in USA

Darauf können wir uns wahrlich freuen… Anscheinend plant Washington die Anzahl seiner „permanenten Truppen“ in Europa zu erhöhen. Dass die Vasallen dem gerne und vorbehaltlos zustimmen werden, dürfte gesetzt sein. Laut des Vorsitzenden des House Armed Service Commitee, Mac Thornberry (Rep.) hat dasselbe am Montag das Pentagon aufgefordert, eine Schätzung abzugeben, was es Kosten würde, die „wechselnden Kräfte (rotational forces)“ in Europa zu „permanenten“ zu machen.

Die USA haben in den letzten Jahren eine Vielzahl an zusätzlichen Soldaten in den Osten Europas gebracht, wo diese an Militärübungen der NATO teilgenommen haben, die auf einer „sich überschneidenden, wechselnden Basis“ in Europa stationiert sind. Man wollte damit das Verbot einer ständig stationierten Armee an den Grenzen Russlands umgehen.

Thornberry und das House Armed Services Committee wollen wissen, wie sich die Kosten einer dauerhaften Truppenstationierung im Verhältnis zu diesen rotierenden Einheiten darstellt. Hintergrund und Rechtfertigungsgrund ist dabei natürlich die allseits lauernde Gefahr durch Russland: *Ironie aus*

Ich weiß nicht, was die Kostendaten zeigen werden. Ich bin nicht davon überzeugt, dass es viel billiger ist, eine Reihe von Einheiten [laufend] auszutauschen, anstatt eine ständige Präsenz zu haben.

(I don’t know what the cost data will show. I’m not convinced that it is tremendously cheaper to rotate a bunch of units through rather than have that permanent presence.)

Erst im Januar kamen in Polen neue US-Soldaten an, die Teil einer NATO-Truppenverstärkung sind. Allein im letzten Jahr nahm die US-Armee an mindestens 11 (!) verschiedenen Übungen und Manövern in Europa teil. Ein kleiner Auszug vergangener und anstehender Manöver:

  • Saber Strike: eine langjährige Kooperationsausbildung der USA und Europa zur Verbesserung der gemeinsamen Interoperabilität der 13 Teilnehmerländer (Estland, Lettland, Litauen, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Norwegen, Polen, Slowenien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten).
  • Flexible Leader: ein in Deutschland durchgeführtes Manöver, um die Zusammenarbeit zwischen EURCOM und US-Kräften bei „humanitären Unterstützungsoperationen“ zu üben.
  • Swift Response: eine Krisenübung mit Flugzeugen, die im vergangenen Sommer durchgeführt wurde und die sich darauf konzentrierte, die US Global Response Force anzuleiten, wie diese sich bei Operationen an der Seite ihrer alliierten Luftstreitkräften in Europa zu verhalten haben.
  • Saber Guardian: eine noch in diesem Sommer stattfindende Übung in Ungarn, Rumänien und Bulgarien mit mehr als 25.000 Soldaten aus mehr als 20 Ländern. Saber Guardian wird die größte, jemals durchgeführte Übung im Schwarzen Meer sein.
  • Saber Junction: eine erst kürzlich zu Ende gegangene Übung (25. April bis 19. Mai), die darauf abzielte, die Bereitschaft des 2. Kavallerie-Regiments der US Armee zu beurteilen, bei der es um gemeinschaftliche Bodenoperationen ging. Dabei nahmen über 4.500 Teilnehmer aus 13 Ländern (Albanien, Bulgarien, Georgien, Italien, Kosovo, Litauen, Mazedonien, Polen, Rumänien, Slowenien, Ukraine, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten) teil.
  • Anakonda: eine Großübung im letzten Jahr mit 31.000 Kräften aus 31 Ländern.
  • Rapid Trident: das jährlich stattfindende Manöver in der Ukraine mit ca. 2.000 Soldaten aus 14 Ländern.
  • Allied Spirit: wieder eine Übung, die in Deutschland (Südosten des Landes) im März dieses Jahres stattfand. Von den 2.770 Teilnehmern aus 12 Staaten stellten allein die USA 1.520.

Man könnte diese Liste problemlos mit weiteren Manövern wie Combined Endeavor, Combined Resolve, Cooperative Resolve, Immediate Response und Noble Partner erweitern, um die unglaublichen militärischen Aktivitäten in Europa zu verdeutlichen. Eine Tatsache, die wieder einmal den meisten Bürgern vollkommen unbekannt sein dürfte, da unsere Hochleistungspresse einmal mehr kein Interesse zu haben scheint über diese Übungen auch nur im Ansatz zu berichten.

