in USA

Donald Trump kann sich bequem zurücklehnen. Nicht nur, dass er die notwendigen Delegiertenstimmen der Republikanischen Partei zusammengetragen hat.

Auch ist für ihn sicherlich beruhigend, dass Hillary Clinton die Kandidatin der Demokraten sein wird und nicht Bernie Sanders. Trump und sein Team werden wohl sehr genau wissen, welche Fehler Hillary Clinton in ihrer jahrzehntelangen politischen Karriere begangen hat. Und Trump wird auch genau wissen, dass er erst Clintons Fehler der Presse präsentieren wird, wenn Bernie Sanders nicht mehr um die Kandidatur kämpfen kann. Mit Hillary Rodham Clinton werden die Demokraten eine Vertreterin des Washingtoner Establishments ins Rennen schicken, die es nach der Einschätzung von Bob Dole aufgrund ihrer Vergangenheit schwer haben wird, Präsidentin der USA zu werden.(1)

Bob Dole bezog sich in einem CNN Interview lediglich auf außenpolitische Geschehnisse wie die Benghazi-Attacken und Clintons rechtswidriges Verhalten in der E-Mail Affäre. Schon die Tatsache, das Clinton sicherheitsrelevante E-Mails als Außenministerin über einen nicht sicheren privaten Account verschickt hatte, wirft natürlich die Frage auf, inwieweit sich Hillary Clinton um die Sicherheit der USA Gedanken macht. Ein PR-Punkt für Trump. Droht Hillary Clinton ein PR-Desaster? Nein, nicht deswegen. Aber eine Affäre von 1975 kann Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin PR-technisch beerdigen. 1975 trat Clinton, damals noch Hillary Rodham, als Verteidigerin eines Vergewaltigers einer 12-Jährigen in einer Art und Weise auf, die das von ihr erzeugte Bild der Verteidigerin der Frauenrechte definitiv demontiert und als Lüge entlarvt. Hillary Clinton hatte, ihre Rolle als Anwältin verlassend, das 12 jährige Vergewaltigungsopfer vor dem Gericht in einer Art und Weise diffamiert, dass das Opfer psychisch durch die Hölle ging, der 40jährige Vergewaltiger infolgedessen lediglich wegen ungesetzlicher Berührung einer Minderjährigen wenige Monate im Gefängnis saß.(2)

Der entsprechende Bericht von CNN wird für Trumps Team eine Steilvorlage für einen späteren, neuen Angriff gegen Clinton sein, der auch dafür sorgen kann, dass sich viele Demokraten von Hillary Clinton angewidert abwenden werden. Ein Bericht in der Washington Post vom 19.Mai zum Fall vergewaltigten 12 Jährigen greift die PR-Taktik der Republikaner an, die in den Raum stellen, Clinton habe sich über das Vergewaltigungsopfer lustig gemacht. Allerdings ist es mehr als fragwürdig, ob sich die öffentliche Meinung in den USA sich nicht dennoch gegen Clinton wenden wird. Zu erdrückend sind die Beweise von Hillary Clintons skrupellosen Vorgehen gegen das Vergewaltigungsopfer in Form der Gerichtsprotokollen. Aus PR-Sicht für das Wahlkampfteam von Trump ein Geschenk des Himmels. Denn mit diesem Fall droht Hillary Clinton ihre eigentliche Wählerbasis zu verlieren: die Wählerinnen.(3)

Für Bernie Sanders wird dies wohl zu spät kommen. Vielleicht sind er und sein PR-Team einfach zu zurückhaltend, um den entsprechenden „Dreck“ aus der Vergangenheit an die Oberfläche zu bringen und um Hillary Clinton ein entsprechendes PR-Desaster zu bereiten. Wenn Donald Trump siegen sollte, wird es mit Sicherheit nicht an ihm und seiner PR-Taktik liegen. Es wird an dem liegen, was Hillary Clinton in der Vergangenheit getan hat.

(1) siehe: http://edition.cnn.com/2016/05/28/politics/bob-dole-bill-clinton-hillary-clinton/
(2) siehe: http://edition.cnn.com/videos/politics/2016/05/26/hillary-clinton-1975-sex-assault-case-investigation-kaye-pkg-ac.cnn
(3) siehe: https://www.washingtonpost.com/news/fact-checker/wp/2016/05/19/did-clinton-laugh-about-a-rapists-light-sentence-and-attack-sexual-harassment-victims/
sowie http://abcnews.go.com/blogs/politics/2014/06/hillary-clinton-dogged-by-1975-rape-case/

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Kommentar

18 Kommentare

  1. „Kapitalismus ist wie Krebs. Um permanent wachsen zu können, muss der Krebs sein Umfeld zerstören.

