in USA

Am letzten Donnerstag erbaten mehrere Staaten, darunter der Irak, von den Vereinten Nationen die Unterstützung für ein Ende des Einsatzes von Uranwaffen auf. Uranwaffen? – Meinten die staatlichen Beschwerdeführer etwa Atomwaffen? Nein, gemeint ist Uranmunition – hauptsächlich eingesetzt durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Im weltweiten Kriegseinsatz ist der Einsatz solcher Uranwaffen gängige Praxis. Doch die Auswirkungen sind enorm: Die Krebserkrakungszahlen schießen in die Höhe und viele Gegenden sind jahrhundertelang kontaminiert. gesprochen wird darüber kaum.

Effektiv und im Dienst

Uranmunition, DU-Munition ist panzerbrechende Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aufgrund der hohen Dichte des Urans entfalten diese Geschosse beim Auftreffen auf das Ziel eine große Durchschlagskraft.In jüngster Zeit wurden mehrere tausend Tonnen Uranmunition überwiegend in indisch-pakistanischen Grenzkonflikten, in Tschetschenien, während der sowjetischen Intervention in Afghanistan, im Bosnien-Krieg, im Kosovo-Krieg, im Zweiten Golfkrieg und im Irakkrieg eingesetzt.

Alleine während eines dreiwöchigen Einsatzes im Irakkrieg 2003 wurden von der „Koalition der Willigen“ zwischen 1000 und 2000 Tonnen Uranmunition eingesetzt. Vornehmlich die USA setzen auf das militärische Hilfsmittel.Erst jüngst im September diesen Jahres wurden US-Flugzeuge in den Nahen Osten entsandt, welche mit Uranmunition (DU) bewaffnet sind und gegen die sogenannten „IS-Gruppe“ eingesetzt werden sollen. Pentagon-Sprecher Mark Wright sagte dazu: “Es gibt kein Verbot gegen die Verwendung von abgereichertem Uran, und das US-Militär setzt dieses ein. Der Einsatz von DU in panzerbrechender Munition ermöglicht es, feindliche Panzer leichter zu zerstören.” Bei den US-Streitkräften wird die so genannte DU-Munition größtenteils vom Kampfjet A-10 „Thunderbolt“ verschossen. Das Bodenkampf-Flugzeug, auch bekannt unter dem Beinamen „Warzenschwein“, kann mit seiner 30-Millimeter-Bordkanone pro Minute 3900 Geschosse mit einem Einzelgewicht von bis zu 750 Gramm abfeuern.

Zusätzlich zum hohen Gewicht haben Uran-Wuchtgeschosse eine weitere Tod bringende Eigenschaft: Beim Aufprall wird der Großteil der Bewegungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Das Geschoss schmilzt, und durch das Loch in der Panzerung ergießt sich eine brennende Wolke kleinster Uran- und Uranoxid-Partikel ins Innere des Fahrzeugs. Die Besatzung wird bei lebendigem Leib eingeäschert.

Unbeachtete Kritik

Wirklich? Ist der Einsatz von Uranmunition wirklich ungefährlich und nicht weiter bedenklich? Der Irak – wo DU eingesetzt wurde – sieht das beispielsweise anders. Das kriegsgeplagte Land hat sich im Vorfeld der UN-Generalversammlung in diesem Herbst für einen Verbotsvertrag für Uranwaffen ausgesprochen. Die Beweise für langfristige und schwerwiegende Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Uranmunition werden immer erdrückender. Doch zu diesem Schluss kommen auch andere Beobachter. Laut einer aktuellen Analyse der Internationalen Koalition für die Ächtung der Uranwaffen (ICBUW) schädigt abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU) die DNA auf zweifache Weise: als Schwermetall wirkt es chemotoxisch und als Alphastrahler radiotoxisch. Für den Bericht wurden über 50 qualifizierte Studien ausgewertet.

Die Uranmunition ist allerdings nicht nur eine Gefahr für Soldaten, sondern womöglich auch für alle, die sich den Wracks später nähern. Mediziner befürchten, dass die Uranpartikel eingeatmet werden können, sich in der Lunge auflösen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch über Wunden könne die Substanz in den Körper eindringen und Vergiftungen oder Krebs auslösen. In den Boden geschossene Uranmunition kann Schätzungen zufolge in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.

Irak ist das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land. Die USA und Großbritannien verschossen in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition. Die Zivilbevölkerung war nicht über die Risiken des Einsatzes informiert. Feldstudien über die Auswirkungen von Uranmunition im Irak wurden aufgrund der Weigerung der USA, Orts- und Mengenangaben über verschossene Munition zur Verfügung zu stellen, stark behindert. Die Friedensorganisation Pax hat vom niederländischen Verteidigungsministerium im Rahmen des „Freedom of Information Act“ einige wenige US-Koordinaten erhalten. Aus diesen geht hervor, dass die US-Armee 2003 DU auch in Wohngebieten eingesetzt hat. Die Anzahl der Krebserkrankungen in der Provinz Babil, südlich von Bagdad, stieg von 500 diagnostizierten Fällen im Jahr 2004 auf 9.082 im Jahr 2009.