Washingtons „rotierender Truppenaufmarsch“ soll also zu einem „permanenten“ werden. Zurück in die Zeiten des Kalten Krieges, wo die Anzahl von US-Soldaten deutlich höher war als heute. Anscheinend reicht den US-Militaristen und den europäischen Vasallen die derzeitige „Ausstattung an US-Soldaten“ in Europa nicht mehr aus, wenn man den eingangs erwähnten Thornberry zitieren will:

Es gibt ein enormes Interesse in Osteuropa an einer dauerhaften Präsenz.

(There is a tremendous interest in Eastern Europe for a more permanent presence.)

Es bleibt abzuwarten, ob man ganz offiziell aus den „rotierenden“, „permanente Kräfte“ macht. Ob sich dadurch viel an der Gemengelage selbst verändern wird? Letztlich ist es doch so, dass das US-Militär de facto bereits jetzt durch die sich „überlappenden Austauschtruppen“ seine permanente Militärpräsenz in Europa ausgebaut hat. Egal, was seitens des House Armed Services Committee beschlossen wird.

Quellen:
House Looks to Increase Permanent U.S. Military Footprint in Europe
House looks at increasing permanent military presence in Europe
U.S. tanks, equipment arrives for NATO exercises in eastern Europe
Exercise Saber Strike
Exercise Saber Junction
Road to Anakonda
Exercise Rapid Trident
Allied Spirit VI

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16 Kommentare

    • Das habe ich mir auch gedacht. Aber nein, es entstand 1985 während eines NATO-Manövers. Dieses Bild im Großformat mit dem sehr eindrucksvollen Panzer soll einfach nur Angst schüren und natürlich Klicks generieren. Sehr plakativ eben. Darüber könnte man hinwegsehen, wenn im Artikel nicht so sehr gegen USA, NATO und „ihre Vasallen“ gehetzt würde. Der Artikel ist zu emotional und zu wenig objektiv. Von einem alternativen Medium erwarte ich da einfach mehr.

  1. Ich wäre dafür, dass jeder europäische Soldat endlich sein Hirn einschaltet und sich weigert zu kämpfen. Sollen die Amis ihren Scheiß Kriegswahn mit ihren Leuten abhalten, aber nicht mit uns!!!! Ich habe keine Jungs in die Welt gesetzt, damit sie in Frieden aufwachsen dürfen und nicht irgendwann als Soldaten an die Front müssen!!!! Wehrt Euch endlich!!! Respekt an Putin, der sich bisher nicht hat provozieren lassen! Ich hoffe, das bleibt weiterhin so!

  2. Andere kämpfen lassen, am Ende die Kriegsmüden erledigen und sich als Befreier hinstellen. Ja das gefällt diesen Heuschrecken. Am besten sind immer die Sprüche:,, Wir haben das Recht auf Selbstverteidigung“ etc. Die sitzen am anderen Ende der Welt verdammt nochmal. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der eine Granate bis in die USA werfen kann.

    • Deswegen haben sie ja auch Angst vor der „kleinen“ Atommacht Nordkorea und vor dessen Anrainerstaaten China und Russland, ebenfalls Atomwaffenbesitzer. Ich drehe nur einfach mal das Potential um, um dieser westlichen „Wertegemeinschaft“…. oh wie ich diesen Ausdruck verachte, Kante zu zeigen. Die USA glauben, die Herren der Welt im Sinne Israels zu sein. Aber das funktioniert nicht mehr so, wie sich das die Globalisten oder soll ich sagen, die Zionisten sich das vorstellen. NWO mit Hauptsitz IsraHell ist in weite Ferne gerückt und ein globale US-Stratege Brzezinski hat sich endlich in die Arme Lufizers geflüchtet. Der Fluch soll ihn bis dahin verfolgen.

    • Mir nicht und vielleicht auch dir nicht. Aber frag mal meine Oma. Da wird die Antwort eine andere sein.
      Erst von den Nazis als „Kommunistin“ ins Lager gesteckt und nach dem Krieg von „Kommunisten“ (Russen) missbraucht.
      Aber keine Frage. Die Amis waren, sind und bleiben die grössten Kriegstreiber. Inclusive Kriegsverbrechen und null Achtung von Menschenrechten.