geheime Kommandosache.

Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, können wir definitiv davon ausgehen, dass spätestens ab morgen wieder eisernes Schweigen über diese kleine Herrenrunde hereinbricht. Soviel Versöhnung und liebevolle Übereinstimmung unter Despoten könnte das mühevoll aufgebaute Feindbild beeinträchtigen. Infolgedessen werden ab morgen die abschätzige Berichterstattung bzw. die allgemeine Hetze gegen Nordkorea wieder ihren gewohnten Gang nehmen.

Es wird von allen Seiten garantiert und vehement abgestritten werden, dass dieses Treffen überhaupt stattgefunden hat. Ist das nicht irre? Schließlich wissen wir, dass nichts schlimmer wäre als der unvermittelte Ausbruch des Weltfriedens. Das würde jedwede Regierung mit einem Schlag völlig überflüssig machen.

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