Nach Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegt keine besondere Gefährdung vor. Im WHO guidance on exposure to depleted uranium heißt es explizit, dass keine Studie eine Verbindung zwischen Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten finden konnte. Kritiker bemängeln die Methodik und angeblich mangelnde Unabhängigkeit der Studien. Gegner der Uranmunition fordern die Durchführung neuer Auswertungen und Bewertungen. Der so genannte Lloyd-Bericht über Gesundheitsschäden bei britischen Golfkriegsveteranen zeigte die Existenz des Golfkriegssyndroms auf und untersuchte eine Reihe von potenziellen Auslösern dafür. Uranmunition wurde dabei als ein potenzieller Auslöser bezeichnet.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Der Journalist Frieder Wagner hat dazu mit eigenen Mitteln einen Film gedreht – „Deadly Dust“.

    Nach der Veröffentlichung soll er von den „politisch korrekten“ Staatssendern keinen Auftrag mehr bekommen haben – bankrott gemobt.

    http://www.youtube.com/watch?v=IeejRGgAKG0

    Man mache sich klar: Diese Wahnsinnigen schießen mit Atommüll auf unserem Planeten herum. In der Ukraine läuft vermutlich grad das Gleiche ab. Auch den Iran habe ich im Verdacht, dass sein Programm primär auf abgereichertes Uran für Geschosse abzielt.

    Ein Greenpeaceler meinte mal, unser Planet wird aktuell schrittweise verseucht – strahlende Nanopartikel kann niemand mehr einsammeln.

    Regimewechsel – so schnell es geht!

    • @Richard: Ihrere Kommentare sind zumeist gewöhnungsbedürftig.
      In diesem formulieren sie erstmals Tatsachen und dann gehen sie über zu Science Fiction, wobei der Fantasie im Grunde keine Grenzen zu setzten sind. Ich möchte sie auch nicht daran hindern einen Verdacht zu äussern, aber dennoch wäre es an dieser Stelle von besonder Bedeutung einen Grund für diese Beschuldigung zu äusseren. Ansonsten basieren diese Annahmen auf Amnestie und sprechen eine deutliche Sprache hinsichtlich der Voreingenommenheit und den Status quo
      des Verfassers.

      • „Ihre Kommentare sind zumeist gewöhnungsbedürftig.“

        Nun, schlimmer wäre es, sie wären langweilig.

        “ und dann gehen sie über zu Science Fiction, “

        Kant würde das vermutlich als angewandte Logik bezeichnen. Und dies aufgrund folgender Überlegungen:

        1. Im Osten wird seit längerem Uranmonition von Panzern vewendet. Beispiel: T-80. Man kann also vermuten, in der Ukraine wird damit geschossen.

        2. Die Absicht der usa den Iran anzugreifen ist kein Geheimnis, die Panzer stehen bereits an der Grenze. Um die Abrams zu knacken, kommt man mit konventioneller Munition wahrscheinlich nicht hin. Was der Iran folglich braucht ist abgereichertes Uran. Der iranische Zulfiqar hat die gleiche Kanone wie der T-80. q.e.d.

  2. Unter der Fiktion des kalten Krieges wurden im vorigen Jahrhundert Kernwaffen entwickelt und getestet und in Massen gezündet.Warum wohl?
    Vergessen wir nicht, daß Stalin, wie Roosevelt und Churchill 33 Grad Hochgradfreimauerer waren und die Geheimdienstchefs auch noch Ritter von Malta.
    Bei diesen Graden steht ein Bein auf Schwarz, das andere auf Weiß.

    Wir haben zur Zeit zwischen 240 bis 130 Mikro Sivert in DEUTSCH. Vor Tschernobyl waren ein ein Zehntel davon, nach Tschernobyl etwa 0,04 und jetzt häufig 0,24 – vor allem nach Bariumregen durch Chemtrails, vermute ich einmal. Auch die Weltraumstrahlung ist stärker geworden. Vieles ist im Wandel.

  3. Bitte nicht verwechseln. Urangeschosse sind nicht radioaktiv! Das Element Uran hat mehrere Isotope, stabile und instabile (radioaktive). Natürlich vorkommendes Uran hat 7% U-235 (radioaktiv) und der Rest ist stabiles U-238. Bei abgereichertem Uran handelt es sich um Material mit dem stabilen Nuklid. Es entsteht bei der Anreicherung in zentrifugen da man für Atomkraftwerke und Atombomben höhere ProzentSätze an U-235 braucht. U-238 ist also ein nichtaktives Abfallprodukt. Nichts desto weniger ist es gefährlicher als Bleigeschosse wegen der höheren Dichte. Und wenn Dämpfe enstehen sollen sind diese bestimmt aich ungesund. Aber nicht wegen Radioaktivität! Blei ist auch giftig. Aber hier mit radioaktiv Symbol und Atom Müll

    • Danke für die recherchierten Eigenschaften, bei dem leider einiges einfach weggelassen wurde. Entweder aus Nichtwissen dieser Materie oder auch aus purer Mitteilungsbedürftigkeit.
      Was von besonderer Bedeutung ist, haben sie jedoch erwähnt, dass DU Geschosse GESUNDHEITSGEFÄHREND SIND. Und genau das ist es, worauf es ankommt. Diese Geschosse sind auch dann Gesundheitsschädigend, wenn die bereits Wochen/ Monate / Jahre vorher abgefeuert sind!

    • Bei Uranmunition gibt es keine reinen abgereicherten Urangeschosse. Das ist ein Märchen. Es ist meistens eine Mischung in der Plutonium immer auch vorhanden ist. Und Plutonium ist ein schon gefährlicher. Wie wollen Sie sonst ca. 500 mißgebildete Kinder im Monat in Irak erklären?
      Sie könnten sagen, daß dort auch Chemtrails seit dem „Sieg“ ausgebracht werden, aber die haben zur Zeit noch keine schnell mutierende Wirkung.