    Neoliberalismus ist Krebs im Endstadium. Unter dem Tarnnamen Globalisierung haben es die Metastasen geschafft, das gesamte gesellschaftliche Leben ins Visier zu nehmen und zu unterwerfen. Ökonomie geht vor Würde. Jetzt bleibt nur noch die Eroberung des menschlichen Ichs. Dazu wird die Gesellschaft sukzessive atomisiert. Das Zerschlagen klassischer Gruppen in immer kleinere Einheiten fängt bei der Gewerkschaft an, geht über die Familie und endet im Menschen selber. Aus dem Ich wird eine Einheit, die wiederum in ihre Bestandteile zerlegt und kommerzialisiert werden kann.

    Nach der Generation „Red Bull“ – „Wir realisieren Deinen Traum, und sei er noch so absurd“ – kommt jetzt die Generation „Selfie-Stick“. Nur wer sich permanent selbst inszeniert und dabei dem diktierten Trend der Industrie folgt, kann sich von der Lehre der völligen Konsumgesellschaft verschonen. Cloud-Persönlichkeiten.

    Wo führt diese Highspeed-Autobahn des Zeitgeistes hin?
    Ab wann führt die nicht-artgerechte Haltung des Menschen 3.0 zu seiner Zerstörung?
    Was muss geschehen, damit eine im Konsumrausch dahinvegetierende Gesellschaft wieder erwacht, zu sich kommt?

    Dr. Eugen Drewermann gehört zu den überzeugendsten Mahnern unserer Epoche. Er ist Theologe, Seelsorger und Humanist. Drewermann lebt ein weitgehend analoges Leben. Sein Wissen ist tief und sein Horizont umfasst einen 360°-Raum.

    Seinen Vortrag „Geld, Gesellschaft und Gewalt“ in der Berliner Urania hielt Drewermann aus dem Stehgreif. Ohne Skript, ohne Notizen, mit eindeutiger Botschaft: Der Mensch ist keine Ware. Der Mensch hat eine Würde. Wer diese Würde bestreitet, um den Menschen bis ins letzte Detail vermarkten zu können, bringt am Ende die Menschheit in ihrer Ganzheit um.

    KenFM zeigt Drewermanns Vortrag vom 11. April 2016 und empfiehlt in diesem Zusammenhang erneut das „KenFM im Gespräch“ mit Drewermann aus dem März 2016.”

    via KenFM https://kenfm.de/eugen-drewermann-urania-04-2016/

  2. Wenn Clinton wegen dieses Vergewaltigungsprozesses im Wahlkampf Probleme bekommt, zeigt das auch das zutiefst inhumane System der USA. Karriere, Karriere über alles. Wenn dann mal ein 12 jähriges Mädchen seelisch gebrochen auf der Strecke bleibt, na und? Hauptsache der-Karriere hats genutzt.

    Und als Professioneller Rechtsverdreher hat man in allen US-geprägten Gesellschaften – auch unserer – sowieso ein feines Leben.

    Alles in allem wäre mir sowieso Trump von Anfang an lieber als Clinton gewesen, weil er gegen den neu aufgelegten Kalten Krieg ist.

    Sanders wäre natürlich erste Wahl, aber in einem faschistischen Polizeistaat wie der USA, der nur noch durch Korruption funktioniert haben solche Leute – leider – keine Chance.

  3. Hoffentlich ist die Wahl bald rum und Hitlary in irgendeiner Gruft verschwunden, ich mag nichts mehr von ihr sehn, hören oder lesen !

  4. Wenn die Schlammschlacht losgeht, wird auch der rücksichtslose Trump Federn lassen.Wäre der aufrechte Bernie Saunders der Kandidat der Demokraten, wären noch positive Überraschungen aus der Mitte der Wählerschaft zu erwarten gewesen.

    Im Streit Killary gegen Trump geht es nur darum, entweder an Scylla oder an Charybdis zu zerschellen. Dabei sind natürlich Viele neugierig sind zu sehen, was Trump denn wirklich anders machen wird.Clinton ist als Produkt der Wall Street voll berechenbar.
    Daher wird der Wirrkopf Trump das Rennen machen und nicht die Hexe Clinton..

  5. Aber Clinton hat eine Armee von Bürokraten der Finsternis bereits in allen Behörden installiert. Arbeitet seit Jahrzehnten daran.
    Die ist schon im Amt, bevor der Wähler merkt, was los ist.
    Das ist viel schlimmer als bei Nixon….