in Politik

„Wer hat uns verraten? – Die Sozialdemokraten“: Diesen Spruch würde man wahrscheinlich hören, würde man 100 Jahre in der Zeit zurückreißen –  in das Jahr 1914. Das Jahr, in dem der erste Weltkrieg begann. Jener Weltkrieg, den auch die SPD mit ihrer Zustimmung zu den Kriegsanleihen ermöglichte. Es beginnt die Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung, doch diese Problematik zieht sich bis in die heutige Zeit.

Einheitliche Sozialdemokratie

Laut Wiki hatte „die Sozialdemokratie in Deutschland ihre Anfänge in der gescheiterten Märzrevolution von 1848. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Arbeitervereine, die jedoch noch keine nachhaltige politische Wirkung erzielen konnten und 1854 verboten wurden. 1863 gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). 1869 wurde die am Marxismus orientierte Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) in Eisenach durch August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründet, die sich 1875 mit dem ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) zusammenschloss. Die SAP benannte sich 1890 – nach der Aufhebung der zwölf Jahre bestehenden Sozialistengesetze – in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) um. Trotz der Bekämpfung der Sozialdemokratie durch Reichskanzler Otto von Bismarck, zum Beispiel mit den Sozialistengesetzen, durch die zwischen 1878 und 1890 sozialdemokratische Aktivitäten außerhalb des Reichstags verboten waren, wurde sie bis 1912 zur stärksten politischen Kraft in Deutschland.

In dieser Zeit war die sozialdemokratische Bewegung mit dem Sozialismus gleichzusetzen, der aus ihr entstanden war. Die Sozialdemokratie fand als Begriff und als Ideologie auch zunehmend in der englischen Arbeiter-Partei und der französischen Arbeiter-Partei Anhänger. Die SPD unterstützte mit der Burgfriedenspolitik die Kriegsanstrengung des Kaiserreiches. Viele Sozialdemokraten sahen dabei in der Kriegswirtschaft einen Schritt in Richtung Sozialismus. Am 4. August 1914 stimmte die SPD-Fraktion geschlossen für die Kriegskredite, die dem Kaiserreich nach dessen Kriegserklärung an Russland vom 2. August die totale Mobilmachung ermöglichten.“ Es sind diese Abstimmungen die den linken Flügel der Partei und Gewerkschaftsanhänger zum Singen bringen: „Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!“

Es folgten USPD und KPD – das linke Spektrum in Deutschland war nun tief gespalten. Von einer einheitlichen Arbeiterbewegung kann keine Rede mehr sein. Es folgte der Nationalsozialismus und das Verbot sämtlicher demokratischer und linker Kräfte. Das linke Spektrum und die Demokraten konnten – gespalten wie sie waren – wenig dagegen aussetzen.

In den beiden deutschen Staaten finden sich die linken Parteien gespaltener als je zuvor wieder. Zwangsvereinigung der SPD und KPD in der DDR, und die Oppositionsrolle in der BRD wird der SPD zuteil. Es ist eine Tragödie.

Der Kampf der SPD mit sich selbst

Die SPD streitet seit jeher mit sich selbst. Heute noch mehr als früher. Nach dem der – in weiten teilen der Bevölkerung – beliebte SPD-Kanzler Willy Brandt sein Amt abgab wurde der Konflikt zwischen dem linken und rechten Flügel immer großer. Gerhard Schröder war dann die Spitze des Eisbergs. Agenda 2010, die Hartz Gesetze sowie der völkerrechtswidrige Krieg im Kosovo brachte die SPD dann zu miserablen Wahlergebnissen. Die Bundestagswahl mit Peer Steinbrück war nur noch ein logisches Desaster.

Eine Einigung der linken Parteien in Deutschland steht mehr im Wege als je zuvor. Der Ukraine Krieg und das klare „Nein“ der Linkspartei zu Kriegseinsätzen brachten die SPD sowie die Partei „Die Linke“ weiter auseinander als je zuvor. Von einem einheitlichen Kurs der DKP, MLPD und Linkspartei kann auch nur geträumt werden. Die Arbeiterbewegung in Deutschland ist tiefer gespalten als je zuvor.

Es sind die historischen Kriegsanleihen und die wirtschaftsfreundliche SPD-Politik, die in linken Kreisen damals wie heute die gleichen Sprüche erklingen lässt: „Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten“.

QUELLEN

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratie
http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-streitet-ueber-kurs-die-fluegel-kaempfen-wieder-1.697797

ANZEIGE

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Diese Partei hat diesen Monat zu ihrem 100-jährigen „Zustimmungsjubiläum“ deutlich gemacht, in dieser Zeit eigentlich nicht von der Stelle gekommen zu sein!

    Konkret mittels Gabriel, dessen statement im ZDF-Sommerinterview letzten Sonntag, hier u.a. zur Schuld Russlands oder zum Stabilitätsfaktor SPD für Merkel. Kommentar erspare ich mir, für sowas sind kaum angemessene Worte zu finden.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2210522/ZDF-Sommerinterview-mit-Sigmar-Gabriel

    Beachtlich auch das dazu die LINKE nichts vernehmen läßt. Scheinbar steht der eingeschlagene Kuschelkurs auch dort über allem?

    Wer sich in dieser Krise auf Politik und Medien verläßt, dürfte verlassen sein. Eigeninitiative ist das Gebot der Stunde!

  2. so sind sie, die Spezialdemokraten, sozial ist bei denen rein gar nichts, weder vor 100 Jahren, noch heute. Es geht nur ums eigene Fortkommen der Parteisoldaten (genau gleich wie bei CDU/CSU, Grüne, FDP etc.). Und die Parteien und ihre Soldaten lassen sich von uns fleissigen Bürgern seit Jahrzehnten aushalten. Leistung bringt keiner von diesen Spießgesellen, nein, sie setzen sich alle, wirklich alle ins gemachte Nest und verprassen unsere Steuergelder für ihre eigenen Zwecke. Ein widerlicher Haufen asozialer Egomanen, Mistkäfer Gabriel ist eine besonders wiederliche Ausprägung dieser Spezies! Ekelhafter Abschaum. Um einen Krieg zu verhindern sollten wir alle ab sofort darauf verzichten Steuern zu zahlen!

  3. Wie der Verein sich nennt, das ist egal. In unserer Vorstellung ist es eine Partei. Was wurde ihnen über den Begriff Partei vermittelt. Es ist eine Glaubensorganisation, in der jeder glaubt, was er will und die oberen machen was sie wollen.

  4. Sie sind die politischen Handlanger der Gross- und Finanzindustrie. Sie täuschen ihre Wähler mit dem sozialen Kleidchen das sie tragen sind aber gleichzeitig Steuerneintreiber für all jene die von Zinsen leben. Sie sind es, denen wir es zu verdanken haben bis zu 55% Abgaben auf Einkommen aus direkter Arbeit bezahlen zu müssen währen Einkommen aus Kapital im Vergleich billig davonkommt. Die Sozialdemokratie ist ein zentrales Problem des 20. und 21. Jahrhunderts.

  5. Bei aller berechtigter Kritik an der SPD enthält der Artikel Fehler.

    Das Kaiserreich hat keine Kriegsanstrengungen unternommen, sondern Verteidigungsmaßnahmen ergriffen. Die Flotte z.B. sollte etwa 2/3 der Größe der englischen betragen, was als Mindestgröße für eine effektive Verteidigung angesehen wird. Für das Kaiserreich als in allen Bereichen (Industrie, Wirtschaft, Handel, Bildung, Kultur) blühendes und auftstrebendes Land wäre ein Krieg unnötig und kontraproduktiv gewesen.
    Außerdem hat Bebel alle militärischen Planungen an die Engländer verraten, was diese u.a. auch zu der Überzeugung brachten, bei dem von England, Frankreich, Italien und Russland fest geplanten Krieg eine Schuldübernahmebereitschaft in D. zu finden.

    • Es soll auch genug Schriftwechsel von einflußreichen Leuten aus dem jetzigen Little Britain geben, in dem klar formuliert ist, dass die deutsche Nation das Empire nicht wirtschaftlich überholen darf und Krieg die leichtere Lösung wäre, dieses zu verhindern. – Wir waren tatsächlich ein fantastischer und vielversprechender Staatenbund (Deutsches Reich) und unser Kaiser erlaubt es seinem Volk, als natürliche Person ein echter Souverän zu sein (was wohl der Papst dazu meint[e]?!!). – Tja, bis dann (wie anscheinend heute gegen die Russischen Förderation ???) mögliche Kriegsgründe gefunden wurden und nach dem Sieg / den Siegen und dem Aufzwingen der völligen Kriegsschuld bis heute ein Teile-und Herrsche-System eingeführt werden konnte. deme krate

  6. Mich haben sie auch verraten. Damals war Wechsel gewählt worden. Weg mit der Pfälzer Kartoffel und endlich wieder eine Menschliche Politik, Schluss mit die Reichen werden immer Reicher. Aber Pustekuchen. Hartz 4, Explosion der Zeitarbeitssklaverei und des Menschenhandels, Kriegsbeteiligung als Vasall der USA usw. ! Bis heute leide ich persönlich massiv darunter was diese Verräter angerichtet haben. Ich bin nur noch unterbezahlte Menschenware welche man wie eine Hure von Bordell zu Bordell verschachert. Dafür empfinde ich nur noch grösste Verachtung für die etablierten Parteien und ihre Bewusstlosen und abgrundtief egoistischen Zombie-Wählerschaft. Ich werde Wirtschaftlich in diesem Leben nie mehr auf die Beine kommen. Zur Hölle mit der SPD!

    • Diese Erfahrung teile ich voll und ganz, durfte sie auch schon am eigenen Leib erleben. Nach jeder Reform und Anpassung dieses „benevolenten“ Vereins, stand ich ohne Arbeit und Einkommen da.
      Statt einen Turmbau zu Babel, wünsche ich diesen „Schindern und Antreibern“ einen Schinderhannesturm, in dem sie dann, inhaftiert, ihr restliches Darsein fristen. Im Vokabular und Geiste dieser Personen, könnte man es auch passend als „endgültigen Verwendungszweck“ bezeichnen. Klingt ja auch so schön nach good old German Reich. ;)
      Ich würde mir wünschen, dass sich manche mal die Nöte von armen Menschen mehr ins Bewusstsein rufen und Verständnis zeigen. „Arbeit macht frei“ ist out, weil nur Kapital, Bildung und Einfluss frei machen können.